Putins vierte Amtszeit: Wenig Anlass zum Vertrauen

Georg Restle am 07.05.2018

Putins vierte Amtszeit: Wenig Anlass zum Vertrauen

Von Georg Restle

Glückwunsch Vladimir Vladimirowitsch Putin, da haben Sie es ja wieder mal geschafft. Die fünfte – pardon – die vierte Amtszeit im Kreml. 20 Jahre an der Macht, da kommt nicht mal Angela Merkel ran. Dass Sie ein harter Hund sind, wissen wir ja mittlerweile, Sie erlegen Bären mit nacktem Oberkörper – und die Opposition im eigenen Land gleich mit. Keine Säbelrassler der NATO, keine Wirtschaftssanktionen zwingen Sie in die Knie. Sogar die FIFA haben Sie um den Finger gewickelt. Eine Fußball-WM quasi zur Amtseinführung, das hat sonst noch keiner geschafft.

Auch aus Deutschland bekommen Sie jede Menge Applaus – und nein, nicht nur von Gerhard Schröder. 55 % der Deutschen fordern einen Abbau der Sanktionen gegen Russland. Fast 90 % wollen, dass russische Interessen in der Außenpolitik stärker berücksichtigt werden. Fehlt nicht mehr viel, und Sie hätten sogar hier richtig gute Chancen auf Wahlerfolge.

Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim? Schnee von gestern! Die Unterdrückung der Opposition im eigenen Land? Egal. Keine freien Medien, keine Pressefreiheit? Alles unwichtig. Die Mehrheit der Deutschen scheint Ihnen zu vertrauen, träumt von einem neuen Frühling in den deutsch-russischen Beziehungen. Die halbe SPD sehnt sich zurück nach der Entspannungspolitik der 70er-Jahre.

Nur mich, mit Verlaub, mich haben Sie nicht überzeugt. Ich erinnere mich an die Olympischen Winterspiele in Sotchi. Auch damals jubelte Ihnen die ganze Welt zu, freute sich auf entspannte Spiele und hoffte auf Entspannung in der Politik. Kaum war die Flamme erloschen, annektierten Sie die Krim und entfesselten einen mörderischen Krieg in der Ostukraine. Und wehe dem, der in Russland dagegen demonstrierte. Nein, ich traue Ihnen nicht, Herr Putin. Und ich befürchte, da kommt noch einiges auf uns zu in Ihrer vierten Amtszeit. Irgendwann, nachdem das letzte Tor bei der Fußball-WM geschossen sein wird.

Kritisch gegenüber Trump und Putin - geht das? (09.05.2018)

Mein Tagesthemen-Kommentar zur Amtseinführung von Vladimir Putin hat teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Von "Gehirnwäsche" war da die Rede und "tiefem Unverständnis" darüber, dass ein Journalist, der für seine scharfe Kritik gegenüber der Politik des Westens im Nahen Osten bekannt ist, jetzt auch noch den russischen Präsidenten kritisiert. Erstaunlich: Einem Journalisten, der sich bei seiner Berichterstattung am Maßstab des Völkerrechts orientiert und sich erlaubt, beide Seiten zu kritisieren - sei es Moskau wegen seines mörderischen Kriegs in der Ostukraine oder Washington wegen seiner völkerrechtswidrigen Kriege im Nahen und Mittleren Osten - wird Einseitigkeit vorgeworfen. Dabei sprechen die Reaktionen doch viel mehr für die Einseitigkeit der Kritiker und Kritikerinnen. Ganz klar: Mein Verständnis von Journalismus bedeutet vor allem, Distanz zu halten und sich vor keinen Karren spannen zu lassen. Deshalb bin ich weder Mitglied in einer Partei noch in einer transatlantischen Vereinigung. Dass Aktivisten das gerne anders hätten und sich wünschen, ich würde doch bitte ihre Position vertreten, kann ich zwar nachvollziehen. Als Journalist stehe ich dafür allerdings nicht zur Verfügung.

