Service Technik - 10 Tipps für bessere Urlaubsfotos

Service Technik - 10 Tipps für bessere Urlaubsfotos

Von Anne Preger

Egal ob Spiegelreflex-, Handy- oder Kompaktkamera im Gepäck ist, mit diesen einfachen Tricks machen Sie bessere Bilder und erzählen nachher nicht mehr: "Das sah da noch viel toller aus als jetzt auf dem Foto."

Sonnenuntergang an der Anse Soleil, Mahé, Seychellen

Tipp 1: Vergiss die Sonne!
Der Star eines Sonnenuntergangs ist nicht die Sonne. Interessant wird das Motiv durch angestrahlte Wolken am Himmel und durch den Vordergrund. Am Strand bieten sich dafür die Umrisse von Palmen an. Aber die Idee funktioniert auch mit Gebäuden, Bäumen oder anderen Schattenrissen. Wichtig: Die Farben werden meist eindrucksvoller, wenn man bewusst unterbelichtet. Das lässt sich selbst bei Kompaktkameras und besseren Handy-Kamera-Apps einstellen. So werden Schattenrisse wirklich schwarz und der Himmel wirkt farbenfroher. Noch ein Tipp: Warten! Das Fotolicht ist oft am schönsten, kurz nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist.

Tipp 1: Vergiss die Sonne!
Der Star eines Sonnenuntergangs ist nicht die Sonne. Interessant wird das Motiv durch angestrahlte Wolken am Himmel und durch den Vordergrund. Am Strand bieten sich dafür die Umrisse von Palmen an. Aber die Idee funktioniert auch mit Gebäuden, Bäumen oder anderen Schattenrissen. Wichtig: Die Farben werden meist eindrucksvoller, wenn man bewusst unterbelichtet. Das lässt sich selbst bei Kompaktkameras und besseren Handy-Kamera-Apps einstellen. So werden Schattenrisse wirklich schwarz und der Himmel wirkt farbenfroher. Noch ein Tipp: Warten! Das Fotolicht ist oft am schönsten, kurz nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist.

Tipp 2: Denk an die Sonne!
Es ist eine der einfachsten Regeln: Nie direkt gegen das Licht fotografieren. In Räumen nicht gegen das helle Fenster und draußen erst Recht nicht gegen die Sonne. Sie sollte im Rücken des Fotografen stehen und das Objekt der Begierde direkt oder besser noch schräg von der Seite ausleuchten. Mittags strahlt die Sonne am intensivsten und wirft die härtesten Schatten - keine gute Zeit für Fotos. Die goldenen Stunden am Nachmittag bieten deutlich besseres Fotolicht. Und wer bereit ist, im Urlaub früh aufzustehen, wird nicht nur mit tollem Licht, sondern auch mit menschenleeren Städten, Stränden oder Landschaften belohnt.

Tipp 3: Entscheid dich!
Häufig wollen Fotografen alles auf einmal: Ein schönes Porträtfoto schießen und gleichzeitig den Hintergrund zeigen. Wer sich nicht entscheidet, dem gelingt mit dem Bild meist weder das eine noch das andere. Für ein Porträt sollte die Schärfe auf dem Gesicht oder in diesem Fall auf dem vorderen Papageitaucher liegen – und nur da. Der Hintergrund darf unscharf sein. Um das zu erreichen, benötigt man eine große Blende, d.h. eine kleine Blendezahl. Bei vielen Kameras ist es einfach: Sie haben einen extra Porträtmodus.

Tipp 4: Runter auf die Knie!
Auf Augenhöhe macht man gute Bilder. Das gilt nicht nur für Erdmännchen, sondern auch für tollende Hunde, spielende Kinder oder sitzende Großeltern. So sieht man in der gleichen Perspektive wie das Fotobjekt. Dieser Tipp eignet sich auch für Familienfeiern. Wer allerdings eine große Gruppe von Menschen aufs Bild bekommen will, hat mehr Chancen und ein spannenderes Gruppenbild, wenn er auf die Leiter steigt.

Tipp 5: Mach das Beste aus dem Wetter!
Sonne und nicht eine Wolke am Himmel? Langweilig! Wolken machen jeden Himmel spannender. Das sieht man auch bei der Foto-Online-Plattform Instagram am Hashtag #cloudporn. Eine geschlossene Wolkendecke ist zugegebenermaßen nicht schön im Bild, aber: Das Licht ist dann diffus und bestens geeignet für tolle Porträtbilder ohne hässliche Nasenschlagschatten. Bei strömendem Regen vergeht einem die Fotolaune leicht. Aber selbst den kann man sportlich nehmen, indem man den Regen zum Star macht. Er ist gar nicht so einfach zu fotografieren. Eine kurze Belichtungszeit (oder der Sportmodus) helfen, Tropfen zum Beispiel beim Wellenschlagen in der Pfütze "einzufrieren".

