Der Tagesthemen-Kommentar von Stephan Stuchlik zur Zuspitzung der Krim-Krise vom 26.11.2018

Stephan Stuchlik am 26.11.2018

Der Tagesthemen-Kommentar von Stephan Stuchlik zur Zuspitzung der Krim-Krise vom 26.11.2018

Von Stephan Stuchlik

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Guten Morgen, da draußen, sind endlich alle wach? Um ehrlich zu sein, wir haben uns alle mehr oder weniger an die Situation in der Ukraine gewöhnt, Politiker, Wirtschaftsvertreter, aber auch manche Redaktionen. Da war ein Konflikt, ist im Moment ruhig, wird gut gehen.

Der Tagesthemen-Kommentar von Stephan Stuchlik zur Zuspitzung der Krim-Krise vom 26.11.2018 01:50 Min. Verfügbar bis 27.11.2023

Die erste Wahrheit von heute: Es muss nicht immer gut gehen. Wer garantiert uns, dass die russischen Kapitäne ihre Nerven im Zaum halten? Wer garantiert, dass in der Ukraine, einem Land im aufgeheizten Wahlkampfmodus, die Lage nicht außer Kontrolle gerät? Niemand kann das.

Die zweite Wahrheit, die wenige aussprechen wollen: Wir wissen, wer schuld ist. Nicht am gestrigen Vorfall, sondern an der Gesamtsituation. Russland hat völkerrechtswidrig die Krim besetzt, beherrscht den Eingang zum Asowschen Meer und kann der Ukraine die Zufahrt zu wichtigen Häfen sperren. Russland hat, bitte alle mal hinsehen, aus Unrecht Fakten gemacht.

Und da folgt die dritte Wahrheit: Die Europäer haben dem wenig entgegenzusetzen. Heiko Maas hat heute eine Vermittlung durch Frankreich und Deutschland vorgeschlagen. Vielleicht sollte jemand der Bundesregierung sagen, dass es schwer ist, in Kiew als neutraler Vermittler aufzutreten, wenn man gleichzeitig zusammen mit Russland die nächste milliardenschwere Gaspipeline baut, die übrigens zum Ziel hat, die Ukraine zu umgehen. Viel Diplomatie der letzten Jahre ist in diesen großen Graben zwischen Außen- und Wirtschaftspolitik hineingefallen.

Wer nicht eines Tages wirklich von einem kriegerischen Konflikt in Europa überrascht werden will, sollte sich dringend Gedanken über eine andere und schlüssige Politik machen. Habe ich gesagt, überrascht? Nein, es gibt ihn schon diesen Krieg, in der Ostukraine sterben täglich Menschen, auf beiden Seiten.

Das haben wir, seien wir ehrlich, ganz gut verdrängt. Aber es wäre dringend Zeit, aufzuwachen.

Stand: 26.11.2018, 22:30

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352 Kommentare

  • 352 Kraus 19.03.2021, 20:15 Uhr

    Die USA-Regierung „befiehlt“ der deutschen Regierung den Weiterbau der Nordstream II einzustellen, und sanktioniert Firmen welche am Bau der Pipeline beteiligt sind. Mit der Begründung dass Deutschland durch russische Gaslieferungen von Russland abhängig würde. Was ist das für eine Denkweise? Da greift die US-Regierung massiv in „Innere Angelegenheiten Deutschlands und der EU ein“, droht mit Sanktionen wenn wir nicht gehorchen, und hat schon einige Firmen sanktioniert. Was ist Deutschland für ein US-abhängiges Land? Sind wir leider nur noch eine nicht-souveräne US-amerikanische Kolonie bei der jede politische Entscheidung von der US-Regierung abgesegnet werden muss; und sollte eine politische Entscheidung nicht zugunsten der USA ausfallen so muss sie auf Befehl der USA annulliert werden. Wir deutschen Bürger haben in den USA kein Wahlrecht. Wenn unser Deutschland offiziell als ein US-amerikanisches Satellitenland gilt so möchte ich dass meine Wahlstimme auch bei US-Wahlen gilt.

  • 348 candidum 06.02.2021, 15:15 Uhr

    Es wäre interessant zu erfahren, ob irgendein Politiker diese vielen Kommentare liest. Es ist sicherlich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der sich hier äussert. Trotzdem sollten den Politikern und auch den Journalisten die Ohren klingen. Ist es wirklich der Wille des Volkes, der durch diese Politik (Aufrüstung, Einsatz der Bundeswehr in den verschiedensten Teilen der Welt, angeblich, um Verantwortung zu übernehmen) verwirklicht wird ? Eine armselige Aussenpolitik, die von einem Möchte-Gern-Aussenminister betrieben wird !

