Flüchtlingsgipfel in Paris: Das Elend wird in die Wüste verlagert

Georg Restle am 28.08.2017

Flüchtlingsgipfel in Paris: Das Elend wird in die Wüste verlagert

Von Georg Restle

Ich gebe zu: Ich schäme mich! Ich schäme mich für diese Flüchtlingspolitik, die da in Paris verhandelt wurde. Eine Politik, die von der deutschen Bundeskanzlerin wesentlich mitbestimmt wird - und die eine einzige Schande ist - für dieses Land und für diesen Kontinent.

Es ist eine Schande, dass auch die Bundesregierung es offensichtlich billigt, dass libysche Milizen Flüchtlinge in Lager verfrachten, wo sie weiterhin misshandelt, gefoltert und vergewaltigt werden. Der Vorschlag, diese Lager unter die Obhut der UN zu stellen ist ein schlechter Witz, in einem Land das vom Bürgerkrieg zerrissen ist und nicht mal eine richtige Regierung hat.

Es ist eine Schande, dass Deutschland und Frankreich jetzt Waffen liefern wollen, ausgerechnet an afrikanische Diktaturen wie den Tschad, dessen Armee schwerste Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Und ja, es ist eine Schande, dass Europa seine Außengrenze jetzt mitten durch Afrika ziehen will. Ein Bollwerk gegen Flüchtlinge, bewacht von Regimen, die mit europäischen Grundwerten wenig bis gar nichts zu tun haben.

Nein, mit dieser Politik wird das Flüchtlingselend nicht bekämpft. Es wird nur verlagert. Dorthin, wo keine Kameras mehr hinschauen: in die Wüste Afrikas, wo mittlerweile mehr Menschen sterben als im Mittelmeer.

Dabei gäbe es Alternativen: Zuallererst eine Afrikapolitik, die diesen Namen auch verdient. Die vor allem den Menschen hilft und nicht den Renditeerwartungen privater Investoren. Und die afrikanischen Unternehmen Zugang zum europäischen Markt gewährt, statt sie durch Freihandelsabkommen auszugrenzen.

So könnten Fluchtursachen wirklich bekämpft werden. Aber daran scheint diese Bundesregierung, diese Kanzlerin nicht wirklich interessiert zu sein. Ihr geht es darum, die Flüchtlingszahlen nach unten zu treiben. Koste es, was es wolle. Und sei es der Verzicht auf unsere grundlegenden Werte: das Völkerrecht, die Menschenrechte, die Humanität.

Stand: 28.08.2017, 22:30

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45 Kommentare

Neuester Kommentar von "S.", 06.12.2017, 19:18 Uhr:

Syrien soll laut Medien fast wieder in syrischer Hand sein. Der IS soll angeblich in Syrien aufgelöst sein. Nun könnten ja eigentlich männliche Kriegsflüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren und das zerstörte Land aufbauen. Hier im Land nun noch über einen großzügigen Familienzuzug nachzudenken dass empfinde ich als nicht angebracht. Besser wäre es den noch in Syrien lebenden Familien der nach Deutschland geflohenen Männer einen Lebensunterhalt in Syrien zu sichern und behilflich zu sein die zerstörten Städte wieder aufzubauen. Straßenbau-, Hoch- und Tiefbauhandwerker, Elektriker sowie Installateure, Metallbauer und viele andere Berufe werden nun in Syrien dringend gebraucht.

Kommentar von "Uwe Kerkow", 25.10.2017, 00:33 Uhr:

Wieder ein guter Kommentar, in dem alles drin steckt, was in 108 Sekunden gesagt werden kann. Chapeau und bitte, bitte weiter so...

Kommentar von "Frank R.", 23.10.2017, 06:23 Uhr:

Ich möchte mich hier bei Herrn Restle für seinen Kommentar über die Flüchtlingspolitik bedanken. Solange die EU / Deutschland die afrikanischen Länder ausbeutet werden Flüchtlinge kommen. Ich war selbst an der Elfenbeinküste und wenn es abends wegen Stromabschaltung dunkel war, gingen die Lichter der europäischen Fischtrawler und schwimmenden Fischfabriken an und eine Lichterstadt auf dem Meer erstrahlte.Sicher sind da auch andere Nationen am Leerfischen, was diese Politik aber nicht besser macht. Morgens kommen dann die einheimischen Fischer vom nächtlichen Fang nach Hause, wenn sie denn was gefangen haben, was den riesigen Netzen der Trawler entwischte, oft nur ein paar Fische , die nicht einmal die Spritkosten wert sind.Es sind hierdurch nicht nur die Fischer -Familien betroffen, sondern auch die Händler, die Marktfrauen, die den Fisch weiterverkaufen, die Transporteure ins Hinterland und die Versorgung dort mit Fisch. Aber schuld ist der faule Afrikaner!

