Gaza und die Ukraine: Bitte, bitte schwarz-weiß!

Georg Restle am 30.07.2014

Gaza und die Ukraine: Bitte, bitte schwarz-weiß!

Von Georg Restle

Ob Gaza oder die Ostukraine: Wer immer sich gerade medial aus dem Fenster hängt, kann sich eines sicher sein: Der nächste Shitstorm kommt bestimmt.

Eine Geschützbesatzung der ukrainischen Armee beobachtet bei Iszium in der Nähe der ostukrainischen Stadt Charkow ein Gelände, das von Seperatisten kontrolliert wird.

Eine Geschützbesatzung der ukrainischen Armee

Im endlosen Wald der (regierungsamtlichen) Trolle fällt es zwar schwer, ernstfafte Empörung von orchestrierter Meinungsmache zu unterscheiden. Aber das ist dann doch allen gemein: Bitte, bitte bloß keine Grautöne! Wer in der Ukraine die prorussische Soldateska gleichermaßen kritisiert wie das schießwütige ukrainische Militär; wer zum Gaza-Krieg antisemitische Parolen in Deutschland genauso ins Visier nimmt wie die Kriegsverbrechen der israelischen Regierung, der gilt am Ende nicht als differenziert, sondern sitzt bei den sozial vernetzten Vereinfachern zwischen allen Stühlen.

Zur Wahrheitsfindung trägt das alles zwar nicht mal bei steinharten Hegelianern bei, aber darum geht's wohl vielen längst nicht mehr. Die Kriege in Gaza und der Ukraine sind zu Schlachten in den Köpfen der Meinungskrieger mutiert. Und dass da die Wahrheit zuerst stirbt, ist ja nun hinlänglich bekannt.

Georg Restle

Stand: 30.07.2014, 16:57

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27 Kommentare

Neuester Kommentar von "B.", 09.12.2017, 17:50 Uhr:

Mit der Betitelung „Troll“ werden sichtbar häufg Menschen mit einer politisch anderen Meinung beschimpft. Es ist eine negative Modebetitelung geworden wie zum Beispiel auch der Titel „Populistisch“. Interessant zu beobachten ist dass diese Beschimpfung fast immer nur aus der Schussrichtung von ideologisch links-grün-68er überzeugten Anhängern genutzt wird. Glauben die Benutzer wirklich dass diese Beschimpfungen nur auf politische Feinde zutreffen, nicht auch auf Anhänger dereigenen politischen Überzeugung? Was die Ukraine betrifft da glaube ich müsste eigentlich jeder politikinteressierte Bürger des Landes erkannt haben dass unsere journalistischen Medien u. Politiker total einseitig berichten. Durch das Gezerre an der Ukraine durch Politiker u. meinungsmachende Journalisten aus den NATO-Staaten geht es einer Mehrheit in der Ukraine total schlecht. Die Forderung der westlichen Politiker dass sich die Ukraine zwischen EU u. Russl. entscheiden muss hat dem Land totales Unheil zugefügt.

Kommentar von "Micha", 03.04.2017, 19:57 Uhr:

Jetzt ist Weißrussland dran Heute berichtet ARD24 über das brutale Vorgehen gegen Demonstranten in Weißrussland. Dabei handelt es sich hier um Bürger, die sich über bestehende Gesetze ihres Landes hinwegsetzen und eine Versammlung bilden, obwohl die geplante Demonstration nicht genehmigt wurde. Dies ist auch in Deutschland strafbar. Über Hintergründe, warum die Demonstration nicht genehmigt wurde, wird nicht berichtet. Ein Bericht in dem jede Objektivität fehlt. Hier wird wieder ein durch die EU unterstützter Putsch vorbereitet. Der Tenor - die Regierung in Weißrussland hält sich nicht an Gesetze . Das Gegenteil ist der Fall.

