Schnelltest für Zika-Virus

Zika Virus

Made in Duisburg

Schnelltest für Zika-Virus

Bisher bieten nur öffentliche Institute und Gesundheitsämter einen Test für das gefährliche Zika-Virus an. Nun hat auch ein privates Forschungsinstitut in Duisburg den Durchbruch geschafft: Als einer der ersten Hersteller hat es einen Test für den Nachweis von Zika-Viren entwickelt.

Im Moment heißt das Schreckensthema Zikavirus und seine Verbreitung. Rund um den Äquator - vor allem aber in Südamerika - gibt es immer mehr Fälle. Das Virus kann vor allem Blutkrankheiten auslösen. Wenn Schwangere betroffen sind, können die Kinder mit einer Fehlbildung zur Welt kommen. Umso wichtiger ist es, dass es gelingt, das Virus im Blut nachzuweisen. Viele Institute und Labore arbeiten mit Hochdruck an so einem Nachweis.

Schnelltest aus einem Duisburger Forschungsinstitut

Mückenart: Aedes aegypti

Zika-Mücke (Aedes Aegypti) überträgt das Virus

Die Entwicklung eines solchen Schnelltests ist jetzt in Duisburg gelungen. Nur ein paar Tropfen der Testflüssigkeit genügen, um festzustellen, ob jemand mit dem gefährlichen Zika-Virus infiziert ist. Monatelang haben die Wissenschaftler in dem kleinen Labor in Duisburg das Virus erforscht. Zika grassiert vor allem in Südamerika, 4000 bestätigte Fälle gibt es allein in Brasilien. Besonders betroffen von dem Virus sind Schwangere. Bei ihnen, so die Experten, könne die Infizierung mit dem Virus dazu führen, dass die Frauen Kinder mit Fehlbildungen zur Welt bringen. Dabei ist der Kopf des Babys zu klein, das Gehirn entwickelt sich nicht richtig im Mutterleib. Und das ist nur eine der schweren Krankheiten, die das Virus verursacht, sagt Gründer der Forschungsfirma Sudhir Bhatia. "Die Viruseigenschaften verursachen entweder innere Blutungen oder beeinflussen die Hirnfunktionen. Deshalb ist es enorm wichtig, das Zika-Virus rechtzeitig zu erkennen, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen."

Tests für viele Krankheiten entwickelt

Das der Test ausgerechnet jetzt entwickelt wurde, ist purer Zufall, so die Firma. In dem kleinen Duisburger Labor entwickeln die Mitarbeiter nämlich schon seit Jahren Tests gegen Krankheiten, die von der Tigermücke übertragen werden. So zum Beispiel Schnelltests auf Ebola und Schweinegrippe. Nichts davon wird staatlich subventioniert, obwohl die Zuschüsse nötig wären, meint Firmenchef Bhatia und verweist auf die Schweinegrippe- und Ebolaepidemien in der Vergangenheit. Angesichts der jüngsten Vergangenheit sei es wichtig, in die entsprechenden Unternehmen zu investieren.

Doch bis es soweit ist, verkauft die Firma auch ganz profan Vaterschaftstests, um die kostspielige Entwicklung der teuren Virentests zu finanzieren - in mehr als 70 Ländern, von Duisburg aus gesteuert. Demnächst wollen die Wissenschaftler Impfstoffe entwickeln - auch gegen das Zikavirus. Denn die Tigermücke und mit ihr der Erreger breiten sich weltweit aus. Die Wissenschaftler schließen nicht aus, dass das Virus demnächst auch Deutschland erreicht. Allerdings ist zur Zeit übertriebene Angst oder gar Panik in Deutschland nicht angebracht. Hier gibt es bisher nur sehr wenige Einzelfälle.

Stand: 02.02.2016, 13:41