Der Faktencheck zur Sendung vom 29.03.2021

Hart aber fair

Verzeihung, wir haben da eine Frage: Scheitert Deutschland in der Krise?

Der Faktencheck zur Sendung vom 29.03.2021

Die politische Elite – unfähig zum klugen Kompromiss. Die Entschuldigung der Kanzlerin: Zeichen von Größe oder Schwäche? Beginnen so Staatskrisen? Was muss alles reformiert werden, wer zum Beispiel kann beim Impfen Perfektion durch Tempo ersetzen?

Eine Talkshow ist turbulent. Oft bleibt während der Sendung keine Zeit, Aussagen oder Einschätzungen der Gäste gründlich zu prüfen. Deshalb hakt hartaberfair nach und lässt einige Aussagen bewerten. Die Antworten gibt es hier im Faktencheck.

Ostern und Impfen

“Impfen, impfen, impfen“ lautet dieser Tage das Mantra der Politik. Daher wundert sich Norbert Röttgen darüber, dass es einige Bundesländer gebe, die sich über die Osterfeiertage eine Impf-Pause gönnen.

Norbert Röttgen mit Melanie Amann 00:43 Min. Verfügbar bis 29.03.2022

Wir haben bei allen zuständigen Ministerien der Bundesländer nachgefragt. Im Großen und Ganzen wird in den allermeisten Ländern auch über die Osterfeiertage weiter geimpft. In einigen ohne jegliche Einschränkung, in anderen abhängig von Impfstoffvorräten.

Ohne Einschränkungen wird in NRW, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Sachsen weiter geimpft. Auch dem bayerischen Gesundheitsministerium liegen nach Angaben einer Ministeriumssprecherin keine Hinweise vor, dass die Impftätigkeit an den Osterfeiertagen zurück geht.

In Rheinland-Pfalz soll über die Ostertage weiter geimpft werden, sofern ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Das Gleiche gilt für Niedersachsen. Nach Angaben des dortigen Sozialministeriums gibt es vereinzelte Impfzentren, die Impfungen an Feiertagen für unnötig halten, weil sie die werktäglichen Impftagesleistungen für ausreichend halten. Sachsen-Anhalt verweist darauf, dass die dortigen Impfzentren Terminvergaben und Impfungen selbstständig organisieren. Daher werde es dort auch Impfzentren geben, die an allen Ostertagen impfen werden.

In Bremen werden die drei Impfzentren durchimpfen. Lediglich in Bremerhaven wird an Ostersonntag und Ostermontag mangels Impfstoff nicht geimpft. In Hessen bleiben die Impfzentren geöffnet. Je nach Personalplanung könne die Anzahl der Impfungen in den einzelnen Impfzentren variieren, so ein Sprecher. Das Saarland öffnet seine Impfzentren auch am Ostersonntag für sechs Stunden von 9 bis 15 Uhr. Üblicherweise sind die Impfzentren im Saarland sonntags geschlossen. Da das Saarland aber ein Sonderkontingent an Impfstoffen erhält, kann nun neben den anderen Feiertagen auch am Ostersonntag geimpft werden. In Thüringen wird am Ostersonntag mangels Impfstoff nicht geimpft. An Karfreitag und Ostermontag haben die Impfzentren regulär geöffnet. Am Karsamstag werden in Thüringen nur Zweitimpfungen durchgeführt. In Baden-Württemberg sind die Impfzentren an Feiertagen grundsätzlich geöffnet, so ein Specher. Je nach Impfstoff-Vorräten könne es jedoch vorkommen, dass einige Impfzentren ihre Kapazitäten auf die Wochentage verteilen. Daher sei es durchaus möglich, dass einzelne Zentren an den Feiertagen geschlossen bleiben.

Brandenburg wird lediglich an Gründonnerstag und Karsamstag impfen, heißt es von Seiten des Koordinierungszentrums Krisenmanagement in Brandenburg. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag stehen die elf Impfzentren des Landes still. Der Leiter der Impflogistik des Landes Dr. Markus Grünewald verweist darauf, dass nur so viele Termine vergeben werden, wie auch Impfungen garantiert werden können. Die Bestände in Brandenburg seien zu 83 Prozent aufgebraucht. Nach Ostern rechnet Brandenburg – wie alle anderen Länder auch – mit deutlich größeren Liefermengen und einer Beschleunigung des Impftempos.

Auf Rückmeldung aus Mecklenburg-Vorpommern warten wird noch. Sobald diese vorliegt, werden wir den Faktencheck an dieser Stelle aktualisieren.

Stand: 31.03.2021, 08:53