Zika-Virus ist sexuell übertragbar

Ansteckung mit dem Zika-Virus

Zika-Virus ist sexuell übertragbar

Von Alexandra Hostert

Die Nachricht aus den USA klingt beängstigend: Das Zika Virus ist auch sexuell übertragbar. Die Gesundheitsbehörde aus Dallas meldet, die Übertragung sei durch "eine kranke Person" erfolgt, "die aus einem Land mit weiter Verbreitung von Zika zurückgekommen war".

Für Virologen nichts Neues

In den internationalen Medien macht dieser Fall Schlagzeilen. Für Virologen ist er aber weit weniger interessant. Experten des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg und der Universität Bonn sagen übereinstimmend: Grundsätzlich war bereits bekannt, dass Zika auch sexuell übertragen werden kann. Die Viren können im Menschen nicht nur im Blut, sondern auch in der Samenflüssigkeit vorhanden sein. Dort können sie einige Tage nach einer neuen Zika-Infektion gefunden werden.

Übertragung durch Mücken relevanter

Dennoch gehen die Fachleute davon aus, dass dieser Übertragungsweg zu großflächigen Ausbreitung des Virus wenig beiträgt, sie sei sehr selten. Die Übertragung durch Mücken ist nach Ansicht der Experten ein bei weitem wichtigerer Übertragungsweg. Wer aktuell aus Südamerika zurückkehrt und ganz sicher sein möchte, die Partnerin nicht anzustecken, kann trotzdem eine Vorsichtsmaßnahme ergreifen: In diesem Fall sollte man für etwa zwei Wochen beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen, empfiehlt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut. Eine Übertragung durch Blut sei in Deutschland ebenfalls unwahrscheinlich, da Reiserückkehrer von Blutspenden ausgeschlossen sind.

Zika-Mücken in Deutschland?

Mückenart: Aedes aegypti

Sie überträgt das Zika-Virus: die Tigermücke

Für Deutschland schätzen Experten auch die Gefahr einer Zika-Epedemie, die durch Mücken übertragen wird, als sehr gering ein. Der Virologe Christian Drosten von der Universität Bonn betont, dass bei uns wesentlich bessere hygienische Bedingungen herrschen als zum Beispiel in Brasilien. Mücken finden so weniger Wasserlachen, in die sie ihre Eier ablegen. Außerdem leben weniger Menschen auf engem Raum. Dazu kommt: die Gelbfiebermücke Aedes aegyptii, die man bisher als Hauptüberträger annimmt, kommt in Deutschland nicht vor. Sie ist in den Tropen und Subtropen verbreitet.

Weitere Tests nötig

Allerdings ist bisher nicht genau klar, welche Mücken das Virus übertragen können. Neben der Gelbfiebermücke könnte die asiatische Tigermücke Aedes albopictus ein Überträger sein. Sie ist inzwischen auch in Deutschland zu finden. In Laborversuchen konnte auch diese Mückenart das Zika-Virus übertragen. Aber nur, wenn man sie davor künstlich mit extrem großen Mengen an Viren infiziert hatte. Inwieweit sie auch in der Natur ein Überträger ist, muss erst noch genauer untersucht werden.

Stand: 03.02.2016, 13:47