Prepper - die Katastrophe immer im Visier

Prepper Bastian Blum mit Gasmaske und Schutzkleidung

Prepper - die Katastrophe immer im Visier

Von Benjamin Esche

  • Prepper bereiten sich auf Krisenfälle vor
  • Katastrophenhilfe empfiehlt Vorsorge für zwei Wochen
  • Anweisungen von Behörden bei Katastrophe befolgen

Wenn Bastian Blum seinen Vorratskeller betritt, fühlt er sich sicher. Denn der 38-Jährige weiß genau, dass er auf große Katastrophen umfangreich vorbereitet ist. "Hier habe ich lange haltbare Nahrungsmittel, dort Erste-Hilfe-Material und Desinfektionsmittel", erklärt Blum und zeigt auf voll gepackte Schränke.

Auch Wasserkanister, Decken und Gaskocher sind vorhanden. Sieben bis acht Wochen könne er seine Familie versorgen, sagt der Krefelder. Blum ist so genannter "Prepper". So werden - abgeleitet vom Pfadfindergruß "Be prepared" - Menschen bezeichnet, die sich intensiv auf mögliche Katastrophen vorbereiten.

Für vierzehn Tage vorzusorgen ist sinnvoll

Notfallradio

Ein Notfallradio sollte jeder im Haus haben

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn empfiehlt grundsätzlich für vierzehn Tage vorzusorgen. "Zumindest sollte man bei einer Krise über die erste Zeit kommen", erklärt Ursula Fuchs vom BBK.

Ganz wichtig sei es, mindestens zwei Liter Wasser pro Person und Tag im Haus zu haben. "Sie brauchen außerdem auf jeden Fall ein Radio, damit Sie die Informationen der Behörden erhalten", sagt Fuchs.

Besonders die Sorge um eine mögliche atomare Katastrophe im belgischen Kernkraftwerk Tihange verunsichert so manchen Bürger in NRW. Auch Bastian Blum findet den maroden belgischen Meiler gefährlich: "Ein einfaches Erdbeben würde reichen, um den instabilen Druckbehälter von Tihange zu beschädigen", glaubt der Prepper.

Prepper hat Jodtabletten und Schutzkleidung gebunkert

Prepper Bastian Blum vor vollem Kühlschrank

Bastian Blum hat viele Konserven und Lebensmittel gelagert

"Wenn eine radioaktive Wolke kommt, müssen Fenster und Lüftung komplett abgedichtet werden", sagt Blum. Der Krefelder hat sich auch mit Jodtabletten und Schutzkleidung eingedeckt. "Wichtig sind stabile Gummistiefel, Regenkleidung und Handschuhe", erklärt der Prepper. Auch Schutzbrillen und Atemmasken hat Blum gelagert.

Doch sind solche Maßnahmen übertrieben? Fest steht: Kommt es in Deutschland zu einem atomaren Notfall, greifen entsprechende Notfallpläne von Bund und Ländern, heißt es vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

"Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Aufforderung zum Aufenthalt in Gebäuden zum Schutz gegen radioaktive Strahlung und die Verteilung und Einnahme von Jodtabletten", sagt BfS-Sprecher Jan Henrik Lauer. Auch eine Evakuierung und die Warnung vor dem Verzehr von frisch geernteten Lebensmitteln gehöre dazu.

Anweisungen der Behörden sollte gefolgt werden

Weiße Halbmaske für den Atemschutz

Halbmasken können im Katastrophenfall helfen

"Der sinnvollste Schutz für die Bürger ist es, bei Kernkraftwerksunfällen den Anweisungen und Empfehlungen der Behörden Folge zu leisten", sagt Lauer. "Schutzstoffe wie Jodtabletten werden in Deutschland zentral gelagert und bei Bedarf an die Bevölkerung ausgegeben", so der BfS-Sprecher.

Für vorbereitende Katastrophenschutzmaßnahmen könnten sich Bürger immer an die örtliche Feuerwehr wenden, heißt es außerdem vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz.

Ziel: Gemeinsam eine Krise überstehen

Seile

Ein Prepper muss vorbereitet sein

Prepper Bastian Blum vertraut sich dagegen lieber selbst. "Als normaler Bürger muss man sich vorbereiten", ist er überzeugt. "Man kann sich nicht nur auf den Katastrophenschutz verlassen." Von Weltuntergangsszenarien will man beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz dagegen nichts wissen. Ursula Fuchs vom BBK findet es besonders wichtig, dass Menschen, die viele Vorräte ansammeln, auch anderen Menschen helfen: "Es muss das Ziel sein, gemeinsam eine Krise überstehen zu können."

Stand: 07.06.2017, 06:00