  • 342 Uhu 27.07.2020, 13:27 Uhr

    Deutscher Außenminister sieht keine Möglichkeit Russland wieder in G 8 aufzunehmen, so lautet heute eine Nachricht im Internet. Begründet wird es mal wieder mit dem Anschluss Krim an die Russische Föderation und der Krieg in der Ostukraine. Schlimm wie unsere Volksvertreter im Interesse der USA Fakten verundeutlichen. Fast niemals wird bei uns in den Medien erwähnt dass nicht Russland in die Ostukraine militärisch eingefallen ist sondern die ukrainische Armee im Auftrag des damaligen ukrainischen Präsidenten. Auch wird nicht mehr erwähnt dass es auf der Krim ein Referendum für den Anschluss an Russland gab. Erst recht wird nicht erwähnt dass ethnisch russische Ukraine nach dem Regierungsputsch (Maidan) in der Ukraine unmenschlich verfolgt wurden.

  • 335 Ronald 02.06.2020, 22:41 Uhr

    Wie gut,dass immer welche da sind,die Volk mit „Wahrheiten“versorgen.In jedem Regime funktioniert das exellent,so dass sogar der regionale Austausch jener keine Rolle spielen würde. Politik ob hier ob da –dasselbe,seit 1990 Kapitalismus sogar endlich !!! allerorten herrscht.NATO schiebt unbekümmert mit neuen modernen Blitz….Militär bis auf halben Weg vor Russlands Nase. Dafür gliedert Russland die Krim ein und in der Ukraine ist für alle Seiten Stellungskrieg alá Feten 20.Jhdt. Eigentlich bekanntes typisches Wesen des Kapitalismus. Man muß nur immer als Wähler deren politische Parteien weiter wählen, damit es immer so weiter geht. Aber was liest man hier :„Wer nicht eines Tages wirklich von einem kriegerischen Konflikt in Europa überrascht werden will, sollte sich dringend Gedanken über eine andere und schlüssige Politik machen. „? Na, denn fleißig weiter die gleichen Kreuzchen seit 1949 machen, sonst wird’s noch demokratisch !

    • J.K. 07.07.2020, 10:18 Uhr

      Die Russische Föderation hat sich nicht die Krim einverleibt. Vor dem Referendum auf der Krim hat sich die USA mit ihren NATO-Verbündeten durch eine inszenierte, sogenannte „Farbige Revolution“ (Maidan-Revolution) die Ukraine einverleibt, mit dem Ziel dass die USA mitsamt ihrer Fremdenlegion NATO ihre Armee direkt an die russische Grenze aufstellen und im Fall eines Kriege russische Großstädte besser zerstören kann. Nach dem Regierungssturz durch die von Westmächten unterstützen Maidan-Revoluzzer wurden die Leute der Kiewer Übergangsregierung von US-Politikern bestimmt. Das Krimer Referendum kam zu einem Zeitpunkt als die Ukraine faktisch nicht ordentlich regiert wurde und ethnische Russen in der Ukraine schlimm verfolgt wurden (russische Muttersprache wurde verboten usw.).

  • 330 discovery learning 18.03.2020, 20:56 Uhr

    Nochmal: vom 14.10.2019 -Wäre interessant, wenn auch hier im Forum mal noch jemand draufkommt, wo´s klemmt ! Und ? Immer noch wirtschaftswunderverwöhnt ? War nicht anders zu erwarten: Wie Kommentar oben, so die laschen Bemerkungen. Kein wirklich ernsthaftes Nachdenken im Gange....

  • 326 discovery learning 02.03.2020, 20:10 Uhr

    Offenbar traut sich kein User, zu den Worten vom 14.10.2019(weiter untenstehend)endlich den Mund aufzumachen.Ja, die gefährliche Krise spitzt sich zu - und zwar solange, bis die Menschen in jedem Land ihre Kriegsminister und Kriegminister samt Politkrempel davonjagen.So wie jetzt nützt kein Jammern und Klagen, wenn nicht endlich jedes Volk aktiv Widerstand leistet!Immer,wenn sich Diktatoren in die Haare kriegen, gibt es große Kriege.Leider wurde nach dem letzten der restlichen Creme und Wendehälsen wieder politische Macht übertragen. Stuchliks Weisheiten helfen da auch nicht.Wann lernt Volk ???

  • 324 Germer, B. 28.02.2020, 12:34 Uhr

    Derzeitig wird in den Medien viel darüber diskutiert ob wenn die syrische Armee die Türkei auch auf türkischem Boden verteidigt, ob das ein NATO-Bündnisfall (Art. 5 der NATO-Regeln) bewirkt. Offensichtlich reden kriegsgeile „Falken“ wieder einmal einen gewünschten Weltkrieg herbei. Ich meine dass die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Syrien führt. Das türkische Militär ist in Syrien einmarschiert und bekämpft die Syrien verteidigende syrische Armee. Dieser wiederum ist die Russische Föderation vertraglich verpflichtet beizustehen weil Syrien militärisch angegriffen wurde. Warum sollen wir anderen Bürger der NATO-Staaten ca. zweihundert Millionen Menschen in einem 3. Weltkrieg verlieren, der Umwelt einen nicht reparierbaren Schaden zufügen, nur weil ein türkischer Präsident einen Krieg gegen sein Nachbarland führt um seine geostrategischen Gebietsansprüche durchsetzen will. Ich möchte mein Leben behalten und nicht den Machthabern Erdogan und Tramp opfern.

