Datensammeln für ein intelligentes Transportsystem

Eine Matrix-Illustration mit Binärcodes

Datensammeln für ein intelligentes Transportsystem

Von Jan Spelleken

  • Moderne Programme sollen Verkehrsdaten auswerten
  • Zusammenarbeit mit Forschern aus der ganzen Welt
  • Branche hinkt bei Big-Data hinterher

Wer Fracht intelligent transportieren kann, spart Zeit, Geld und schont die Umwelt. Dabei gilt es allerdings kniffelige Fragen zu lösen, damit das auch funktionieren kann. Wie kommt die Fracht pünktlich zum Hafen und wo steht der richtige Container? Ist der Lkw komplett beladen und kommt er auch bei schlechtem Wetter ohne Probleme durch den Berufsverkehr? Die Uni Duisburg-Essen will genau diese Fragen klären und so die Transport- und Logistikbranche verbessern. Und zwar mit dem Big-Data-Projekt "TransformingTransport". Mit Hilfe moderner Computerprogramme sollen die vielen Verkehrsdaten verknüpft und ausgewertet werden.

Big-Data kurz erklärt

Blauer Kunstkopf mit Daten

Menschliches Verhalten wird vorhersehbar

Big-Data: Das sind riesige Datenmengen, die man mit normaler Soft- oder Hardware nicht mehr verarbeiten kann. Und dieser Datenberg wird dank uns immer größer. Mit jeder verschickten SMS, jedem hochgeladenen Foto bei Facebook oder dem Einkauf im Onlineshop. Big-Data bedeutet aber auch, die Daten zu analysieren und nutzbar zu machen. Ein Beispiel dafür, wie es funktioniert: Wir suchen bei Google nach einem Ort. Auf den nächsten Seiten bekommen wird dann Reiseangebote für genau diesen Ort angezeigt.

Internationale Zusammenarbeit

Container im Duisburger Hafen

Rund zweieinhalb Jahre läuft das Projekt. In dieser Zeit werden unzählige neue Datenquellen berücksichtigt- darunter Videos von Verladezonen, Sensordaten von Autobahnen und Wetteraufzeichnungen. Die Universität arbeitet dabei mit insgesamt 47 Partnern aus neun Ländern zusammen - auch der Duisburger Hafen ist dabei. In einem Pilotprojekt soll zum Beispiel geprüft werden, wie man die Wartung bei den Kränen am Hafen verbessern kann. Das könnte Zeit und Geld sparen.

Big-Data für viele Unternehmen noch Neuland

Die EU fördert das Projekt mit fast 15 Millionen Euro. Die Erwartungen sind dementsprechend groß. Das Projekt soll "Signalwirkung" für eine ganze Branche haben. Im Moment nutzt nämlich nur jedes fünfte europäische Transport- und Logistikunternehmen Big-Data-Lösungen, so der technische Koordinator des Projekts Dr. Andreas Metzger. Und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat ausgerechnet: Mit den neuen Lösungen ließen sich bis 2020 weltweit 450 Milliarden Euro einsparen. Außerdem könnten 380 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden.

Stand: 15.02.2017, 11:49