200 Jahre Radgeschichte: von der Draisine zum E-Bike

200 Jahre Radgeschichte: von der Draisine zum E-Bike

Der Tüftler Karl von Drais erfand vor 200 Jahren die Laufmaschine - die "Draisine". Später nannte man so etwas dann Fahrrad - und das wurde immer ausgeklügelter. Ein Rückblick.

 Historische Darstellung des hölzernen Laufrads Draisine

1817: Der badische Forstbeamte Karl von Drais (1785-1851) unternimmt am 12. Juni vor Publikum eine Fahrt mit seiner Laufmaschine von Mannheim zum Relaishaus bei Schwetzingen. Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde des Fahrrads. Drais einspurige, zweirädrige und lenkbare "Draisine" wird bald weiterentwickelt.

1817: Der badische Forstbeamte Karl von Drais (1785-1851) unternimmt am 12. Juni vor Publikum eine Fahrt mit seiner Laufmaschine von Mannheim zum Relaishaus bei Schwetzingen. Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde des Fahrrads. Drais einspurige, zweirädrige und lenkbare "Draisine" wird bald weiterentwickelt.

1839: Der schottische Schmied Kirkpatrick Macmillan erfindet ein Zweirad, das mit Schwinghebeln am Hinterrad angetrieben wird. Um 1860 entstehen auch Räder mit einer Tretkurbel am Vorderrad.

1867: Die Franzosen Pierre und Ernest Michaux gelten als Erfinder des Pedalantriebs. Vater und Sohn, eigentlich Hutfabrikanten, stellen auf der Pariser Weltausstellung ihr vorderradbetriebenes "Velociped" vor. Der Siegeszug des Fahrrads beginnt.

Um 1870: Das Hochrad wird entwickelt. In der Regel hat das Vorderrad einen besonders großen Durchmesser, um schneller voranzukommen. 1879 erfindet der Brite Henry John Lawson den Kettenantrieb für das Hinterrad.

1885: Das Niederrad mit zwei gleich großen Reifen und einer Kette für den Hinterrad-Antrieb wird vom Briten John Kemp Starley patentiert. In der Folge wird das Fahrrad nach und nach zum Massenverkehrsmittel.

1888: Der Schotte John Boyd Dunlop erfindet den Luftreifen für das Fahrrad. Zwar patentierte bereits 1845 sein Landsmann Robert William Thomson "Pneumatics", er konnte sich aber nicht durchsetzen. Um 1895 wird die erste Gangschaltung für das Fahrrad patentiert.

1903: Das weltweit berühmteste Radrennen, die Tour de France, findet erstmals statt. Nach sechs Etappen und 2.428 Kilometern trägt der Franzose Maurice Garin das gelbe Sieger-Trikot.

1913: Und dann kam das Auto: Mit Einführung der Fließbandproduktion beim US-Autohersteller Ford bekommt das Fahrrad massive Konkurrenz von den Kraftfahrzeugen.

Spätestens mit dem Autoboom ab den 1950ern wird das Radeln für die meisten eher ein Freizeitspaß.

1970er: Durch ein gesteigertes Gesundheits- und Umweltbewusstsein verbessert sich das Image des Fahrrads wieder. In dieser Zeit entstehen auch neue Formen wie die Mountainbikes.

1990er: Zwar wurden bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts elektrisch angetriebene Fahrräder patentiert, doch erst mit leistungsstärkeren Batterien startete der Massenmarkt. Besonders Berufsradler wie Postboten freuen sich über die Pedelecs und E-Bikes.

2016: Ein US-Hersteller bringt erstmals eine kabellose Funkschaltung auf den Markt. Jedes siebte verkaufte Fahrrad in Deutschland ist mittlerweile ein E-Bike - Tendenz steigend.

2017: Deutschland feiert den 200. Geburtstag des Fahrrades mit vielen Veranstaltungen und Ausstellungen. Zum Beispiel hier die Meisterschaft für Draisinen in Karlsruhe.

Stand: 12.06.2017, 06:00 Uhr