Debattenkultur im Zeitalter der kollektiven Erregung: Lasst uns trefflich streiten

Debattenkultur im Zeitalter der kollektiven Erregung: Lasst uns trefflich streiten

Vom Hashtag zum Aufschrei dauert es oft nur noch wenige Stunden. Die Themen aus dem Netz finden in rasender Geschwindigkeit den Weg in den öffentlichen Diskurs, werden von Medien, Politikern und Aktivisten publikumswirksam besprochen. Unionsstreit, ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer und Alltagsrassismus, Hashtags beherrschten seit geraumer Zeit die Debattenthemen, von #Aufschrei bis #Metwo.

Doch die Hashtags sind keine neutralen Überschriften, sie liefern immer gleich eine Haltung mit. Entsprechend geht es in diesen Debatten nicht um Kompromissfindung, sondern um wechselseitige Diffamierung. Argumente der Gegenseite werden nicht gehört, sie werden abgetan als rassistisch, menschenverachtend, links- oder rechtsradikal. Es sind Scheindiskussionen ohne Erkenntnisgewinn dafür voller Empörung.

Müssen wir uns daran gewöhnen? Und war das immer schon so oder haben wir verlernt, uns trefflich zu streiten?

Stand: 03.08.2018, 15:38