Bitte keine "Nazi-Keule"? Warum wir die AfD nicht normalisieren sollten.

Georg Restle am 25.09.2017

Bitte keine "Nazi-Keule"? Warum wir die AfD nicht normalisieren sollten.

Von Georg Restle

Fast 13 % in ganz Deutschland. In Sachsen hauchdünn stärkste Partei. Jeder vierte männliche Wähler in Ostdeutschland. Das ist die Erfolgsbilanz einer Partei, die es erfolgreich geschafft hat, sich als biedermännische Variante einer Protestbewegung zu gerieren, die sich die Verteidigung von Volk, Nation und Rassenreinheit auf die Fahne geschrieben hat.

Ein Blumentopf mit einer Deutschlandfahne auf einem Tisch vor AfD-Logo

Fast 13 % in ganz Deutschland wählten die AfD.

Und selbst wenn es „nur“ 13 % sind: Der zweistellige Erfolg einer völkisch-nationalistischen Partei ausgerechnet in dem Land, das durch seinen rassistischen Nationalismus einen ganzen Kontinent verheerte, ist mehr als eine Fußnote. Er ist für dieses Land zutiefst beschämend. Offenbar zeigt sich ein nicht unerheblicher Teil der Wähler immun gegen den alten Ruf „Wehret den Anfängen!“ Offenbar wollen knapp 13% im Land einen völkischen Ungeist wieder auferstehen sehen, der Auschwitz erst möglich gemacht hat.

Wer dies aus falsch verstandenem Verständnis für die Wähler der AfD bestreitet oder behauptet, mit dem Nazi-Vorwurf würden Millionen Anhänger der AfD zu Unrecht diskriminiert, begeht einen kardinalen Fehler. Er normalisiert damit ein Geschichts- und Gesellschaftsverständnis, das den Grundwerten einer weltoffenen freiheitlichen Gesellschaft im Kern widerspricht und in der Glorifizierung des Vernichtungskriegs der deutschen Wehrmacht seine hässlichste Fratze zeigt. Nein, die AfD ist keine „normale“ Partei. Schon gar nicht in diesem Land.

Dies muss immer wieder deutlich gemacht werden, auch und gerade denen gegenüber, die jetzt meinen, man müsse mehr Verständnis haben für die Sorgen der AfD-Klientel und deren Wunsch, gesellschaftliche Tabus aufzubrechen. Nein, für die Ängste vor Menschen muslimischen Glaubens muss man kein Verständnis haben und die Relativierung des Holocausts ist schon gar kein Tabubruch, den irgendjemand verteidigen sollte.

Darum geht es also vor allem: Dieser Gesellschaft wieder zu vermitteln, dass Grundrechte wie die Religionsfreiheit in diesem Land unveräußerlich sind und der Nationalsozialismus kein vernachlässigenswerter Betriebsunfall einer deutschen Heldengeschichte ist. Und dass eine Partei, die das anders sieht, auch weiterhin mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden muss.

Stand: 25.09.2017, 17:00

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62 Kommentare

Neuester Kommentar von "S.", 22.11.2017, 22:28 Uhr:

Laut FDP-Internetseite (Thema Abbruch der Sondierungsverhandlungen) wurde die FDP teils von grünen Teilnehmern als nationalistsch beschrieben, auch dass sie sich in Richtung einer Art Trump-Politik bewegen würden (auf der FDP-Seite anders beschrieben als ich es beschrieben habe. Das ist aber bedeutungslos, denn ich finde dass solche - leider aus grüner Richtung oft zu hörenden - Beschimpfungen nicht in Sondierungsverhandlungen gehören. So etwas ist meiner Meinung nach ein total undemokratisches Verhalten). Meiner Meinung nach ist es ungerecht und undemokratisch der FDP die Schuld für den Abbruch „in die Schuhe zu schieben“. Wären die Grünen der FDP weiter entgegengekommen so hätte man ja auch ein Kompromiss finden können. Warum sollte nur die FDP ihre Ideen aufgeben und das Programm der Grünen übernehmen? Ich meine es genügt ja dass schon die CDU ihre eigene Grundsatzpolitik erheblich aufgegeben hat die im starken Maß das grünideologische Gedankengut übernommen hat.