Stand: 09.05.2018, 22:30

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70 Kommentare

  • EU-Politiker haben Sorge dass Trump den „Kalten Krieg“ beenden könnte 15.07.2018, 22:30 Uhr

    Die EU, Deutschland speziell, Russland und China stuft der US-Präsident als Feinde ein. Was ist los mit den Völkern der „Westlichen Wertegemeinschaften“? Warum wählen die Völker der NATO-Demokratien in den letzten Jahrzehnten immer wieder „Führer“ welche einen Abbau von Demokratien befürworten? Wo sind bei den Kandidaten Menschen mit einem staatsmännischem Verhalten. Es wird immer wieder nur daran gearbeitet Aggressionen z. schüren, Armeen aufzurüsten, Sanktionen anzuordnen, Kriege z. führen, Unruhen z. schüren, andere Staaten als Schurkenstaaten zu beschimpfen usw.. Was leben wir heute in einer denkwürdigen Welt in der Staatspräsidenten ihre persönlichen Gedanken, Beleidigungen offen in die Welt twittern? Warum haben Politiker der sogenannten „Westlichen Wertegemeinschaft“ so ein Interesse daran uns in einen 3. Wektkrieg zu zwingen? Warum setzen Sie ihre Kraft nicht ein friedlich mit anderen Ländern zu leben? Nun sorgen sich EU-Politiker dass Trump sich mit Putin befreunden könnte.

  • Derzeitige Journalisten und Politiker hetzen uns in einen Krieg 02.07.2018, 19:21 Uhr

    Die Propaganda und Hetze gegen Russland unserer Politiker und Journalisten aus den NATO-Länder ist vergleichbar mit der Hetze der damaligen Nationalsozialisten gegen eine bestimmte Glaubensgemeinschaft. Insbesonders ARD hebt sich in der populistischen Hetze hervor. Betreff Russland suchen Scharen von Journalisten nach negatives um bei uns Bürgern im Land das Feindbild gegen Russland zu verstärken. Wird nichts neues mehr gefunden gräbt man altes, wie zum Beispiel eine angeblich schlechte Behandlung von Homosexuellen in Russland hervor oder es wird einfach etwas erfunden um die Menschen hier zu beeinflussen; nach dem Gedanken dass schon irgend etwas hängen bleiben wird. Was mag das Ziel dieser Hetze sein? Ist es eine Art Endlauf der Menschen? Jeder Mensch mit Vernunft wird erkennen dass diese sich steigernde Hetze gegen unser Nachbarland nur in eine Zerstörung alles irdischen Lebens enden kann. Es gibt zwischen den Atommächten ein Waffenarsenal welches die Erde mehrfach zerstören kann.

  • Miriam S 01.07.2018, 15:08 Uhr

    aber Vertrauen auf Merkels vierte Amtszeit? ? wo alles schon ein paar mal auf Merkel- Dämmerung hinauslief? Der Philosoph Sloterdyk 2015 zu beginn der Flüchtlingskrise u. anschließender " Auferstehung" " in psychologischer Sicht verkörpert sie eine Container Persönlichkeit. In Hohlraumfiguren dieses Typs deponieren Zahllose Menschen etwas von ihren Hoffnungen, ihren Ärgernissen, ihren Träumen, .......... , sorgen u. Müdigkeiten Im Container Politiker ist Platz für jede Projektion. Der Preis einer solchen Delegation ist Entpolitisierung. Wo Politik war wird betreutes Dasein, Hindämmern." und wie die Betreuung "technisch" aussieht stellt man eben auch fest in Punkto Meinungsfreiheit u Manipulation in Richtung Russland- oder Putin- Phobie.

  • Die NATO / USA rücken ihre Armeen zusehend näher an russische Städte 27.06.2018, 11:13 Uhr

    Immer wieder wird in den Medien vor der Entstehung eines neuen „Kalten Krieges“ gewarnt. Was soll diese Volksverdummung? Die USA mitsamt ihrer „Fremdenlegion“, die NATO, führt schon seit Jahren gegen Russland einen „Kalten Krieg“. Die Armeen der NATO und USA mobilisieren ihre Armeen zusehend stärker an den Grenzen zur russischen Förderation. Es wird alles auf Angriff ausgerichtet. Auch werden in den früheren Ostblockstaaten die alten Flugplätze wiederbelebt um im Kriegsfall näher an die russischen Hauptstädte die Militärmaschinerie stehen zu haben um die russischen Städte mitsamt der Bewohner zu zerstören. Alles unter der Täuschung dass ja Russland uns angreifen könnte und vermutlich angreifen wolle. Hier regen sich Journalisten auf wenn man die Medien als „Lügenpresse“ bezeichnet, doch was machen viele Journalisten, sie hetzen und propagabdieren, sie wollen offensichtlich (im Auftrag von Führungspolitiker) unser Volk auf einen neuen Krieg gegen Russland vorbereiten.

