Corona an Schulen: Die Dunkelziffer wird kleiner

Schüler macht einen Lolli-Corona-Test

Corona an Schulen: Die Dunkelziffer wird kleiner

Von Christopher Ophoven

In NRW werden seit Ferienende vor allem viele Kinder und Jugendliche positiv auf Corona getestet. Das Infektionsgeschehen wird stärker - aber die Dunkelziffer kleiner.

Die Entwicklung ist eindeutig: In den jüngeren Altersgruppen steigt die Inzidenz deutlich. Bei den 6- bis 10-Jährigen beispielsweise lag die 7-Tage-Inzidenz vor den Ferien bei 90. In der vergangenen Woche ist sie auf 377 gestiegen. Ein solcher Anstieg ist bei Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen zu beobachten.

Viel mehr Tests

Die steigenden Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen liegen aber nicht nur an einem stärkeren Infektionsgeschehen. Seit Schulbeginn werden Schülerinnen und Schüler wieder zwei Mal pro Woche mit Schnell- oder Lolli-Tests auf das Coronavirus getestet.

Durch die engmaschige Testung fallen auch Kinder auf, die sich infiziert haben, aber überhaupt keine Symptome zeigen. Es werden also viel mehr Fälle erfasst als in den Ferien.

"Dunkelziffer wird kleiner"

Der Virologe Dr. Rolf Kaiser vom Universitätklinikum Köln sieht das positiv: "Die Dunkelziffer wird kleiner. Man weiß ziemlich gut, wo sich das Virus jetzt verbreitet."

Gleichzeitig nehme das Infektionsgeschehen insgesamt zu, sagt Kaiser: "Man muss einfach sehen, dass diese Pandemie letztes Jahr noch wenig bei den Kindern verbreitet war und wir auch relativ strikt die Schulen und zum Teil die Kindergärten geschlossen hatten. Dieses Jahr hat sich das Virus weiter vorgearbeitet in diese jungen Bevölkerungsschichten."

Das heißt: Nicht nur die offenen Schulen sind ein Faktor, sondern auch die ansteckendere Delta-Variante, die sich vor allem unter Ungeimpften ausbreitet. Betroffen sind insbesondere Kinder unter zwölf Jahren, für die es in Deutschland noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Für über 12-Jährige gibt es eine generelle Impfempfehlung der STIKO auch erst seit Mitte August.

Anstieg schon vor den Schulbeginn

Ohnehin hat sich das stärkere Infektionsgeschehen in NRW schon vor dem Ende der Ferien abgezeichnet – die Inzidenz stieg schon vorher. Bei den Erwachsenen lässt sich das sehr gut beobachten.

Reiserückkehrer bringen das Virus mit

Ein Grund neben der Delta-Variante ist laut Robert Koch-Institut die Urlaubssaison. Reiserückkehrer haben einen Anteil am steigenden Infektionsgeschehen. Das NRW-Gesundheitsministerium schätzt die Lage ähnlich ein. Auf Nachfrage heißt es schriftlich: "Der Anteil der Fälle mit mutmaßlichem Infektionsort im Ausland lag vor zwei Wochen bei knapp über 9 Prozent."

Stand: 02.09.2021, 11:28