Schallwellen können Menschen schaden

zwei schwarz gekleidete Polizisten mit Sonnenbrillen, der eine hat eine LRAD-Box in der Hand

Schallwellen können Menschen schaden

  • US-Regierung: Diplomaten durch Schallwellen verletzt
  • Wissenschaftler bezweifeln das in diesem Fall
  • Schall wird aber schon gegen Menschen eingesetzt
  • Spezielle Sound-Folter für Jugendliche

Die US-Regierung hat 15 ihrer Diplomaten aus Kuba abgezogen, weil diese über massive Hörschäden, Kopf- und Ohrenschmerzen sowie Schwindel geklagt hatten. In US-amerikanischen Medien wurde von einer „Akustik-Attacke“ berichtet. Es wurde vermutet, die Beschwerden wären von unhörbaren Schallwellen verursacht worden. Wissenschaftler bezweifeln das jedoch.

Hörbarer Schall kann aber sehr schmerzhaft sein. Das weiß jeder, der bei einem Konzert einmal zu nah an den Boxen gestanden hat. Auch wenn das Wummern im Bauch vielleicht erst einmal ganz angenehm ist, meldet das Ohr irgendwann Alarm. Im schlimmsten Fall können die Haarzellen im Ohr reißen. Die Folge: Lärmschwerhörigkeit.

Wie viel das Ohr aushält, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die absolute Schmerzgrenze liegt etwa bei 140 Dezibel. Zum Vergleich: ein startender Düsenjet ist etwa bei 130 Dezibel einzuordnen. Steigt der Lärmpegel auf 150 Dezibel, können irreparable Schäden verursacht werden.

Turbo-Lautsprecher für die Polizei

Schon vor über zehn Jahren wurden so genannte Long Range Acounstic Devices (LRADs) entwickelt. Ursprünglich waren sie dazu gedacht, über weite Strecken Botschaften zu überbringen. US-Streitkräfte und die US-Polizei setzen sie jedoch auch zur Abwehr ein - sowohl gegen somalische Piraten auf See als auch gegen Demonstranten auf der Straße.

LRADs sehen aus wie Lautsprecherboxen, sie bündeln den Schall und verstärken einen unangenehmen hochfrequenten Ton auf bis zu 140 Dezibel. Wer den Ton hört, hält sich die Ohren zu und läuft schnell möglichst weit weg. Würde man stehenbleiben, würde der laute Ton dauerhafte Schäden verursachen. Ein New Yorker Richter hat die „Schall-Kanonen“ neulich als Waffe eingestuft.

Schall sollen Jugendliche vertreiben

Ein weiteres Schall-Instrument, das gegen eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen eingesetzt wird, ist der so genannte „Mosquito“. Das ist eine graue kleine Box, die einen Ton erzeugt, der zwischen 16.000 und 19.000 Hertz liegt. Die Schallwellen schwingen bei diesem Ton so schnell, dass der Ton für Menschen ab 25 nicht mehr hörbar ist.

Junge Menschen jedoch hören den Ton, für sie ist er sehr unangenehm. Der Erfinder des „Mosquito“ hat das Gerät im Jahr 2005 entwickelt, um Jugendliche zu verjagen, die vor seinem Geschäft herumstanden. Die Website, auf der man die Box kaufen kann, wirbt auch heute noch mit dem Slogan: „effektiv im Kampf gegen antisoziale Jugendliche“.

Stand: 04.10.2017, 15:14