  • M.B. 26.06.2018, 10:45 Uhr

    Anstatt permanent nur auf Putin zu schauen sollten die im Land überwiegend der grün-links-68er Ideologie nachlaufenden Journalisten mal stärker auf unsere Bundeskanzlerin schauen. Die Politik unserer Kanzlerin lässt meiner Meinung nach schon eine gewisse Sturheit erkennen. Nun sperrt sich (lt. Medien) die Kanzlerin dagegen für Asylanten welche in anderen EU-Staaten Asyl beantragt haben an der deutschen Grenze ein Stop anzuordnen (wieder ein Vollzug der grün-links-68er Politik). Sie fordert eine übereinstimmende EU-Entscheidung um die (doch irgendwie illegalen) Grenzüberschreitungen zu ermöglichen oder abzuweisen. Ich denke, anstatt ihrer vor Jahren angeordnete Anweisung alle Menschen ohne irgendwelche Personenkontrolle ins Land zu lassen hätte sie damals schon eine EU-Entscheidung darüber fordern sollen; und so lange sie von der EU keine Übereinkunft bekam hätte sie alle rechtsbrecherischen Grenzübertreter in alte Bundeswehrkasernen incl. Personenkontrolle fahren lassen können.

  • Die kriegstreibenden Hetzer gegen Russland werden nicht müde 24.06.2018, 12:50 Uhr

    Grün-Links-68er ideologieabhängige Fanaten versuchen wieder einmal Russland ein Dooping der Fußballer anzuhängen. Nach dem Motto dass schon etwas in der Öffentlichkeit hängen bleiben und der Ruf unseres Nachbarlandes Schaden nehmen wird. Das ist eine manipulativen Feindbildschaffung unserer Eliten, welche sich offensichtlich einen Krieg gegen Russland wünschen. Ich überlege mal, wahrscheinlich kommen folgend wieder Berichte in den Medien über einer angebliche Homosexuellenfeindlichkeit der Russen. Immer wieder das gleiche Schema um unser Nachbarland im Misskredit zu bringen. Fortwährend von einer angeblichen Aggressivität Russland gegen den Westen berichten und selbst aggressiv sein, das sind die Verfechter unserer sogenannten „Westlichen Wertegemeinschaft“, überwiegend von fanatisch der grün-links-68er Ideologie anhängenden Kriegstreibern gehetzt.

  • Die meisten Bürger des Landes des wollen in Frieden leben, nicht in einem Krieg 24.06.2018, 10:11 Uhr

    Hallo öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten (Ressort Politik), wir brauchen Sie nicht als kriegstreibeibendes Propagandaministerium, wir brauchen Sie als unparteiische qualitativ hochwertige nachrichtliche Berichterstattung über das Weltgeschehen. Seit sich die parteiübergreifenden grün-links-68er Ideologie in staatlichen Führungsgremien festgesetzt hat gibt es in fast jeder politischen Berichterstattung fast nur noch eine Volksmeinung manipulierende Hetze gegen Russland, Iran, Syrien u. einige andere Länder (sowie deren Regierungspersonen) der Erde. Es ist offen ersichtlich dass der Wunsch von Ihnen, Ihnen nicht gefallene Regierungen anderer Länder auszutauschen (Change, Revolution oder Krieg) zunehmend stärker wird. Begreifen Sie doch endlich dass die meisten Bürger Deutschlands unser Land, unser Leben nicht durch Krieg zerstört haben wollen. Wir wollen nicht noch einmal Deutschland in einem Zustand wie nach dem 2. Weltkrieg sehen. Hören Sie auf mit Ihrer ideologiepropaganda.

