Fünf Tipps zum Umgang mit WhatsApp bei Kindern

zwei Mädchen schauen auf ihr Smartphone.

Fünf Tipps zum Umgang mit WhatsApp bei Kindern

Sie chatten, texten und schicken Videos hin und her: WhatsApp ist eine der beliebtesten Apps bei Kindern und Jugendlichen. Doch die vermeintlich einfache Kommunikation hat ihre Tücken.

Ab wann sollten Kinder WhatsApp nutzen dürfen?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Offiziell ist die App ab 16 Jahren freigegeben. Doch es gibt auch schon Grundschulkinder, die die App nutzen. "Wichtig ist, dass sich die Eltern informieren", betont Michael Schnell vom gemeinnützigen Verein Internet-ABC. Die App zu verbieten sei durchaus berechtigt, aber oft schwer durchzusetzen, wenn die meisten anderen Kinder den Dienst benutzen. Dann sei es besonders wichtig, die Kinder kompetent zu begleiten.

Kompetente Begleitung - wie geht das?

Michael Schnell vom Internet-ABC

Michael Schnell berät beim Umgang mit Medien

Auch die Eltern sollten sich über die App informieren. "Wichtig ist, dass Kinder eine Vertrauensperson haben", sagt Schnell. Das könnten die Eltern sein, aber auch eine Tante, ein Bekannter oder Lehrer in der Schule. Kettenbriefe, Beleidigungen und unvorteilhafte Fotos, die über die App in größeren Gruppen verschickt werden, sind leider keine Seltenheit. "Sollte es zu Problemen kommen, ist wichtig, dass das Kind nicht alleine ist." Sicherlich haben auch Kinder eine Privatsphäre, dennoch sollten Eltern in der ersten Zeit immer mal wieder in die Chats gucken, um einschätzen zu können, was das Kind macht. Das sollten Eltern auch mit ihrem Kind besprechen. "Heimliche Kontrolle bringt da nichts", meint Schnell.

Zur kompetenten Begleitung gehört auch, dass Eltern die Einstellungen überprüfen, die die App bietet. "Man kann zum Beispiel einstellen, dass fremde Kontakte geblockt werden. Und Eltern können mit darauf achten, wer im Adressbuch des Kindes steht", rät Michael Schnell.

Wie erklärt man Kindern, wie öffentlich WhatsApp eigentlich ist?

Kinder verstehen meist noch nicht, wie das Internet funktioniert. Und dass Fotos und Videos, die sie bei WhatsApp verschicken, im Netz sind - und dort auch bleiben. Einige Tipps, um das zu verdeutlichen:

  • Stellt euch vor, dass die Fotos und Videos, die ihr verschickt, auf einer Art Litfasssäule landen - verschickt also nur Dinge, die ihr dort auch zeigen würdet!
  • Schreibt nur Dinge, bei denen euch eure Eltern über die Schulter gucken dürften
  • Wenn ihr etwas schreibt, dann ist das öffentlich und bleibt im Netz

Was tun, wenn es zu Mobbing kommt?

Bisher gibt es nach Einschätzung von Wissenschaftlern keine Hinweise darauf, dass es durch Dienste wie WhatsApp häufiger zu Mobbing kommt. Allerdings kann Mobbing via WhatsApp besonders drastisch sein: weil die Nutzer ständig online sind und ihre Nachrichten nicht in einem sozialen Kontext austauschen. Wenn es zu Mobbing kommt, "ist es ganz wichtig, das Kind nicht alleine zu lassen", betont Michael Schnell.

An den meisten Schulen gibt es Lehrer, die Ansprechpartner in Sachen Medien sind; an manchen Schulen gibt es auch Schüler, die - mit betreuenden Lehrern - als sogenannte Medienscouts unterwegs sind und andere Kinder beraten.

Wichtig: Regeln festlegen!

"Eltern und Kinder sollten gemeinsame Regeln aufstellen - mit entsprechenden Konsequenzen, falls diese nicht eingehalten werden", rät Schnell. Ein Leitfaden für solche Regeln könne der Mediennutzungsvertrag sein, den man im Netz individuell zusammenstellen und ergänzen kann.

Klare Regeln sollte es auch dafür geben, wann das Kind WhatsApp nutzen darf. "Abends muss irgendwann Schluss sein. Denn häufig meinen die Kinder, immer und an allen Diskussionen teilhaben zu müssen." Wenn die Handys beispielsweise vor dem Abendessen ausgeschaltet werden, kann das auch für die Eltern eine durchaus sinnvolle Regel sein.

Stand: 17.05.2016, 06:00