Vom Fetisch zum Feindbild: der Kulturkampf ums Auto

Vom Fetisch zum Feindbild: der Kulturkampf ums Auto

Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind. Doch die Zeiten ändern sich. Klimawandel, Dieselbetrug und Fahrverbote haben viele Menschen zum Umdenken gebracht. Erst Recht nach dem schweren Unfall in Berlin, als vier Menschen durch einen Porsche Macan zu Tode kamen. Seither wird der SUV zum tonnenschweren Feindbild. Von „Auto-Terror“ und „motorisierten Mordwerkzeugen“ ist die Rede. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Und die andere: Immer mehr Menschen fahren SUV, weil sie bequem und sicher sind; alleine in diesem Jahr wurden eine Million gekauft. Insgesamt pendeln 11 Millionen Deutsche. Sie können und wollen nicht auf ihr Auto verzichten. Um das Auto ist ein Kulturkampf entflammt. Wie konnte es dazu kommen?

Vom Fetisch zum Feindbild: der Kulturkampf ums Auto Presseclub 15.09.2019 56:53 Min. Verfügbar bis 14.09.2020 Das Erste Von Nadja Gawrisewicz

Die explosive Mischung von Autofans und Klimaaktivisten überschattet die Internationale Automobilausstellung, IAA, in Frankfurt. Zum einen präsentieren sich die deutschen Autokonzerne als Vorreiter der E-Mobilität. Zum anderen gab es noch nie so wenige Aussteller. Diverse Gruppen haben Proteste angekündigt bis hin zur Blockade der Messeeingänge. Die Aktivisten sehen sich in der Tradition der Bewegungen, die den Atom- und Kohleausstieg durchgesetzt haben. Die Emissionen im Verkehrssektor müssten endlich sinken, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollten.

Welchen Anteil hat die Automobilindustrie an dieser aufgeheizten Atmosphäre? Ist ihr Eintreten für eine ökologische Verkehrswende nach den Manipulationsskandalen wirklich glaubhaft? Geschieht der Umstieg aus freien Stücken oder wegen des politischen Drucks? Warum haben die Konzerne immer weniger Kredit bei den Menschen? Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselbranche, von der hunderttausende Arbeitsplätze abhängen. Ruiniert der Kampf gegen das Auto am Ende unseren Wohlstand?

Stand: 13.09.2019, 15:52