Die Angst vor dem Islam – Panikmache oder berechtigte Sorgen?

Die Angst vor dem Islam – Panikmache oder berechtigte Sorgen?

Für den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff war die Sache klar: Der Islam gehört zu Deutschland. Millionen Muslime leben friedlich in unserem Land und bereichern Kultur und Gesellschaft. Ganz im Gegenteil, behauptet die AfD. Der „politische Islam“ sei eine Bedrohung für unsere Freiheit, Rechtsordnung und Demokratie.

Kommende Woche will die AfD ihr erstes Grundsatzprogramm verabschieden und sich einem strikten Anti-Islam-Kurs verschreiben. Sie fordert ein Verbot von Minaretten, Muezzin-Rufen und der Vollverschleierung von Frauen.

Bei vielen ihrer Anhänger kommt das gut an. Die Sorge vor dem Islam ist in Deutschland verbreitet – auch bei Bürgern, die nicht AfD wählen würden. Sie fragen sich, ob die kulturelle Integration der vielen muslimischen Flüchtlinge in unsere Gesellschaft gelingen kann. Und sie haben Angst vor radikalen Islamisten. Die Anschläge in Paris und Brüssel, die Übergriffe der Silvesternacht von Köln oder muslimisch geprägte Problem-Stadtteile im Ruhrgebiet haben das Misstrauen verstärkt.

Die großen Parteien in Deutschland, Verbände und Gewerkschaften werfen der AfD pure Stimmungsmache vor.

Man dürfe wegen einzelner Problem-Gruppen keine Religion verteufeln. Die AfD sei „eine Schande für Deutschland“, sagt EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Gleichzeitig fürchten viele Politiker, die AfD könne nach den erfolgreichen Landtagswahlen mit ihren radikalen Positionen 2017 den Bundestag erobern. Dann hätte auch Deutschland eine populistische rechte Partei im Parlament – so wie der Front National in Frankreich oder die PiS-Partei in Polen.

Wie berechtigt ist die Angst vor dem Islam? Wie gefährlich ist der Anti-Islam-Kurs der AfD? Und was muss passieren, damit die Integration der muslimischen Flüchtlinge gelingen kann?

Stand: 22.04.2016, 17:00