  • 323 Blick, M. 27.02.2020, 12:33 Uhr

    Was ist eingeht ist „Völkerrecht“? Alles was die USA denkt, nutzt oder lässt ist immer als ein Völkerrecht anzusehen. US-Politiker haben durch ihre Machtfülle das Recht für alle Staaten der Erde zu bestimmen was Völkerrecht ist oder nicht. Jeder Staat der Erde handelt gegen das „Völkerrecht“ wenn er etwas denkt, nutzt oder lässt was nicht von US-Politiker abgesegnet wurde. Das macht Schule, so nehmen sich zum Beispiel auch die Türkei und andere NATO-Staaten das Recht heraus ohne offizielle Kriegserklärung gegen Syrien Krieg zu führen. Selbstverständlich in Begründung einer „Selbstverteidigung“, jedoch ohne selbst von der syrischen Armee auf eigenem Grund und Boden angegriffen worden zu sein.

  • 308 K.B. 14.01.2020, 15:22 Uhr

    Nicht Russland ist meiner Meinung nach aggressiv sondern diejenigen welche immer wieder behaupten dass Russland es sei, US-Politiker. Selbst auch gegen Verbündete wie Deutschland (z.B. Erpressung wegen Nordstream usw.). Nun auch wieder gegen den US-Verbündeten und doch bekriegten Irak. Laut Nachrichten wollen US-Politiker dem Irak Zugang zu US-Banken verweigern wenn die irakische Regierung weiter darauf besteht dass die US-Armee aus den Irak verschwindet. So in etwa steht es heute in den Medien berichtet. Merkwürdig über Deutschland wird immer wieder behauptet dass es die Welt beherrschen wollte. Wer beherrscht denn die Welt? Unser aller Leben haben einzelne Politiker in ihrer Willkürhand, das ist für die gesamte Erde hochgradig beängstigend.

  • 292 Friedlich, P. 09.12.2019, 16:16 Uhr

    Die „CDU“ sowie die „Grünen“ machen sich durch ihre Forderungen nach mehr Sanktionen gegen Russland wegen einer „vermuteten“ Aggressionssteigerung Russlands unwählbar. Steigerungen von Aggressionen gegen unser Nachbarland Russland führen uns geradewegs in einen neuen Krieg. Die Kriegsgeilheit vieler Politiker sowie Politjournalisten im Land muss endlich beendet werden, wir brauchen Frieden und Freundschaft mit Russland, keinen Krieg. Da lobe ich die Parteien „AfD“ und „Die Linken“, deren Politiker wünschen sich endlich eine Beendigung von Sanktionen und eine Friedenspolitik mit Russland. Unsere Länder brauchen wieder Frieden, Freundschaft und gute bilaterale Verbindungen miteinander. Unser Deutschland darf sich nicht von aggressiven US-Politikern für derer geopolitischen und militärstrategische Interessen eine Feindschaft gegen Russland „befehlen“ lassen.

  • 280 Martin Münzer 27.11.2019, 17:55 Uhr

    Krim-Experte Stuchlik und sein (West-)deutsches Klarsicht-Mango: Hass und Hetze gegen Russland wie auch Sowjetunion. Geschürt von deutschen Medien und ihren ewiggestrigen Yellowpressfans. In Europa gibt es wohl noch nicht genügend eigene Baustellen?

    • Friedlich 28.11.2019, 12:59 Uhr

      Westliche Politiker sowie deren Politiker-Journalisten verhalten sich wie geistig unreife Jugendliche auf den Schulhöfen, es wird gemobbt, gestresst, provoziert und hintergangen. Bei Jugendlichen ist es teils noch zu verstehen denn es sind geistig vielfach noch Kinder und die Natur hat es so vorgesehen dass sie im Rahmen gesetzt ihren eigenen Weg zur Selbstfindung und einem sozialen Umgang mit Mitmenschen erlernen müssen. Bei erwachsenen Menschen, erst recht nicht bei Politiker sowie Journalisten sollte man eigentlich doch annehmen dürfen dass sie geistig reif sind, vorausdenken und somit für eine Friedenserhaltung sorgen können. Offensichtlich ist es leider nicht so, sie provozieren, „schlagen“ sinnbildlich um sich (in manchen Plenarsälen auch körperlich, wie in der Vergangenheit in der Ukraine geschehen) und können sich einfach nicht friedlich verhalten. Sie provozieren unbewusst, teils auch bewusst eine kriegerische Erdzerstörung, eine totale Zerstörung aller Leben.