Kommentar von "S.", 14.11.2017, 18:23 Uhr:

Wahrlich, die „Nazikeule“ sollten unsere Politiker und Journalisten nicht benutzen. In der westlichen Politik der letzten Jahre sind extrem viele Handlungen und Entscheidungen zu erkennen welche mit der Politik der Nationalsozialisten identisch sind. Von der militärischen Mobilmachung gegen Russland mit der beständigen Behauptung dass Russland aggressiv sei, obwohl der Westen sich aggressiv gegen Russland verhält. Die schon standardmäßige Benutzung der Ostsee und des Schwarzen Meeres durch die USA. Die sich steigernden Provokationen gegen Russland aus den USA und EU. Die lügnerischen Begründungen wegen neuer Sanktionen gegen Russland, und vieles mehr. Das erinnert einen an die Lügen zur Begründung des Irakkrieges wie zum Beispiel dass der Irak Atomwaffen besäße und unsere Städte vernichten wolle. Auch diese sogenannte „Brutkastenlüge“ ist infam. Es ist total unverständlich dass unsere Politiker bei dieser Kriegstreibereien mitziehen, obwohl gerade unser Staat kein Recht zu so etwas hat

Kommentar von "J.", 04.11.2017, 21:19 Uhr:

In Deutschland wird durch die vorherrschende links-grün-68er Ideologie eine umgekehrte Rassenlehre gepflegt. Bei den links-grün-68er Besessenen ist für mich erkennbar jeder ethnisch deutsche Inländer (außer zur Ideologie gehörige) grundsätzlich ein böser Mensch und jeder Ausländer, insbesondere Menschen aus dem arabischen Raum sind engelsgleiche gute Wesen. Die Anhänger dieser uns in einen 3. Weltkrieg führende Ideologie wollen denkbar mit aller Macht alles was irgendwie deutsch ist endgültig von der Erde verbannen. Diese Leute verkennen die Tatsache dass auch nach dem Krieg geborene ethnisch deutsche Bürger keinerlei Kriegschuld tragen, gleich wenig wie jeder andere Nachkriegsgeborene auf dieser Erde. Es gibt keine Rasse auf der Erde mit einer Kollektivschuld. Wir alle sind gleich und niemand von uns Erdbewohner konnte bestimmen wann, wo und mit welcher Hautfarbe er geboren wurde. Auch konnten ethnisch deutsche Bürger ihr Geburtsland sowie den Zeitpunkt ihrer Geburt nicht bestimmen.

Kommentar von "S.", 04.11.2017, 10:27 Uhr:

Links-grün-68er orientierte Politiker und Journalisten im Land „verfolgen“ politisch anders denkende Bürger im Land. Nach der Idee „wer nicht der eigenen Ideologie zugehörig ist, der ist ein Rechtspopulist“. Extrem auffällig ist dass es laut „Links-Grün-68er“ fast immer um ethnisch Deutsche geht (selbstverständlich nicht um ethnisch deutsche Anhänger der „guten“ links-grün-68er Ideologie). Was können ethnisch deutsche Nachkriegsgeborene für ihren Geburtsort. Sie konnten ihren Geburtsort gleich wenig bestimmen wie Menschen aus anderen Ländern. Auch auffällig ist dass unsere Journalisten sowie Politiker einfach wegschauen, und nicht darüber berichten, dass der Nationalismus in den neuen Ost-EU-Ländern extrem zunimmt. So wurde bisher auch noch nicht über nationalistische Spannungen zwischen Ukraine und Polen berichtet. Überhaupt wird über die Ukraine immer nur in guten Tönen geschrieben obwohl es nicht sein kann dass die Ukraine das einzige Land der Erde ist in dem es nur Gutes gibt.

Kommentar von "Marina Heckmann", 01.11.2017, 03:19 Uhr:

hallo "Klein"...... Was hat das mit "unter Druck setzen" ??? ..... In meinem Kommentar vom 21.10.2017 O4.46Uhr stehen nur Wahrheiten. Wenn man sich ununterbrochen als Opfer stilisiert, braucht man sich nicht mit Inhalten beschäftigen. Irgendwann wird auch dem letzten AfD-Wähler auffallen, wie hohl die Parolen dieser Partei sind, z.B. "wir holen uns unser Land zurück". Leben Herr Gauland, Frau Weidel, Herr Poggenburg, Herr Höcke, Herr Meuthen, Frau Storch in Russland?