Kommentar von "Franz Möller", 22.02.2017, 15:18 Uhr:

Die Ukraine mit aller Gewalt in die EU und NATO zu ziehen (selbst unter der potentiellen Gefahr einen Weltkrieg auszulösen) das halte ich für einen großen Fehler. Was hat die Ukraine eigentlich mehr oder besseres zu bieten als das den Augen unserer Politiker und Journalisten feindliche Russland? Dass nun nach dem von westlichen Staaten "bejubelte" ukrainischen Regierungs-Putsch in Kiew eine US-freundliche, man könnte auch sagen "hörige" Regierung sitzt? Warum bietet man Russland nicht der Ukraine angebotene vergleichbare Möglichkeiten an? Nur weil in Russland ein Führungspolitiker in Regierungsgewalt sitzt der Politik für sein Heimatland macht und nicht Politik zu Gunsten der USA und NATO-Staaten? Ein Nutzen für unsere Länder wäre durch eine Freundschaft mit Russland und der Ukraine wesentlich stärker zu lesen als nur mit der derzeitig mit Krieg überzogene Ukraine. Wenn es an US-Politiker liegen sollte, so sollten unsere Politiker mal überdenken, dass wenn es nicht zu einem ...

Kommentar von "Maik Meier", 21.02.2017, 13:08 Uhr:

Auch die neue US-Regierung scheint nun von den sogenannten Neocons aus Militär, Militärwirtschaft und Staatsdiensten ausgerichtet worden zu sein. Es ist kaum noch etwas zu hören von einer anderen (umgänglicheren) Politik mit Russland. Auch unter der neuen Regierung in den USA wird vermutlich ein neuer Weltkrieg vorbereitet. Auch in der Münchener Konferenz spricht der Vicepräsident von einer russischen Annexion der Krim und beschuldigt Russland die Minsker Absprachen nicht einzuhalten. Jeder aufmerksame Beobachter des politischen Weltgeschehens seit den Maidan-Demonstrationen weiß (wenn er fähig ist sich unabhängig von den "Gehirnwäschen" einiger Medien sich ein eigenes Bild zu zeichnen) dass es auf der Krim keine Annexion im üblichen Sinne einer Annexion gab. Es gab dort einen Volksentscheid mit mehrheitlicher Abstimmung der Bewohner dass sie zu Russland gehören möchten. Einen Voksentscheid wie es auch vor kurzem in England für den Austritt aus der EU gab. Russisches Militä ...

Kommentar von "Anonym", 15.01.2017, 15:52 Uhr:

Über das Tagesgeschehen der Ukraine wird leider nur selten berichtet, und wenn dann offensichtlich nur sehr einseitig zu Gunsten der heutigen Regierung in Kiew, zu Gunsten der EU und der USA. Es wird in den Medien mit der Berichterstattung derart manipuliert dass selbst vergangene Berichterstattungen über andere Krisen-, Kriegshandlungen unglaubhaft werden. Die Manipulation der Worte geht so weit dass man noch nicht einmal klar sagen kann was gelogen ist oder nicht. Zumindest lässt es sich durch uns Politikinteressierte nicht erkennen. Doch erkennen wir dass immer wieder für den Westen unangenehme Geschehnisse in der Berichterstattung ausgelassen oder so beschrieben sind dass diese überlesen werden. Auch Wertungen sind manipulierend. Zum Beispiel wenn über bestimmte Parteien geschrieben wird, diese Parteien immer wieder mit dem Zusatz "Rechtspopulistisch" zu beschreiben. Dieses negative Umspielen von Namen habe ich noch nicht einmal gelesen oder gehört wenn über Politiker oder P ...

Kommentar von "Realo Ost", 15.11.2014, 18:42 Uhr:

Schließe mich Anna Holm an! Der mündige Bürger hat wirklich die Schnau.. voll von dieser medialen Bequemberichterstattung! Unsere Öffentlich-Rechtlichen wissen immer noch nicht, dass man im Netz die gesendeten mainstreamgeschönten Beeinflussungsberichte nachprüfen kann und danach die Entscheidung fällt, wie es sich wirklich verhält mit: Willkommensjubel für Flüchtlingsmassen, allseitige Befürwortung von Homosexualität, Bejahung der Bildungspolitik, usw... Schön, dass wenigstens die Rentner noch jeden Quatsch glauben, der in der Zeitung steht oder im linkspopulistischen ZDF ständig über den Bildschirm flimmert...

