Unabhängige Direktkandidaten in NRW

Unabhängige Direktkandidaten in NRW

Von Anja Likusa

Mitglied bei CDU, SPD, FDP, den Linken oder B'90/Die Grünen? Von wegen! In Nordrhein-Westfalen gibt es fünf partei- und bündnislose Einzelbewerber, die über die Erststimme ein direktes Bundestagsmandat anstreben. WDR.de stellt sie vor.

Johannes Dieter Gramm, unabhängiger Direktbewerber für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 120

Für den Fotokünstler Johannes Gramm, der im Wahlkreis 120 (Essen III) als Parteiloser antritt, spielt das aktive Mitwirken eine entscheidende Rolle. Er kandidiert zum ersten Mal und ist stolz darauf, die erforderlichen 200 Stimmen von Wahlberechtigten aus seinem Wahlkreis in nur acht Tagen gesammelt zu haben. "Das macht Mut und Hoffnung auf mehr", sagt er. Bei den herkömmlichen Parteien stört den 49-Jährigen der Fraktionszwang, berufsbedingt liegen ihm die Rechte und Arbeitsbedingungen freischaffender Künstler sehr am Herzen. "Im Bundestag sitzt kein einziger Künstler. Es kann doch nicht sein, dass sämtliche Gesetze, die diese Berufsgruppe betreffen, nur von berufsfremden Menschen verabschiedet werden."

Für den Fotokünstler Johannes Gramm, der im Wahlkreis 120 (Essen III) als Parteiloser antritt, spielt das aktive Mitwirken eine entscheidende Rolle. Er kandidiert zum ersten Mal und ist stolz darauf, die erforderlichen 200 Stimmen von Wahlberechtigten aus seinem Wahlkreis in nur acht Tagen gesammelt zu haben. "Das macht Mut und Hoffnung auf mehr", sagt er. Bei den herkömmlichen Parteien stört den 49-Jährigen der Fraktionszwang, berufsbedingt liegen ihm die Rechte und Arbeitsbedingungen freischaffender Künstler sehr am Herzen. "Im Bundestag sitzt kein einziger Künstler. Es kann doch nicht sein, dass sämtliche Gesetze, die diese Berufsgruppe betreffen, nur von berufsfremden Menschen verabschiedet werden."

"Ich will unbequeme Fragen stellen und Themen auf den Tisch bringen, die meiner Meinung nach in den etablierten Parteien viel zu kurz kommen", sagt Karl Ulrich Voss. Der 62-jährige Jurist aus Burscheid kandidiert im Wahlkreis 100 (Rheinisch-Bergischer Kreis) als unabhängiger Kandidat. Die Themenbereiche Bundeswehr und Auslandseinsätze sind ihm besonders wichtig. Die heutige Praxis sei verfassungswidrig und nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. "Hier wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden", so seine Kritik. Darum strebt Voss eine breite gesellschaftliche Debatte zur Außen- und Sicherheitspolitik an und will sich für die Festlegung konkreter Einsatzgründe und eine unabhängige Bewertung der bisherigen Einsätze engagieren.

Udo Surmann ist parteiloser Bewerber im Wahlkreis 122 (Recklinghausen II). Nach erfolglosen Kandidaturen für die Wahl zum Landrat 2009 und die Wahl zum Landtag NRW in den Jahren 2010 und 2012 strebt er nun ein Bundestagsmandat an. Dass es bisher nicht geklappt hat, entmutigt ihn nicht. "Parteien sind an Wählerstimmen interessiert, nicht an den Belangen der Bürgerinnen und Bürger", begründet er seine Motivation. Und genau das will der 64-jährige Hertener ändern. "Ich stehe grundsätzlich für das Wohl und die Interessen meiner Mitmenschen und will mich für sie einsetzen, ganz gleich, ob es um die Sozial- und Gesundheitsreform, gerecht bezahlte Arbeitsplätze, den Straßen- und Wegebau oder den Strukturwandel geht."

Harry Seemann ist "Wiederholungstäter". Er trat in seinem Wahlkreis 129 (Münster) schon mehrfach als Oberbürgermeister- und Stadtratskandidat sowie als Bewerber für den NRW-Landtag an. Für den Bundestag bewirbt er sich zum dritten Mal. Auch wenn es mit einem Mandat bisher nicht geklappt hat, verbucht er die verlorene Wahl zum Oberbürgermeister im Jahre 2004 als Erfolg. "Ich habe den CDU-Kandidaten mit meinen 560 Wählern in die Stichwahl gezwungen. Der hat sein größtes Prestigeobjekt, eine Tiefgarage von über 23 Millionen Euro, geschmissen. So habe ich die Bürger vor einer unsinnigen Monsterinvestition bewahrt." Darum will der arbeitslose Münsteraner sich auch weiterhin politisch engagieren und vor allem für soziale Gerechtigkeit kämpfen.

Alexander Gutsch, Direktkandidat im Wahlkreis 135 (Lippe I) ist mit 23 Jahren der jüngste Kandidat im Bunde. Der Brandmeisteranwärter aus Lemgo will sich zwar für die Menschen in seinem Wahlkreis einsetzten, einer Partei möchte er sich aber nicht anschließen. "Als unabhängiger Bewerber kann ich direkt für lippische Themen sprechen und brauche keine parteipolitischen Interessen vertreten", sagt er zu seiner Motivation. Ihn treibt vor allem die Gesundheitspolitik um. Darum stehen die Ärzteversorgung im ländlichen Raum und der Ärztemangel in deutschen Kliniken aufgrund besserer Konditionen im Ausland ganz oben auf seiner Agenda.

Stand: 14.09.2013, 06:00 Uhr