Handeln statt Reden: Impfpflicht für alle?

Handeln statt Reden: Impfpflicht für alle? Presseclub 14.11.2021 56:52 Min. UT Verfügbar bis 14.11.2022 Das Erste

Handeln statt Reden: Impfpflicht für alle?

Corona ist mit voller Wucht zurück: Noch nie seit Beginn der Pandemie haben sich so viele Menschen infiziert wie in dieser Woche. Das RKI meldet täglich neue Rekordwerte bei der 7-Tage-Inzidenz. In Altenheimen sterben wieder Menschen und in manchen Regionen wie in Sachsen, Thüringen oder Bayern werden Intensivbetten knapp. Das kann tödlich sein - nicht nur für Covid-Kranke, sondern auch für Unfallopfer oder Notfallpatienten. Wie konnte es so weit kommen? Ist jetzt die Zeit für rigidere Maßnahmen?

Die öffentliche Stimmung scheint sich zu drehen

Diese Woche hat der Ethikrat eine Impfpflicht für die Berufsgruppen gefordert, die besonders schutzbedürftige Menschen versorgen müssen, also Alte und Kranke. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina will noch einen Schritt weitergehen und auch all jene impfen lassen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben wie zum Beispiel das Lehrpersonal. Außerdem müssten die Beschäftigten dazu verpflichtet werden, ihren Impfstatus offen zu legen. Laut Deutschlandtrend ist eine Mehrheit sogar für eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona. Denn noch immer sind in Deutschland rund 16 Millionen Menschen ungeimpft.

Ganz anders die Situation in Spanien, wo rund 90 % der Über-12-Jährigen immunisiert sind. Die Inzidenz liegt unter 50. Warum läuft es dort so viel besser als bei uns? Was können wir von Spanien lernen? Die Ampelkoalitionäre haben gestern einen Gesetzentwurf eingebracht, der vorsieht, die epidemische Notlage Ende November auslaufen zu lassen. Der Instrumentenkasten, den die Länder dann zur Verfügung hätten, wäre kleiner als bisher: Lockdowns wie jetzt in den Niederlanden wären nicht mehr möglich. Von einer Impfpflicht ist keine Rede. Ebenso wenig von einer bundesweiten 2G-Regel, wie Österreich sie angesichts drastisch steigender Infektionen gerade eingeführt hat. Ist das die politisch richtige Antwort in der jetzigen Situation?

Stand: 12.11.2021, 17:33