  • Miriam S 23.06.2018, 12:19 Uhr

    Es dürfte eine Geschmacksfrage sein, die sie versuchen zum Kriterium des Charakters Putins zu machen, Georg; meine Stimme hat er jedenfalls aus wesentlicheren Gründen: 1. hat er uns bisher vor einem 3. Weltkrieg bewahrt, der vom MIK angestrebt ist und seit langem geplant war (Krieg=>Waffenproduktion=>dauernder Profit) 2. weil er eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands nicht duldet. 3. sein Verhalten in Bezug auf Krim, Syrien u. Kiew ist korrekt: a) die Krim ist nicht ANNEKTIERT sondern hat sich an Russland angeschlossen durch freie Wahl(Separatismus =Kein Völkerrechtsverbrechen) b) der demokratisch gewählte Herrscher Syriens hat ihn um Hilfe gebeten; er ist dort nicht ohne Legitimation eingedrungen, wie diffamierend behauptet wird. c) Kiew wird massiv von den westlichen Staaten unterstützt u gegen die eigenen Landsleute in der Ostukraine aufgehetzt, außerdem wird Korruption von Seiten der USA dort massiv unterstützt. mfG Miriam

  • Frieden 18.06.2018, 19:11 Uhr

    Vermutlich wird es erst nach einem 3. Weltkrieg feststellbar sein ob die Politiker unserer heutigen „Westlichen Wertegemeinschaft“ unmenschlicher waren als die Politiker vor und während des 2. Weltkrieges. Die derzeitige aggressive, auf einen Krieg gegen Russland zielende Politik lässt Schlimmes vermuten. Eines ist sicher, in einen kommenden Krieg werden ein Mehrfaches an Menschen sterben als in beiden Weltkriegen zusammen. Das Schlimme ist, dass scheinbar alle vernünftigen, vor einen Krieg gegen Russland warnenden Menschen, im Land durch eine Übermacht von USA-treuen links-grün-68er Russlandhassern mundtot gemacht wurden. Es gibt derzeitig eine Mehrheit von Politikern und Journalisten in der westlichen Wertegemeinschaft welche offensichtlich einen Krieg gegen Russland wollen, und glauben ihn gewinnen zu können. Es ist nicht mehr zu erkennen dass unsere Politiker sowie Journalisten sich für die Zukunft ein friedliches Leben wünschen, fast alle fördern nur noch Kriegsvorbereitungen.

  • Jens 18.06.2018, 18:55 Uhr

    Können wir deutschen Bürger überhaupt noch Vertrauen zu unserer Bundesregierung haben? Immer wieder stellt sich im Nachherein fest dass wir hintergangen werden, dass vieles verheimlicht und dass wir von Politiker teils in arroganter überheblicher Art belogen werden. So auch nun wieder azf einem Video über eine Pressekonferenz zu sehen. Ein Journalist fragte in einem vernünftigem, anständigem Ton nach von Politikern genachte Äußerungen Betreff Fall Skripal. Nicht nur wurden Fragen des Journalisten nicht korrekt beantwortet sondern dieser Mann wurde von der Leitung der Pressekonferenz arrogant, von oben herab als unwertig behandelt. Die Fragen des Journalisten waren vollkommen berechtigt und die Antworten sollten doch jeden Bürger im Land interessieren dürfen. Zumal von unserer Bundesregierung kriegsfördernde Sanktionen gegen Russland ausgesprochen wurden ohne einen Beweis zu haben dass Russland an diesem Fall irgendwie beteiligt war.

  • Einseitigkeit ist im Journalismus heute die Mode 18.06.2018, 13:44 Uhr

    Herr Restle, des öfteren geben Sie hier Ihren Ärger kund wenn jemand Ihrer Leser schreibt dass Sie teils einseitig berichten. Schauen Sie sich doch selbst mal Ihre Beiträge an u. stellen Beiträge gegen Russland gegenüber den Beiträgen in welchen Sie zum Beispiel gegen Politiker der Ukraine hetzen. Wahrscheinlich werden Sie keinen einzigen Beitrag finden der Politiker der Ukraine kritisch betrachtet. Glauben Sie wirklich dass sich seit der Zeit dass es unsere Regierung, die Obama-Regierung, die KAS und die Grünen es geschafft haben die Ukraine von Russland zu trennen u. in die „Westliche Wertegemeinschaft“ zu ziehen es in der Ukraine friedvoller zugeht? Da von Ihnen keine der Ukraine gegenüber kritischen Beiträge zu finden sind scheint sich seit dem Putsch in der Ukraine etwas gewaltig verändert zu haben. Noch vor u. während der Maidan-Putsch-Demonstrationen haben fast alle hiesigen links-grün-68er überzeugten Journalisten u. Politiker hässlich gegen d. vorherige Regierung gehetzt.