Manipulationsvorwürfe gegen Opel - Dobrindt muss endlich durchgreifen

Georg Restle am 13.05.2016

Manipulationsvorwürfe gegen Opel - Dobrindt muss endlich durchgreifen

Von Georg Restle

Der Skandal um Opel ist nicht irgendeine Wendung in der Abgas-Affäre, er markiert den entscheidenden Wendepunkt, meint Georg Restle im tagesthemen-Kommentar. Denn jetzt steht fest: Die Absolution, die Verkehrsminister Dobrindt der Autoindustrie erteilt hat, ist nichts wert.

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Was würde wohl passieren, wenn Sie von der Polizei angehalten werden, weil Sie zu schnell unterwegs waren - und Sie würden dann sagen: "Ist doch alles ganz legal, schließlich halte ich mich in zehn Prozent meiner Fahrtzeiten an die richtige Geschwindigkeit?" Unwahrscheinlich, dass Sie damit durchkommen. Opel kommt damit durch.

Dass ein Autohersteller allen Ernstes behaupten kann, es reiche doch, dass die Abgasreinigung in zehn Prozent aller Jahresstunden funktioniert, ist schon absurd genug. Dass er dann sogar noch weiter trickst und dabei von Journalisten, nicht aber vom Kraftfahrtbundesamt ertappt wird, zeigt: Der Skandal um Opel ist nicht irgendeine Wendung im so genannten Abgasskandal, er markiert einen entscheidenden Wendepunkt.

Denn jetzt steht fest: Die Absolution, die der Verkehrsminister den Autoherstellern vor Kurzem erteilt hat, ist nichts wert. Sie basiert, jedenfalls im Fall Opel, auf offenkundig falschen Angaben. Und sie basiert auf der Unfähigkeit oder dem Unwillen des Verkehrsministers, diesen Skandal wirklich aufzuklären.

Bevölkerung schützen - nicht die Autoindustrie

Ein Verkehrsminister aber, der nicht richtig prüfen lässt, der nicht aufklären, sondern aussitzen will. Und der damit das Leben Tausender Menschen in Deutschland gefährdet, ist der falsche Mann auf diesem Posten. Alexander Dobrindt hat seinen Amtseid nicht auf das Wohl der Automobilindustrie oder den Schutz von Motoren geleistet sondern darauf, Schaden von der deutschen Bevölkerung abzuwenden.

7000 Menschen sterben nach Schätzungen Jahr für Jahr allein in Deutschland an Autoabgasen. Deshalb muss der Verkehrsminister den tödlichen Tricks der Automobilindustrie endlich ein Ende machen - und spätestens jetzt entschieden durchgreifen.

Stand: 13.05.2016, 20:30

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1 Kommentar

Neuester Kommentar von "klaus klein", 16.05.2016, 09:17 Uhr:

Anstatt "Und sie basiert auf der Unfähigkeit oder dem Unwillen des Verkehrsministers, diesen Skandal wirklich aufzuklären." sollte es heißen: "Und sie basiert auf der Fähigkeit und dem Willen des Verkehrsministers, diesen Skandal wegzulächeln."