Service Technik - Drohnenführerschein

Eine ferngesteuerte Drohne (Quadrocopter) fliegt über ein Feld

Service Technik - Drohnenführerschein

Von Melih Serter

Sie sehen aus wie Käfer, kleine Raumschiffe oder auch Comic-Figuren: Drohnen. Viele Hobbypiloten halten die Flugkörper für ein harmloses Spielzeug - dabei greifen sie in den Luftraum ein. Welche rechtlichen Grenzen gibt es?

Die Begriffe "Quadro-", "Hexa-" oder "Oktocopter" beschreiben im Prinzip nur die Anzahl der Rotoren. Erst wenn eine Kamera mit an Bord ist, wird aus dem "Copter" eine "Drohne". Allein schon die Tatsache, dass mit einer "Drohne" fotografiert und gefilmt werden kann bedeutet für den Hobbypiloten, dass er mehr Dinge beachten muss, als der Copterflieger.

So darf er zum Beispiel nur mit Einverständnis der gefilmten oder fotografierten Menschen das Material veröffentlichen. Auch muss er vorher um Erlaubnis fragen, wenn er über Nachbargärten fliegt. Das Ausspionieren ist natürlich gar nicht erlaubt. Ansonsten müssen sich Drohnen- oder Copterpiloten an dieselben Bestimmungen halten.

Lizenz zum Drohnenfliegen?

Wiegt eine Drohne mit allem drum und dran weniger als fünf Kilogramm und wird sie ausschließlich privat genutzt, braucht der Hobbypilot keine Lizenz zum Fliegen. Erst recht nicht, wenn er mit dem Copter nur im eigenen Garten und bis zu einer Höhe von eineinhalb Metern spielt.

Ein Mann steuert mit einer Fernsteuerung eine Drohne

Was muss ich als Pilot beachten?

Da das aber selten der Fall ist, müssen gewisse Sicherheitsregeln befolgt werden, um niemanden zu gefährden. So darf zum einen nur auf Sicht und nur im Umkreis von hundert Metern geflogen werden. Zum anderen ist es verboten, über Häuser, Straßen, Menschenmassen und Hochspannungsleitungen zu fliegen. Anderthalb Kilometer um Flughäfen herum sind außerdem absolute Flugverbotszonen.

Gewerbliche Nutzung?

Im Gegensatz zum Hobbypiloten muss der Drohnenflieger, der das Fluggerät beruflich nutzt, eine Aufstiegsgenehmigung besitzen. Die ist unter Angabe von Modell, Zweck und evt. Flugzeiten bei der Landesluftfahrtbehörde zu beantragen. Dafür muss auch der Nachweis erbracht werden, dass die Drohne sicher geflogen werden kann und die gesetzlichen Bestimmungen bekannt sind. Außerdem muss die Drohne versichert sein und darf nicht mehr als 25 Kilogramm wiegen. Bei Missachtung der Bestimmungen, drohen bis zu 1.500 Euro Geldstrafe.

Versicherungspflicht?

Ganz gleich, ob private oder gewerbliche Nutzung – der Unfall mit der Drohne sollte auf jeden Fall abgesichert sein. Bei Hobbypiloten, die das Fluggerät nicht beruflich nutzen, kann sich der Blick in die Unterlagen der Privathaftpflicht lohnen. Vor allem ältere Versicherungen decken Modellfluggeräte bis fünf Kilogramm Eigengewicht mit ab. Wenn nicht, können diese meistens kostengünstig dazu gebucht werden. Für gewerbliche Zwecke greift die Privathaftpflicht nicht. Das gilt auch für "private" YouTube-Videos, die durch Werbung gesponsert werden. Hier ist auf jeden Fall eine separate Versicherung Pflicht, die es aber schon für weniger als 200 Euro im Jahr gibt.

Spaßfaktor?

Trotz der vielen Regeln und Bestimmungen, soll das Fliegen mit dem Copter in erster Linie Spaß machen. Und dazu gehört, dass die Drohne vernünftig fliegt und präzise gesteuert werden kann. Erfahrene Modellflugpiloten raten vom Kauf von Billig-Coptern aus China meistens ab.

Bei den 20 bis 50 Euro teuren Coptern werden oft qualitativ schlechte Stabilisatoren, eine minderwertige Elektronik und schwache, ungleichmäßig arbeitende Motoren verbaut. Mit diesen Drohnen sauber zu fliegen fällt sogar jahrelangen Modellflugpiloten schwer. Und genau das macht keinen Spaß. Beim Kauf sollte der Anfänger deshalb auf die Qualität des Copters achten und seine ersten Flugversuche am besten auf einem Modellflugplatz starten. Hier findet er auch zahlreiche Hobbypiloten, die mit Rat und Tat helfen können und nützliche Tipps geben.

Service Technik ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo. Zu hören montags zwischen 15.05 Uhr und 17.00 Uhr.

Stand: 19.09.2016, 12:45