"Kopf ab und weg damit" - Wie umgehen mit den IS-Rückkehrern?

Georg Restle am 27.02.2015

"Kopf ab und weg damit" - Wie umgehen mit den IS-Rückkehrern?

Von Georg Restle

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Damit war fast zu rechnen: Unser Bericht über den IS-Rückkehrer schlägt nicht nur hier hohe Wellen. Und die Reaktionen sind so gut wie einhellig; wobei "Wegsperren!" noch zu den humaneren Varianten zählt. Ach, wenn es doch nur so einfach wäre!

IS-Kämpfer

Ja, ein differenzierter Blick fällt schwer angesichts der monströsen Bilder des IS-Terrors, die wir täglich ertragen müssen. Und ebenso gilt, dass ich für keinen, der aus dem IS-Kampfgebiet zurück kehrt, die Hand ins Feuer legen würde. Wer sich verblendet aufmacht, um für ein Terror-Kalifat zu sterben, der darf nicht erwarten, dass eine Gesellschaft die Arme aufmacht, um ihn wieder freudig aufzunehmen.

Und trotzdem müssen wir differenzieren - gerade, wenn wir nicht wollen, dass aus Rückkehrern Attentäter werden. Für diesen differenzierten Blick haben wir gestern geworben. Weil wir wissen, dass auch deutsche Gefängnisse Brutstätten für islamistische Terroristen sind. Weil wir wissen, dass viele der Rückkehrer in der islamistischen Szene als Verräter gelten. Weil wir glauben, dass gesellschaftliche Integration das beste Mittel gegen Radikalisierung ist. Deshalb sollten wir genau hinschauen, wer da zurück kehrt. Immerhin wissen wir: Nur die Minderheit gilt als "kampferprobt" und viele kommen auch deshalb zurück, weil sie die Brutalität des IS-Terrors nicht ertragen.

Keine Frage: Wer sich an Straftaten beteiligt hat, gegen den muss ermittelt werden. Es gilt aber auch: Wer sich glaubwürdig distanziert, der hat eine zweite Chance verdient. Nicht aus pädagogischem Übereifer, sondern im Interesse unserer Sicherheit.

Stand: 27.02.2015, 16:42

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49 Kommentare

  • 49 RobinHood 28.05.2019, 03:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Restle, erstmal vielen Dank, dass Sie meinen Artikel doch noch veröffentlicht haben. Nur leider habe ich wohl meinen Nickname RobinHood in meinem Kommentar 48 vergessen und möchte Sie bitten, es für mich rein zu editieren. Das Monitor Magazin, war immer eines meiner Lieblings-Politmagazine und ich habe nie eine Sendung verpasst. Leider hat sich das dann geändert, als Sonja Mikich die Sendung übernahm und die Themenrelevanz, der eines umgekippten Sack Reis, in China gleich wurde. Habe es daher sehr begrüsst, als Sie die Sendung übernommen haben aber mein Vertrauen in die Sendung und ganz allgemein in den deutschen Journalismus, hat leider sehr gelitten, je mehr falsch berichtet wurde. Da Sie meine zum Teil sehr kritischen Ansichten und Informationen nicht gelöscht und zensiert haben, lässt bei mir Hoffnung aufkommen, dass noch nicht alles beim WDR verloren ist. Dieser Kommentar ist nicht zur Veröffentlichung gedacht aber Sie können es dennoch gern tun.

  • 48 RobinHood 25.05.2019, 03:07 Uhr

    Hmm, wie ich sehe wurde mein Kommentar nicht veröffentlicht ? Ich denke Herr. M. hat Recht, mit dem was er in seinem Kommentar geschrieben hat. M. 04.12.2017, 18:41 Uhr Schon die Überschrift ist eine offene Provokation. Hätte ein Teilnehmer hier sich so ausgedrückt wäre diese Aussage mit Sicherheit nicht übernommen worden. Und das stimmt, denn ich habe nur darauf hingewiesen, dass in der Titelzeile schon die Antwort steht und deshalb wurde wohl mein Artikel nicht veröffentlicht ? Über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im Umgang mit diesen Mördern, werde ich mich gegebenfalls, auf meiner Website oder in Buchform dazu äussern, da auch dies evtl. hier nicht erwünscht ist ? Doch den letzten Teil meines Artikels, möchte ich so belassen, wie ich es ursprünglich verfasst habe... als ich schrieb: Im übrigen sind es fast alles nur Araber und andere Ausländer, bis auf ein paar Scheindeutsche auf dem Papier und diese als Deutsche zu bezeichnen, ist falsch!

  • 44 RobinHood 23.05.2019, 23:28 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 43 RobinHood 23.05.2019, 23:16 Uhr

    Ich frage mich, warum Ihr von der Presse, den Begriff "Kämpfer", der ja eigentlich nur positiv zu verstehen und zu werten ist, für Taliban und IS verwendet bzw. missbraucht ? Ob Taliban oder Isis, es sind feige sadistische Mörder und ganz sicher keine Kämpfer. Soldaten, Kampfsportler, Menschen die sich ins Leben zurück kämpfen usw. sind Kämpfer, die in aller Regel gutes tun. Feige vermummte Sadisten, die wehrlosen Menschen mit stumpfen Messern töten, damit es länger dauert, sind gewiss keine Kämpfer, sondern Mörder! Genauso verhält es sich mit dem Begriff Märtyrer, den die Islamisten ins Gegenteil pervertiert haben und jeden ihrer getöteten Mörder oder Selbstmörder als Märtyrer bezeichnen, doch dies ist falsch. Der Begriff Märtyrer kommt aus der Christlichen Tradition und bezeichnet Menschen, die sich opferten oder geopfert wurden, ohne anderen Menschen auch nur ein Haar gekrümmt zu haben. Sie sind ihres Glaubens wegen umgebracht worden, haben aber niemanden anderen umgebracht.