Kommentar von "Anna Holm", 23.10.2014, 18:05 Uhr:

Sehr geehrte Damen und Herren Bezugnehmend auf die Sendung "Die Medienberichterstattung zur Ukraine" möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich sehr wohl Hintergrund-sendungen sehe und gerne öfter sehen möchte. (Besonders bei aktuellen "Events"). Dass diese eine, von Ihnen erwähnte Sendung, nicht "eingeschaltet" war, ist doch die logische Folge davon, dass die Fernsehmacher nur nach Quoten zielen. Wenn Prinzessin XY aus Takkatukkaland heiratet, wird mir das tagelang auf allen Sendern und zu jeder Stunde um die Ohren gehauen. So werden Fernsehgewohnheiten doch beeinflußt, so lange bis man selber glaubt, man müßte sich für diese Prinzessin interessieren! Niemand traut sich g e g e n diese Gewohnheiten und g e g e n diese Dummheit anzugehen. Es werden unpolitische, unkritische Menschen geformt. Es stimmt nicht, dass die Zuschauer eine gefütterte "Nachrichtenmaschinerie" erwarten, die Medien selber wollen stündliche Updates liefern - wegen der Marktanteile und der Quote. ...

Kommentar von "ThinkGlobal-ActLocal", 07.10.2014, 18:28 Uhr:

Sehr geeherte MONITOR-Macher, vielen Dank für die klaren Worte oben zu den inzwischen leider üblichen ShitStorms, Ausgrenzungen und HateWars gegen jeden und jede, der/die sich zu einem differenziertem Denken noch verpflichtet fühlt, die sich NICHT in die allseits üblichen Karrikatruren von einer "Schwarz/Weiß-Welt" und den Simplifizierungen in die Lager "Gut & Böse" hinreißen lässt. Sie haben den wunden Punkt exakt und schmerzlich präzise getroffen! Auch in den sozialen Netzen, auf großen bekannten Foren-Plattformen, wie z.B. von Gruner & Jahr, passiert jeden Tag das Gleiche. Es ist beängstigend, erschütternd und alles andere als ein pluralistisches, demokratisches Verständins von Meinungsbildung und Freiheit des DENKENS. :-o Es ist sogar so absurd inzwischen, dass selbst Admins und Betreiber dieser verheerende Entwicklung zu einer Gesinnungs-Zensur gandenlos durchsetzten und jede differnztierten Widerspruch als Störung des Forenfriedens ahnden, rigioros solche Accounts sp ...

Kommentar von "Stefan T.", 03.10.2014, 13:57 Uhr:

Vor genau 25 Jahren bin ich mit meiner Familie aus dem Unrechts-Staat DDR geflohen. Nicht wegen fehlender Bananen und auch nicht als Wirtschaftsflüchtling! Mir ging es um die Zukunft meiner Kinder und die Tatsache, dass mir in einem totalitären Staat mit Pressezensur, Verweigerung der Menschenrechte und Dogmatismus die Luft zum Atmen fehlte. Die heutige Entwicklung in den Medien finde ich erschreckend, da sie mich penetrant an die Propaganda-Praktiken der DDR erinnern. Halbwahrheiten, gesteuerte Desinformation, Lüge und das Verketzern Andersdenkender kannte ich nur in der DDR. Jetzt hat mich dieses Gespenst wieder eingeholt. Wo sind die Ruge, Scholl-Latour, Schmalz-Krone usw. der Gegenwart?. Wo gibt es noch informative, gut recherchierte Reportagen? Haben wir noch Meinungsfreiheit und Freiheit der Berichterstattung oder ist unser neues Zentralorgan die BILD-Zeitung? Diese Fragen drängen sich mir täglich auf und mir wird Angst dabei.

Kommentar von "Klaus U.", 25.09.2014, 20:51 Uhr:

Das frage ich mich auch, Michael! Diese Milliarden Gelder sind wohl in dunklen Kanälen versickert? Es ist unvorstellbar, wie wenig von Afrika selbst beigetragen wurde und wird, um diese Missstände zu beseitigen! Wie soll der Patient denn gesunden, wenn er selbst nicht mitarbeitet? Aber wir lernen einfach nicht - wir geben und geben. Jetzt sogar noch Freiwillige in die Ebola-Gebiete, obwohl Afrika selbst voll von Menschen ist, die genügend Zeit hätten, ihren Brüdern und Schwestern zu helfen. Wir sollten uns auf die Lieferung von Hilfsgütern beschränken, anstatt mit Gewalt hier noch eine Ansteckungswelle hervorzurufen. Aber es ist wie immer - Mitmenschlichkeit fordert man wieder mal nur von den Europäern, die Afrikaner aber lynchen noch die Gutwilligen, die unter Lebensgefahr beistehen wollen und plündern sogar Krankenstationen!

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