Kommentar von "Marina Heckmann", 01.11.2017, 02:58 Uhr:

nachzulesen bei msn Nachrichten ... Piotr. S. (öffentliche Selbstverbrennung) hinterlässt ein beeindruckendes politisches Manifest. In einem Text/Katalog mit 19 Punkten kritisiert er die Einschränkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Polen und appelliert an seine Mitbürger: "Wacht auf, es ist noch nicht zu spät." Zugleich warnt er: Die PiS-Wähler seien Verwandte, Nachbarn, Kollegen. Es geht nicht darum, gegen sie Krieg zu führen (das wünscht sich die PiS), aber sie zu bekehren: das wäre naiv. Es geht darum, dass sie ihre Anschauungen gemäß dem Recht und den Prinzipien der Demokratie verwirklichen. Damit steht der nüchterne Ton in einem scharfen Kontrast zum Mittel des Protests, das der einsame Demonstrant gewählt hat. Wird Piotr. S. Polen wachrütteln? in Zeiten ohne Krieg, Getto und Terror? ... Es gibt nur wenige Menschen mit einem "Gen des Muts und der Gerechtigkeit". Es gibt viel Apathie und Denkfaulheit. --- (wurde zunächst als Fake-News in Polen betrachtet) ---

Kommentar von "Frank", 31.10.2017, 15:49 Uhr:

Liebe Marina, Hitler kippte einst seinen braune Gülle über Deutschland, deren klebriger Gestank bis heute anhält und uns mehr denn je erpressbar und gefügig macht. Die links/grünen und damit sind alle Kartellparteien gemeint, tragen dieses Land nun endgültig zu Grabe. Was 1933 begann, wird heute zu Ende gebracht. Und wenn ich mir ihre Kommentare so anschaue, da hat ja eine Scheibe Knäckebrot vermutlich erheblich mehr gesunden Menschenverstand. Sie plappern ja nur nach, aber in diese links/grünen Hände solch ideologisch verseuchter geistiger Tiefflieger wurde unsere Zukunft gelegt. Selbst wenn ich mir wirklich Mühe gäbe die AFD nicht zu mögen, machen es das ständige Bashing, die Verdrehung von Tatsachen und die ideologisch verzerrten Diskussionen einfach unmöglich.

Kommentar von "Berger", 30.10.2017, 18:08 Uhr:

Bundestagswahl 2017: Die Wähler wollten offensichtlich nicht das die Grünen nach der Wahl mitregieren (gezeigt durch die nur 8,9%) ansonsten hätte diese Partei kleine Partei ein besseres Eahlergebnis erzielt. Dass nun die anderen Parteien entgegen dem Willen der Wähler die Partei mit in die Regierungsmacht zieht das empfinde ich als ungehörig. Es hätte nach der Bundestagswahl eine folgende Wahl stattfinden müssen in der entschieden würde welche Koalitionen das Volk wünscht. Durch die eigenmächtigen Enscheidungen der Politiker über eine folgende Regierungskoalition wird das Volk hintergangen.

Kommentar von "denke", 29.10.2017, 12:42 Uhr:

Deutschland ist ein Scheinriese, war es nach dem Krieg für die nachziehenden ehemaligen Deutschen aus den 1945 verlorenen Ostgebieten, war es für die Gastarbeiter und auch für die Menschen östlich der Mauer. Auch heute ist es wieder der Scheinriese Deutschland, der wie die Motten zum Licht fremde Menschen anzieht. Alles strebt zum Licht, besonders wenn es strahlend warm, hell und Wohlstand verheißend leuchtet. Auch hier ist es wieder das Zuviel: zu viel Licht, zu viel Riese (AM), zu viel Motten und Insekten, zu viele Arten, zu schnell und zu hoffnungsvoll, da ist doch ein großes "Sterben" vorprogrammiert. Entweder sterben, oder kämpfen - oder ein zurück, oder aber LICHT AUS. Die Ostgebiete wurden nullkommanix von westlichen Firmen und Verwaltungen geschleift, aufgebaut und -gehübscht, die Folgekosten jedoch den Menschen dort überlassen. Dann kann ich die Leute sehr gut verstehen in ihrem Hass auf Wartungs-u. Instandhaltungsarbeiten.

Kommentar von "Klein", 25.10.2017, 11:58 Uhr:

Zum Beitrag Marina Heckmann: Wer Forderungen, Erwartungen an andere Menschen stellt versucht andere Menschen „unter Druck“ zu setzten. So etwas ist von einem wünschenswerten friedlichen Zusammenleben sehr weit entfernt.

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