  • 42 M. 04.12.2017, 18:41 Uhr

    Schon die Überschrift ist eine offene Provokation. Hätte ein Teilnehmer hier sich so ausgedrückt wäre diese Aussage mit Sicherheit nicht übernommen worden. Wohin mit den Leuten? Eigentlich könnten solche Staaten sich die Menschen ins Land holen welche diese aggressive Gruppierung durch politische Intrigen, revolutionäre Unruhen, Regierungsstürze und Kriege gezüchtet haben. Dieser IS ist nicht von sich aus zu dieser sichtbaren Macht gekommen, er wurde mit Geld, Waffen und Fahrzeugen von Politiker und skrupellosen Geschäftemachern aus anderen Ländern versorgt und somit zunehmend stärker gemacht um Krieg zu führen. Wären diese Gotteskrieger nur selbstgebaute Steinschleuder ausgerüstet hätten sie sich geographisch nicht so weit über andere Ländergrenzen ausbreiten können.

  • 41 Michaela Stöber 25.07.2015, 11:17 Uhr

    In unserer Gesellschaft ist die Vereinzelung, freundlich mit "Individualisierung" umschrieben, das Lebensgefühl der letzten beiden Generationen. Ein Wir gibt es nur noch in ganz wenigen sozialen Nischen. Diese sind zudem jenen vorbehalten, die sie sich leisten können. So lange es uns nicht gelingt, unseren jungen Menschen wieder durchgängig Lebensbereiche anzubieten in denen dem ICH ein tragendes Wir entgegensteht, werden sie es sich wo anders suchen müssen. IS, Ultras,Neonazis,..., bieten genau das. Jeden Irfan Peci haben wir selbst zu verantworten. Jedes unserer Kinder, das für den IS stirbt oder verletzt wird, haben WIR vorher im Stich gelassen. Wer nicht dazu gehört, sucht sich sein Zuhause. Und wer von uns gehört denn in diesem Land noch irgendwo dazu? Individualisierung- das ist das Stichwort, sie gilt es zu diskutieren und sie gilt es, als politisches Instrument der Vereinzelung und Schwächung der bürgerlichen Solidarsysteme zu entlaven.

  • 40 Miriam S 11.06.2015, 11:51 Uhr

    hi Daniel Irfan Peci war Gast bei Markus Lanz: u.a. wurde darüber gesprochen, wie man beim IS die Jungen radikalisiert durch Dauerbearbeitung mit Bildern allen leides, was den Glaubensbrüdern angetan wurde... mir fiel dabei auf, dass es dieselbe Methode ist, die der Mossad einst anwandte um phalangisten zu den Massakern von Sabra und Shatila zu konditionieren ( in einer Doku festgehalten, in der die Mörder selbst ihre Erinnerungen schildern ) Vielleicht ein Hinweis auf die Herkunft des IS aus Geheimdienstkreisen?

  • 39 Daniel K 10.06.2015, 13:31 Uhr

    Ideologien und Gedanken kann man nicht einsperren. Man kann gegen Menschenverachtung nur ankommen, indem man selber jeden Menschen als Menschen achtet. Irfan Peci (ehemaliger Islamist): er suchte nach Sinn in der Zeit als er in der Oberpfalz heranwuchs... hier fand er den Sinn seines Lebens nicht, ging den "Fischern im Netz" ins Netz und nach seiner Rückkehr wurde er VM deutscher Sicherheitsdienste er sah die Verbrechen und Fehler beider Organisationen und konnte sich daraus lösen heute findet er seinen Sinn darin andere zu warnen seinen schweren Weg zu gehen und vertritt seine "Sendung" unerschrocken und aufrecht in deutschen Medien. meinen Respekt !

  • 38 Miriam S 03.06.2015, 14:05 Uhr

    "IS-Kämpfer sind Kriegsverbrecher. Sie gehören nach ihrer Rückkehr nach Deutschland verurteilt und eingesperrt. Man muss sie daran hindern, ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten. " Ideologien und Gedanken kann man nicht einsperren. Man kann gegen Menschenverachtung nur ankommen, indem man selber jeden Menschen als Menschen achtet.

  • 37 Tobse 28.05.2015, 18:42 Uhr

    IS-Kämpfer sind Kriegsverbrecher. Sie gehören nach ihrer Rückkehr nach Deutschland verurteilt und eingesperrt. Man muss sie daran hindern, ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten.

  • 36 Miriam S 22.04.2015, 13:49 Uhr

    @Wutbürger, aber auch an andere Interessierte: gerade zur Fixierung mancher darauf, dass Terrorismus nur auf den Islam beschränkt sein soll, findet sich in "le Monde Diplomatique" von Alain Gresh ein hochinteressanter Artikel, der klare Aufschlüsse gibt: "Terroristen oder Freiheitskämpfer?" man sollte ihn auf JEDEN Fall lesen. persönlich stimme ich Gresh in allen Punkten zu!