Wie Schüler Maschinen zum Leben erwecken

Teinehmerinnen World Robot Olympiad 2017

Wie Schüler Maschinen zum Leben erwecken

Von Andreas Sträter

  • Sechstklässler aus Dortmund nahmen am Bundesfinale der Roboter-Olympiade teil.
  • Präsentiert wurde ein Bauroboter mit Greifarmen und Klappen.
  • Schüler in einer Roboter-AG lernen nicht nur viel über Technik.

Den Bauplan für ihren Roboter haben sie auswendig gelernt wie ein Gedicht. Denn sie müssen ihn wissen beim Deutschlandfinale der "World Robot Olympiad" am kommenden Wochenende (17./18.06.2017) in Schweinfurt. Dort müssen die Schüler Sophie Grützenbach (11), Lisa Rimkus (11) und Gabriel Büchner (12) aus Dortmund einen zerlegten Bauroboter aus Lego-Steinen zunächst innerhalb 45 Minuten wieder aufbauen, um dann zu zeigen, was in der Maschine steckt.

Bauroboter mit Greifarmen und Klappen

World Robot Olympiad Maschine Dortmund

Die Sechstklässler des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Dortmund-Nette werden in Franken einen Lego-Bauroboter mit Greifarmen und seitlichen Klappen präsentieren. Auf dem Spielfeld nimmt er bestimmte Gegenstände auf – und lässt andere stehen. "Mit Spielzeug hat dieser Roboter aber nichts zu tun", erläutert Informatik-Lehrer Hagen Sarx, der die Roboter-AGan der Schule leitet.

Das Herz des Roboters ist ein Chip, auf den Schüler Gabriel eigenständig programmierte Daten übertragen hat. Dadurch bewegt sich die Maschine fort und wird lebendig. "Mit diesem Programm könnte man auch einen Roboter bauen, der Autos montiert", erklärt der Zwölfjährige. Sein Lehrer ergänzt: "Das sind Basics, die in jedem Industrie-Roboter vorkommen."

Schüler erzählen eine Roboter-Geschichte

Dortmunder Team World Robot Olympiad 2017

Das Team aus Dortmund hofft auf den Einzug ins internationale Finale

So ein Roboter könnte auch Solarzellen montieren. Die Schüler erzählen somit eine Geschichte – passend zum Motto der Roboter-Olympiade. Das Leitthema rückt Nachhaltigkeit in den Fokus: "Sustainabots – Robots for Sustainability". Das Weltfinale, für das sich die besten 13 Teams qualifizieren, findet im November in Costa Rica statt – einem Land, das sich in den vergangenen Jahrzehnten dem Naturschutz verschrieben hat.

Nachhaltig sind auch die Fähigkeiten, die die Schüler bei der Konstruktion ihrer Roboter erworben haben. Sie hätten in der AG nicht nur viel über Technik gelernt und ihre räumliche Vorstellungskraft verbessert, sondern auch gelernt, wie man Probleme überwindet, so Lehrer Sarx. Den Einsatz von Robotern kann er sich auch für den Mathe- oder Informatikunterricht vorstellen.

Professorin: Zugang sollte spielerisch sein

Vorbereitungen zur World Robot Olympiad

Spielerische Ansätze

"Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen möglichst früh einen spielerischen Zugang zu technischen, konstruierenden Berufen zu ermöglichen", erläutert Robotik-Professorin Martina Lehser von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Saarbrücken dem WDR: "Dabei steht immer das selbstständige Ausprobieren und die Entwicklung kreativer Problemlösungen im Vordergrund." Durch den Wettbewerb bei der Roboter-Olympiade hätten die Schüler die Möglichkeiten, echtes Verständnis für Technik und die MINT-Fächer zu schaffen.

World Robot Olympiad: Bundesfinale in Schweinfurt
Zum bundesweiten Finale der "World Robot Olympiad" im fränkischen Schweinfurt traten am Samstag (17.06.2017) und Sonntag (18.06.2017) 88 Teams an. Die Teilnehmer waren zwischen acht und 19 Jahren alt und starteten in fünf Kategorien. Neben einer "regulären Kategorie" in drei Altersklassen gab es eine offene Kategorie und Roboter-Fußball.

Das Team muss funktionieren

Vorbereitungen World Robot Olympiad

Jeder im Team hat seine Rolle: Gabriel ist der "Programmierer"

Dass es vom Heinrich-Heine-Gymnasium gleich zwei Mädchen im Team sind, sei Zufall, erklärt Lehrer Sarx: Etwa zehn Prozent der Teilnehmer der AG seien Mädchen. Eine gewisse Affinität zum Thema Technik müsse schon vorhanden sein, sonst bringe die Teilnahme an der AG nichts. "In diesem Fall hat vor allem das Team wunderbar funktioniert", sagt Sarx.

Doch nicht aus jedem Nachwuchs-Techniker muss später ein Programmierer werden. "Früher wollte ich Bäckerin werden, jetzt weiß ich es nicht mehr genau", sagt die elfjährige Lisa. Teamkollegin Sophie wird etwas präziser: "Ich möchte etwas mit Tieren machen."

Stand: 18.06.2017, 17:15