World, get ready! – Stephan Stuchlik zum Syrien-Konflikt

Stephan Stuchlik am 11.04.2018

World, get ready! – Stephan Stuchlik zum Syrien-Konflikt

Von Stephan Stuchlik

„Get ready, Russia“, twitterte Donald Trump heute, „Russland mach dich bereit!“, das klingt nach showdown, das klingt gefährlich.

Worüber sprechen wir? Über einen möglichen Militärschlag der USA gegen Russland mitten hinein in das syrische Pulverfass. Der Grund dafür klingt schwerwiegend: Assad-Truppen sollen dort Giftgas verwendet haben.

Der Punkt: Es ist wahrscheinlich, dass es so einen Angriff gegeben hat, bewiesen ist er nicht. Genau für solche Zweifelsfälle gibt es eigentlich Mechanismen: Die Vorfälle sollten von Experten der Vereinten Nationen und der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen geprüft werden.

Russland fordert jetzt dringend eine solche Untersuchung. Nur: Russland hat die Jahre zuvor mehrfach im Sicherheitsrat verhindert, dass UN und Chemieexperten weiter zusammen in Syrien untersuchen, damals passte das nicht ins Kalkül. Und der Westen?

Nun, der Westen erklärt jetzt, der Schuldige sei schon klar, das sagt übrigens auch unsere Bundeskanzlerin. Eine Untersuchung also nebensächlich. Motto: Jetzt kann bombardiert werden.

Regeln und Mechanismen verlieren grade ihre Gültigkeit. Fast scheint es, als hätten nun alle Seiten vergessen, wofür diese internationalen Spielregeln nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts geschaffen wurden: Um zu verhindern, dass Konflikte so befeuert werden, dass sie niemand mehr stoppen kann.

Wer mich jetzt für naiv hält, weil ich inmitten des Schlachtens in Syrien finde, dass erst einmal untersucht werden sollte, und weil ich die Regeln der vereinten Nationen für eine letzte globale Überlebensversicherung halte, der sei daran erinnert, wer sonst noch im Syrienkrieg mitmischt: Unter anderem der syrische Präsident Assad, der iranische Führer Chamenei und der türkische Präsident Erdogan. Da einfach hineinbombardieren?

World, get ready!

Stand: 11.04.2018, 22:30

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67 Kommentare

Neuester Kommentar von "Andrea", 25.04.2018, 19:06 Uhr:

US-Politiker begründen Waffenlieferungen an die ukrainische Regierung und der islamistischen Armee Gottes (sogenannte Rebellen) oft damit dass auch diese ein Recht auf Selbstverteidigung haben müssten. Doch wo blieb das Recht auf Selbstverteidigung der durch westliche Interessen geputschten Regierung in der Ukraine? Wer sind in der Ukraine nun die wahren Ukrainer? Die Ostukrainer, welche Anhänger der gestürzten Regierung waren und nicht mit der Revolution, dem Regierungssturz einverstanden sind, welche heute bekriegt werden? Oder die heutig vom Westen irgendwie in die Regierung gebrachten Politiker in Kiew? In Syrien funktioniert es vergleichsweise ähnlich wie in der Ukraine. Heute werden von den Westmächten die Rebellen militärisch / finanziell unterstützt um die Regierung zu stürzen. Nach einem Putsch würde wahrscheinlich die von Westmächten (mit) installierte Regierung unterstützt und diejenigen bekämpft welche gegen den Regierungssturz waren.

Kommentar von "Andreas" , 25.04.2018, 18:49 Uhr:

Wie ist Frieden zu schaffen in Syrien und der Welt? Zuerst sollten revolutionäre und kriegsführende Gruppen nicht mehr finanziell und militärisch unterstützt werden. Würden diesen Gruppen die Waffen ausgehen könnten sie nicht mehr kämpfen. Folgend müssten die Regierungen der Länder in denen Revolutionen und Kriege stattfinden durch finanzielle Steuerungen entweder unterstützt oder benachteiligt werden. Somit würden hässliche Regierungspolitiker gesteuert werden können. Sind diese unbelehrbar, so hat die UNO durch eine UNO-Einsatztruppe, eine Art Fremdenlegion (welche dringend gegründet gehört) bei welcher wegen neutraler Beflaggung ohne Hoheitsabzeichen nicht erkennbar ist aus welchen Nationen die Soldaten und die Waffen kommen, für Ruhe und Ordnung im Land zu sorgen. Die bisherig genutzten einseitigen Sanktionen gegen gemeinte Feindesländer sorgen nicht für Frieden sondern verschlimmern die Auseinandersetzungen. Bisherige Interessenssphären von Großmächte führen zu Krieg.