Tipp 6: Vordergrund macht Bild gesund!
Das gilt nicht nur für Sonnenuntergänge, sondern ist auch bei Aufnahmen von Landschaften eine gute Regel - und bei Gebäuden, von denen man weit weg geht, um sie "ganz aufs Bild zu bekommen". Eine Pflanze, Mauer, die Reling eines Schiffs oder ein großer Stein im Vordergrund verleihen einem Bild Struktur und verhindern, dass die untere Bildhälfte im Grau von Asphalt versinkt. Dann müssen auch keine Menschen ins Bild, die ohnehin in einer großartigen Landschaft häufig etwas verloren wirken und vom eigentlichen Motiv ablenken. Man kann die Regel übrigens auch umdrehen. Wer die Blume im Vordergrund fotografieren will, ist dankbar für eine schöne Landschaft im Hintergrund. Dann gilt: Auch Hintergrund macht Bild gesund! Und wie man so einen blauen Himmel bekommt, verrät Tipp 8.

Tipp7: Mach das Beste aus Kontrasten!
Nicht immer hat man die Möglichkeit, sich selbst so in Position zu bringen, dass die Sonne ein Motiv komplett ausleuchtet. Kommt das Licht von der Seite, versinkt ein Teil des Bildes im Schatten. Eine tolle Gelegenheit für ausdrucksstarke Bilder! Wichtig dabei: Welcher Teil des Bildes soll richtig belichtet sein? Per Touchscreen oder Belichtungsfeldwahl lässt sich das einstellen. Bei unbewegten Objekten kann man im HDR-Modus (HDR = high dynamic range) Kontraste im Bild verkleinern. Dann erkennt man auch Details im Schatten besser. Dieses Familienporträt würde dadurch aber langweilig.

Tipp 8: Polfilter nutzen für sattes Blau!
Warum sehen Meer und Himmel im Reisekatalog immer intensiver aus als auf den eigenen Bildern? Die Antwort: Katalogfotografen arbeiten mit einem Polarisationsfilter. Dieser Filter aus Glas wird aufs Objektiv geschraubt bzw. aufs Smartphone geklippt. Durch Drehen am Filter lässt man nur Lichtwellen einer bestimmten Ausrichtung durch. Ergebnis: Spiegelungen werden intensiver - oder verschwinden. Dann strahlen die Farben von Himmel und Meer intensiver. Die Wirkung eines Polfilters lässt sich nicht durch digitale Bildbearbeitung nachempfinden. Polfilter sind auch sehr hilfreich, wenn man ohne lästige Spiegelungen durch Scheiben fotografieren will.

Tipp 9: Kenne deine Kamera!
Um Vögel im Flug zu erwischen, muss man seine Kamera gut kennen. Denn das Motiv ist so schnell, dass man keine Zeit hat, Einstellungen zu korrigieren. Die Kamera muss vorher schon passend eingestellt sein, um den Vogel automatisch scharf zu stellen und zu belichten. Handy-Kameras erreichen hier meist ihre Grenzen. Wer Lust hat, an seiner Kamera möglichst viele Einstellungen auf einmal kennen zu lernen: 1) Leicht überbelichten, sonst wird ein Vogel vor hellem Himmel zu dunkel. 2) Schnelle Verschlusszeit wählen: Die Flügel eines Papageitauchers schlagen bis zu 400 Mal in der Minute. Da braucht man schon Verschlusszeiten von 1/1600 oder 1/2000, um den Flügelschlag einzufrieren. 3) Autofocus-Nachverfolgung wählen. 4) Hohe ISO-Zahl einstellen, damit beim Vogel am Ende nicht nur die Schnabelspitze scharf ist. 5) Nachher nicht vergessen, alle Einstellungen zurückzusetzen für weniger extreme Motive. Faule können den Sportmodus testen.

Tipp 10: Einfach ausprobieren!
Speicherplatz ist schon lange kein limitierender Faktor mehr. Es schadet also nicht, ein paar Bilder mehr vom selben Motiv zu machen. Am Abend kann man dann einfach noch mal durch die Bilder des Tages schauen und nur die schönsten behalten. Der Rest kommt in den digitalen Papierkorb! Die Anleitung der eigenen Kamera kann eine sehr spannende Urlaubslektüre sein für alle, die im Experimentier-Modus sind. Wer sich dazu gar nicht durchringen kann und es lieber erklärt bekommt: Warum nicht im Urlaub einen Fotokurs machen? Und zum Schluss gilt: Wer alle Regeln und Tipps kennt, darf sie auch wieder über Bord werfen. Diesmal aber ganz bewusst!

Stand: 04.07.2016, 11:00 Uhr