Schwarzfahrerin wirft Zugbegleiter Missbrauch vor

Intercity Express Zug der Deutschen Bahn

Schwarzfahrerin wirft Zugbegleiter Missbrauch vor

Die Hagener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Zugbegleiter: Eine 17-Jährige beschuldigt ihn, sie im ICE zwischen Dortmund und Wuppertal sexuell missbraucht zu haben. Die Schülerin hatte kein Ticket, als sie von dem Zugbegleiter kontrolliert wurde.

Ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn steht im Verdacht, im ICE zwischen Dortmund und Wuppertal am Montagnachmittag (18.01.2016) eine Schülerin missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen den Mann. Sie teilte am Donnerstag mit, was die 17-Jährige berichtet hatte: Bei einer Fahrkartenkontrolle habe sie kein Ticket vorweisen können. Daraufhin habe der Zugbegleiter sie zur Zugtoilette gebeten und ihr gesagt, man könne über die Sache reden. Dort habe er dann sexuelle Handlungen an der Jugendlichen vorgenommen.

Festnahme in Frankfurt

Die 17-Jährige stieg offenbar wie geplant in Wuppertal aus dem ICE aus und zeigte den Zugbegleiter nach einem Gespräch mit ihrem Freund an. Der Bahn-Mitarbeiter wurde dann in Frankfurt am Main festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegt noch keine Aussage von ihm vor - auch die ärztliche Untersuchung der Schülerin steht demnach noch aus. Gegen den mutmaßlichen Täter wird wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung ermittelt. Er ist wieder auf freiem Fuß. Es bestehe keine Fluchtgefahr, da er einen festen Wohnsitz habe, so die Staatsanwaltschaft.

"Rollender Tatort"

Schon bei der Festnahme in Frankfurt wurden der Zug und vor allem die Zugtoilette nach DNA-Spuren untersucht. Diese Spuren und die Aussage des Opfers oder möglicher Zeugen werden jetzt überprüft. Unklar ist noch, wer genau für den Fall zuständig ist. Ein Zug gilt als so genannter "rollender Tatort". Normalerweise ist die Polizei zuständig, in dessen Einzugsbereich die Tat passiert - in diesem Fall steht das bisher nicht eindeutig fest.

Bestürzung bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn zeigte sich bestürzt über die Vorwürfe gegen ihren Mitarbeiter. Der Zugbegleiter sei für die Dauer der Ermittlungen freigestellt worden. Man nehme die Vorwürfe sehr ernst, hieß es.

Stand: 21.01.2016, 14:23