Kommentar von "Andreas " , 25.04.2018, 12:58 Uhr:

Unsere westlichen Politiker sowie Journalisten reden immer wieder von einem in der Vergangenheit gewesenen „Kalten Krieg“ zwischen den NATO-Staaten und der Sowjetunion. Das mit der Vergangenheit ist „Märchenerzählung“. Schon seit Jahren befinden sich die US-geführten Staaten in einem realen „Kalten Krieg“ gegen Russland. Einem „Kalten Krieg“ mit Sanktionen, militärischen Mobilmachungen, Hetze, Diskreditierungen, Verheimlichungen und Lügen. Das ist überall zu erkennen, ob in Syrien, der Ukraine und bei den früheren Ostblockstaaten, welche westliche Politiker sowie deren Gehilfen aus dem Journalismus absolut und mit allen Intrigen versuchen in die sogenannte „Westliche Wertegemeinschaft“ zu ziehen. Selbst vor Regierungsstürze, Unruhestiftungen, Revolutionen und realen Kriegen machen Politiker der NATO-Staaten nicht halt. Die derzeitige besitzergreifende, aggressive und propagandistische Politik gegen Russland führt unweigerlich in einen neuen erdzerstörenden „Heißen Krieg“ (gewollt?).

Kommentar von "Miriam S" , 25.04.2018, 11:45 Uhr:

Soll wieder jeder Mächtige das «Recht zum Kriege» haben? fragt K. Müller in Zeit-fragen.ch Erneut gab es zahlreiche Versuche, den Bruch des Völkerrechts zu verharmlosen und zu rechtfertigen. Das ist die Linie der Nato-Staaten seit dem März 1999, praktisch mit dem Angriff auf die Bundesrepublik Jugoslawien und wenig später auch im neuen strategischen Konzept. Das muss heute genauso alarmieren wie damals. Ein weiterer Gewöhnungseffekt wäre fatal. Wenn das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen in der Frage von Krieg und Frieden, das nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Uno-Charta grundgelegt wurde, völlig zerbricht, fällt die Welt in den Zustand der reinen Machtpolitik zurück. Dann wird sich jeder Mächtige wieder das «Recht zum Kriege» anmaßen. Weit sind wir nicht mehr davon entfernt. und dieses Recht "Maaßt" sich die deutsche Politriege - in vorderster Linie V. d. Leyen - deutlich an

Kommentar von "Politiker investieren lieber in Kriege als in Frieden." , 24.04.2018, 13:49 Uhr:

Die NATO-Staaten ziehen ihr Militär nicht aus Syrien ab, obwohl diejenigen welche angeblich vertrieben werden sollten lt. Medien nur noch vereinzelt syrisches Land besetzen. Unsere russlandfeindliche Kriegsministerin kündigte an dass sie, einem Bürger Schwindel erregend, hohe zusätzlich Gelder für eine weitere Aufrüstung der Bundeswehr haben will. Auch will sie scheinbar die Zahl der Länder wo unsere BW schon kriegsbeteiligt ist (ca. 15 derzeitig) erhöhen. In einigen Zeitungen steht geschrieben dass die USA sich bei den Kosten für den Wiederaufbau von Syrien zurückhalten will. So ein Verhalten ist arg denkwürdig. Milliarden von Dollars wurde für einen noch nicht erfolgten,unrechtmäßigen Regierungssturz, für die militärischen Aktivitäten gegen Syrien, auch gegen die syrische Bevölkerung investiert, aber für den Wiederaufbau des Landes, für den Frieden will man scheinbar nicht investieren. Vergleichbar so verhielten sich US-Politiker als es 2014 für eine Aufnahme von Flüchtlingen ging.

Kommentar von "„Nie wieder Krieg“" , 23.04.2018, 22:26 Uhr:

Unser Land sollte insbesondere aufgrund seiner Vergangenheit sich nicht an Kriegshandlungen (heute „Mehr Verantwortung übernehmen“ genannt) beteiligen. Auch sollten unsere Politiker sowie Journalisten nicht dieses miltärische Zuschlagen der USA, Frankreich und England in Syrien befürworten, zumal bis heute nicht festgestellt ist wer für dieses mutmaßliche C-Verbrechen verantwortlich ist. Das Zuschlagen der Verbündeten ist gleich verwerflich wie als wenn Eltern ihr Kind für eine Tat bestrafen ohne festgestellt zu haben ob das Kind überhaupt für die mutmaßliche Tat verantwortlich ist. So nach dem Gedanke: Wenn du es nicht warst so nehme die Bestrafung halt für etwas anderes. Ein solches Verhalten ist purer Machtmissbrauch. Unser Land sollte sich vernünftig zurückhalten anstatt wie derzeitig in rund fünfzehn Länder irgendwie an Kriegen teilnehmen. Seit die ideologischen links-grün-68er die politische Macht im Land übernommen haben steigern sich die Kriegsbeteiligungen Deutschlands.