Kommentar von "K.j.", 02.10.2017, 13:20 Uhr:

Ich glaube nicht dass sich ein Journalist für die von der Bundesregierung geführte Flüchtlingspolitik schämen sollte. Es sei denn er hätte diese Politik wesentlich mit beeinflusst. Doch es gibt für viele Journalisten in Deutschland andere Gründe für die es sich zu schämen gilt, zum Beispiel diese fortwährende hässliche Hetze im Land gegen politisch anders denkende Mitbürger, gegen Parteien und Politiker welche nicht entsprechend der eigenen politischen Ausrichtung überzeugt sind, wegen der kriegsfördernden Hetze gegen den russischen Prösidenten, wegen der Hetze gegen den ungarischen Präsidenten, wegen der Hetze gegen den US-Amerikanischen Präsidenten, gegen China, gegen die syrische Regierung und vor allem wegen der vielfach zu beobachtenden einseitigen, parteiischen Berichterstattungen (etwas weglassen, etwas übertreiben usw.).

Kommentar von "Miriam S", 29.09.2017, 10:30 Uhr:

es geht vielleicht bei allem um unsre ganz persönliche Einstellung, die viel zu sehr nur auf uns selbst zentriert ist, auch schon hier den Allernächsten nicht einschließt in sein enges Umfeld... mir kommt die Geschichte von Rilke in den Sinn...eine alte Frau , der er eine Rose schenkt; er hatte sie beobachtet, wie sie Tag für Tag dort am Seine-Ufer saß und ein paar Sous zugeworfen bekam... als er ihr die Rose schenkte, erstrahlte ein Lächeln auf ihrem müden Gesicht, sie stand auf und ging aufrecht davon...am nächsten Tag war ihr Platz leer... sie mochte wohl Nahrung bekommen haben für ihre Seele (?)

Kommentar von "Miriam S", 25.09.2017, 13:46 Uhr:

@"unentschlossener Wähler" (immer noch unentschlossen? Warten wer mal noch 4 Jahre?) lach* da must du mir erst mal ne Liste von Adressen geben, bei denen ich mir mit Rubeln was zum Futtern kaufen kann.. .dann könnte ich ja mal darüber nachdenken, ob ich mir ein paar Rubel verdienen sollte durch dummdreiste Anmachen deiner Vorlage... am Ende des Monats bleiben mir leider immer mehr Tage als Euros tschüss

Kommentar von "unentschlossener Wähler", 22.09.2017, 05:02 Uhr:

hallo "Miriam S" ----- Und wie viel Rubel bekommen Sie für diesen Kommentar ?

Kommentar von "Frank", 22.09.2017, 00:19 Uhr:

@unentschlossener Wähler Sensible Menschen sollten sich im Netz nicht der Möglichkeit aussetzen, mal einen verbalen Hieb vor die "Glocke" zu bekommen, auch wenn der Grund nicht sichtbar erscheint. Denn dann doch lieber eine retur abfeuern. Wenn ein bestimmtes Niveau nicht unterschritten wird, macht ein Schlagabtausch unter Umständen sogar Spaß. Ganz falsch ist auf jeden Fall, nach irgendjemanden zu rufen, der den "Schiedsrichter" spielen soll. Einfach selber lösen! Damit sie mich nicht falsch verstehen, Sensibilität ist bei mir nicht negativ besetzt!

Kommentar von "Frank", 21.09.2017, 23:55 Uhr:

@Miriam S *lach* na nur eindreschen, allerdings lass ich dich unter meiner Verantwortlichkeit nicht alleine U-Bahn fahren!!! Sag ich doch, der freie und wache Geist versteht auch Ironie! Aber Vorsicht, wie du ja lernen konntest, geht die eigentliche Gefahr in diesem Land von warnenden alten weißen Männern aus. Ick hab da mal nen neuet "Konto" einjerichtet. Wenn du Lust hast können wir mal ein paar Infos austauschen, die vielleicht nicht jeder mitlesen sollte. Gibt sogar welche! kabelmann.61@gmx.de , mal sehen wie viel "Spam" sich meldet, die echte "Miri" bekomme ich schon raus...

Kommentar von "Miriam S", 21.09.2017, 14:28 Uhr:

@unentschlossener wähler tja, im Augenblick gibt's in der restlichen Mittagssonne Insektenflug und die Biesterchen bringen so allerhand Gifte mit sich... Man sollte sich vorsehen! @ Hendrik hab ich Recht? oder hab ich Recht, danke jedenfalls für "Bittner"

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