Verdächtige verhaftet, Details veröffentlicht

Polizeiwagen und Weißer Lieferwagen vor Tatort

Mordfall Rietberg

Verdächtige verhaftet, Details veröffentlicht

Im Zusammenhang mit einem Mordfall in Rietberg hat am Mittwoch ein SEK zwei Männer festgenommen. Beim Zugriff in einem Gütersloher Mietshaus wurden auch Unschuldige behelligt, außerdem entstand Sachschaden. Die Polizei gab heute (28.01.2016) weitere Einzelheiten bekannt.

Vor etwa drei Monaten war in Rietberg-Westerwiehe ein brutaler Mord passiert. Am Mittwoch nun wurden unter großem Einsatz von Polizeikräften zwei Verdächtige festgenommen.

Einige "Kollateralschäden"

Gegen 5.00 Uhr stürmten die Beamten das Haus am Gütersloher Westring. Offenbar wusste zu diesem Zeitpunkt das SEK aber nicht mit letzter Gewissheit, in welcher Wohnung genau sich die Verdächtigen aufhielten. Die Polizisten brachen gleich mehrere Wohnungen auf, legten vorübergehend auch mehreren überraschten, unschuldigen Mietern Handschellen an, drückten sie mit vorgehaltener Waffe zu Boden. Das Resultat: Mehrere kaputte Wohnungstüren und Schlösser, verängstigte Bewohner. Bei ihnen entschuldigte sich die Polizei mittlerweile, sie können nun auch die Opferschutz-Angebote der Behörde in Anspruch nehmen.

Erfolgreicher Zugriff

Festgenommen wurden schließlich zwei Männer, 46 und 48 Jahre alt. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Ein Dritter wird noch gesucht. Die beiden Beschuldigten haben sich bisher noch nicht geäußert. Zu dem dritten Tatverdächtigen wollte die Polizei keine Details bekanntgeben.

Akribische Ermittlungen

Vor dem Zugriff hatte die eigens eingesetzte Mordkommission "Lippling" monatelang akribisch ermittelt. Auf die Spur gekommen war sie den Tätern letztlich über DNA-Spuren an Kabelbindern und Panzerklebeband, mit denen die beiden Opfer im November gefesselt worden waren. Dieselbe DNA war nach einem Wohnunseinbruch in Oelde 2014 gefunden worden. In aufwendigen Ermittlungen konnte über den Abgleich mit einem am Tatort gesehenen Wagen schließlich einer der jetzt Festgenommenen identifiziert werden.

Der Mord in Rietberg

Im November waren mehrere Maskierte in ein Rietberger Wohnhaus eingedrungen. Sie hatten dort den 63-jährigen Werner S. und seinen ein Jahr älteren Bruder Heinz S. mit bloßen Händen angegriffen. Werner S. floh damals mit schweren Verletzungen zu den Nachbarn. Sein älterer Bruder starb wegen massiver Schläge gegen seinen Kopf. Die Täter entkamen damals mitsamt den Tageseinnahmen der Kfz-Werkstatt der Brüder.

Viele Beamte im Einsatz

An dem Zugriff am frühen Mittwochmorgen waren neben dem SEK auch Beamte einer Hundertschaft und der Kriminalpolizei Bielefeld beteiligt.

Stand: 28.01.2016, 13:43

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