Kommentar von "Klein" , 23.04.2018, 18:12 Uhr:

Parlamentarier werden teils ihres Amtes enthoben, bekommen extreme Schwierigkeiten wenn sie versuchen irgendwie, sei es auch nur durch Besuche, mit Russland wieder eine freundschaftliche Verbindung zu bekommen. Einen vergleichbaren Druck spüren Politiker aus den NATO-Staaten wenn sie nach Syrien reisen und sich bemühen endlich einen Frieden in Syrien zu erreichen. Viele Politiker der EU sowie den USA entfernen sich zunehmend stärker von den demokratisch-republikanischen Grundwerten hin zu den Werten einer Diktatur. Fühlen sich Politiker eines Staates nicht der russlandfeindlichen Doktrin (dem scheinbar angeordneten „Kalten Krieg“) untergeordnet werden sie angefeindet. In klarer Aussprache: Wer Frieden mit Russland will der bekommt seinen persönlichen Krieg. Führungspolitiker der NATO-Staaten bestimmen darüber wer Freund ubd wer Feind zu sein hat. Die Führungen der NATO-Staaten sind offensichtlich gewollt auf Krieg gegen Russland ausgerichtet.

Kommentar von "May" , 23.04.2018, 15:09 Uhr:

Ralph Henske, so beschreiben es seit Jahren unsere Medien, Politiker und Journalisten. Doch ist es wahr was die uns beschreiben, ist es nicht genau anders herum? Vorhandene A- und C-Waffen wurden uns von unseren westlichen Politikern zu oft vorgegaukelt. Aufgrund der Lüge einer Anwesenheit dieser Waffen sind durch den US-geführten Krieg im Irak Millionen von Menschen gestorben. Die Nachwehen des Krieges haben nun den gesamten „Nahen Osten“ in einen Krieg gestoßen. Wie oft schon wurde uns Bevölkerungen durch die Medien und Politiker berichtet dass Russland mit seiner Armee in die Ukraine militärisch eingefallen ist? Was ist mit dem Absturz des Flugzeuges MH17, worauf viele Medien und Politiker schon in den nächsten Tagen einen Schuldigen ausgesucht haben. Was ist mit den asymmetrischen Kriegen (den vielen „Farbigen Revolutionen“) der „Westlichen Wertegemeinschaft“. Was ist mit den Skripal-Fall, nach dem schon in den nächsten ein Schuldiger feststand?Was ist überhaupt mit den US-Kriegen?

Kommentar von "Alfred" , 23.04.2018, 12:38 Uhr:

"Es ist wahrscheinlich, dass es so einen Angriff gegeben hat..." sagt Stephan Stuchlik. Warum frag er nicht nach dem Grund eines solchen Angriffs? Die Stadt stand kurz vor der Befreiung, die Niederlage der Halsabschneider war abzusehen . Warum dann Giftgas? Aber das war ja auch in der Vergangenheit schon so, jedesmal wenn die syrische Armee im Vormarsch war, gab es pötzlich Giftgasangriffe. Was hat man eigentlich vor ein paar Jahren vernichtet? Stinkbomben?

Kommentar von "Wo bleibt ein Kommentar zu Ulrich Adrian?" , 22.04.2018, 18:12 Uhr:

Kann man beim WDR jetzt jeden Hans Wurst-Kommentar kommentieren? Wann tritt ein Jörg Schönenborn eigentlich mal zurück? Er wusste doch schon seit sehr langer Zeit über die sexuellen Belästigungen eines Uli Adrian Bescheid!! Seminare, im Auftrag des WDR, auf denen er Frauen nicht nur anbaggerte. Dazu all die Dinge, über die die SZ berichtet. Aber vom hohen Roß berichten lassen und nach Rücktritten schreien, wenn es weitaus glimpflichere Verfehlungen in der Politik gibt. Heuchelei sondergleichen. Und der WDR wundert sich über die wachsende Zahl von ÖR-Kritikern. Jetzt kommt eine Feigenblatt-Reaktion á la „wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter“. Wollt ihr uns verarschenr?

Kommentar von "J." , 22.04.2018, 18:08 Uhr:

Total traurig dass ein überwiegender Teil unserer Politiker / Journalisten die von US/England/Frankreich vollzogenen völkerrechtswidrigen Militärschläge in Syrien unterstützt. Diese scheinen doch offensichtlich nur durchgeführt worden zu sein um die strengislamistischen sogenannten Rebellen im Krieg gegen die syrische Armee zu unterstützten. Unsere Länder haben in Syrien kein Krieg zu führen. Die rund zwanzig US-Stützpunkte in Syrien sind unrechtmäIg dort. Die an diesem Krieg beteiligten Bundeswehr-Flugzeuge gehören wieder nach Deutschland geordert. Unser Land hat keinerlei Recht sich am US-geführten Krieg gegen Syrien zu beteiligen. Auch zur Bekämpfung des IS ist unser Land von der syrischen Regierung nicht gerufen worden. Nun wenden die von den USA unterstützten islamistischen „Rebellen“ für uns Beobachter sichtbar das militärische System „Verbrannte Erde“ an weil sie denkbar zunehmend stärker von der syrischen Armee Druck erhalten. Unsere Regierung darf so etwas nicht unterstützen.