Umweltschutz, Verbraucher, Autolobby - wer setzt sich durch im Dieselstreit?

Umweltschutz, Verbraucher, Autolobby - wer setzt sich durch im Dieselstreit?

Manipulierte Software, Tricks bei den Verbrauchswerten, knallharter Lobbyismus gegen scharfe Grenzwerte. Jahrelang haben Teile der deutschen Autoindustrie die Politik vor sich hergetrieben und Verbraucher getäuscht. Ergebnis: Viele ältere Autos stoßen in der Realität mehr giftige Abgase aus als in Hochglanzkatalogen behauptet. Bundeskanzlerin Merkel hat das Dieselthema zur Chefsache erklärt: Plötzlich soll alles ganz schnell gehen – und plötzlich soll viel mehr getan werden, um die Luft in den Innenstädten zu verbessern.

Drohende Fahrverbote haben die Bundesregierung alarmiert. Wenn sich nichts ändert, dürfen Millionen Dieselfahrer ab kommenden Jahr manche Innenstadt nicht mehr ansteuern.

Erst jetzt hat der Diesel-Skandal auch in Deutschland weitreichende Folgen

Der Verkehrsminister setzt auf Prämien, die Dieselbesitzer zum Kauf eines neuen Autos bewegen sollen. Die Umweltministerin fordert Hardware-Nachrüstungen, mit denen ältere Diesel sauberer werden. Auch die Industrie deutet Zugeständnisse an: VW will einigen Kunden nun doch Umrüstungen anbieten.

Eingebrockt hat sich die Auto-Branche das Problem selbst: 2015 wurde der Betrug von VW öffentlich. Seither sind immer mehr Autobauer ins Visier von Staatsanwälten, Behörden und Verbraucherschützern geraten – auch Luxusmarken wie Daimler und BMW. VW-Chef Winterkorn musste gehen, Audi-Chef Stadler sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft.

Kommt jetzt die Verkehrswende?

Umweltschützer hoffen, dass jetzt eine echte Verkehrswende in Gang kommt: weg vom Verbrennungsmotor, hin zu neuen Technologien und Mobilitätskonzepten. Vergangene Woche hat Porsche angekündigt, künftig keine Dieselfahrzeuge mehr zu produzieren.

Wie will die Regierung Dieselfahrern helfen? Sind die Fahrverbote noch zu verhindern? Setzt die Politik der Autoindustrie Grenzen? Und hat der Diesel noch eine Zukunft?

Stand: 28.09.2018, 15:22