Lieber Herr Lucke!

Georg Restle am 09.07.2015

Lieber Herr Lucke!

Von Georg Restle

Nun ist die AfD für Sie also Geschichte. War ja auch zu dumm, dass Frau Petry ihre Pöbel-Gemeinde vom rechten Rand einfach besser mobilisieren konnte. Es soll ja sogar Leute geben, denen Sie jetzt richtig leid tun, so als aufrechter Kämpfer gegen den rechten Mob.

Bernd Lucke lachend vor Plakat der AfD

Bernd Lucke

Nur über eine Frage komme ich nicht so ganz hinweg: Was wäre eigentlich gewesen, wenn Sie am Sonntag gewonnen hätten, sagen wir mal 50,1 zu 49,9? Wären Sie dann auch ausgetreten? Hätten Sie dann auch vor einem "Rechtsruck" in der Partei gewarnt? Einem Rechtsruck, den Sie jahrelang so forsch bestritten haben - und den Sie selbst betrieben haben, als Sie ehemalige NPD-Wähler in Ihrer Partei willkommen hießen? Erinnern Sie sich, als wir Sie vor einigen Monaten mit unseren Recherchen konfrontierten - und Sie rundum leugneten, dass sich in Ihrer Partei so allerhand rechter Bodensatz versammelte? Wahrscheinlich würden Sie das heute immer noch leugnen - trotz der ganzen Krakeeler von rechts-außen. Wenn, ja wenn Sie am Sonntag gewonnen hätten.

Deshalb, Herr Lucke, nehme ich Ihnen das nicht ab mit mit Ihrem aufrechten Abgang. Sie sind der Mann, der die rechten Geister rief, von denen Sie jetzt vertrieben wurden. Und das - mit Verlaub - geschieht Ihnen Recht!

Stand: 09.07.2015, 21:00

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7 Kommentare

  • Friese 21.12.2017, 11:42 Uhr

    Bernd Lucke und sein Kompetenzteam war der Kanzlerin ein Dorn im Auge. Die konnten im Fernsehen ein- und ausgehen. Und die ließen sich nicht an den rechten Rand abdrängen. Alle Versuche schlugen fehl. Bernd Lucke hatte sich von den europäischen Rechtsparteien distanziert und einen Platz in der EVP ergattert und saß nun zwischen Angela Merkel und David Camaron. Das konnte der Kanzlerin nicht gefallen. Nach dem Brexit wäre die CDU in arge Erklärungsnöte gekommen und Angela Merkel wohl als Untegangskanzlerin in die Geschichte eingegangen. An den Tagen vor der Wahl hat die Tageschau gemeinsam mit anderen Mainstreammedien Bernd Lucke systematische diskreditiert und gemobbt und sie gaben Frauke Petry ein gutes Zeugnis (als hätte die Tagesschau ein Interesse, die AfD hoffähig zu machen). Das taten sie im Verbund mit den Rechtsblogs. Günther Lachmann (Geolitico, Chefreporter von Springer) kopierte seine hetzerischen Blogartikel gleich in die Welt hinein und vice versa.

  • Kurt 07.12.2016, 18:22 Uhr

    Selbstverständlich wäre es den Politikern der bisher stärksten Parteien sehr viel angenehmer wenn es die AFD nicht geben würde. Laute Stimmen aus dem Volk sind vielen Politikern "ein Dorn im Auge". Lieber ist es Politikern wenn das Volk immer nur begeistert hinter ihren Entscheidungen steht oder sich zumindest still verhält. Doch warten wir es ab. Bald ist Bundestagswahl und es werden noch so manche Ideen aus dem AFD-Grundsatzprogramm (im starken Maße bei der CDU) übernommen werden. Würde es die AFD nicht geben würden uns unsere bisherigen Führungspolitiker beharrlich weiter ihre Politik diktieren. Nun gibt es schon Aufweichungen in der Flüchtlingspolitik. Auch wird es wahrscheinlich Veränderungen in der aggressiven Politik gegen unser Nachbarland Russland geben. Die derzeitige Politik gegen Russland (scheinbar im Auftrag der USA) ist brandgefährlich und könnte in einen Krieg münden der die Erde unbewohnbar macht. Vor dem Hintergrund einer demnächst möglichen Rot-Rot-Grün-Regie ...

  • Cornelius 25.02.2016, 23:45 Uhr

    Wie erklärt ihr es euch dann, dass von den 7 Abgeordneten aus dem Europaparmament 5 zur ALFA, der neuen Partei Bernd Luckes übergetreten sind?

  • Johanna 24.08.2015, 18:38 Uhr

    Alle das Bild von Herrn Lucke zeigt die Voreingenommenheit und Schadenfreude des Herr Georg Restle.

  • Sachsendreier 14.07.2015, 00:29 Uhr

    Billigster Mainstreamjournalismus. Außerdem Herr Restle, der rechte Mob wird bereits durch die NPD "bedient". Dieser Platz ist besetzt. Wenn man bedenkt, dass alle Linksautonomen, die Randale machen und Polizisten attackieren, für die Linken stehen, also die Linke, da müsste doch von dieser Partei viel mehr Gefahr ausgehen, oder? Also was soll dann dieser Quatsch mit einem Mob durch die AfD?

  • Hans Holtz 10.07.2015, 19:46 Uhr

    Was für eine Ihnen wirklich unwürdige Schadenfreude, Herr Restle! Nachdem Sie bei mir so viele Punkte gemacht haben hinsichtlich Ihres damaligen Alleinganges zum ehrlichen Dialog zwischen den Medienkritikern und dem Öffentlich-Rechtlichen, begeben Sie sich hier auf unterstes Niveau, indem Sie auf einen Mann verbal herumtrampeln, der am Boden liegt...

  • Tachelesredner 09.07.2015, 22:35 Uhr

    Herr Restle, es gab mal einen Grundsatz: Einen am Boden Liegenden tritt man nicht. Aber wir leben in morallosen Zeiten. Und dabei gehen Sie vorne mit. Kommentar Ende.