Von Impfpflicht bis Organspende – wie weit darf der Staat in die Freiheit des Einzelnen eingreifen?

Von Impfpflicht bis Organspende – wie weit darf der Staat in die Freiheit des Einzelnen eingreifen?

Die Zahl der Masern-Erkrankungen hat in den USA den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. In Los Angeles befinden sich 200 Studenten und Universitätsmitarbeiter in Quarantäne. Weltweit ist die Zahl der Infektionen stark angestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation, WHO, sind 136.000 Menschen an Masern gestorben, 70 Todesfälle gab es im vergangenen Jahr in Europa. In Deutschland gab es seit Jahresbeginn rund 200 Erkrankungen. Vor diesem Hintergrund hat eine Debatte über eine Impfpflicht begonnen.

Aktiv wird der Gesetzgeber in Berlin auch beim Thema Organspende. Obwohl die Bereitschaft zur Spende laut Umfragen hoch ist, fehlt es in der Praxis an Spendern. Lang sind die Wartelisten der Patienten, die auf eine Transplantation dringend angewiesen sind. Bundesgesundheitsminister Spahn schlägt gemeinsam mit Politikern anderer Parteien eine doppelte Widerspruchslösung vor: Wer zu Lebzeiten nicht widerspricht, wird damit automatisch zum Spender.

Es geht also um existenzielle Fragen, um Krankheit, um Leben und Tod

Wie weit reicht das Recht des Einzelnen, über seinen Körper zu bestimmen? Dürfen Kinder ohne Impfschutz nicht mehr in die Kita?

In welcher Weise darf der Staat eingreifen, um Infektionen zu verhindern oder die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen? Was ist zumutbar, wo liegen die Grenzen?

Und welche Rolle spielt dabei der zuständige Gesundheitsminister Jens Spahn: Packt er heiße Eisen an, damit endlich etwas passiert oder löst er mit Aktionismus und strengen Vorgaben Widerstände aus, die seine Ziele gefährden?

Stand: 26.04.2019, 15:32