Solarenergie entwickelt sich erfolgreicher als gedacht

Solarpark in der chinesischen Provinz Lanzhou

Solarenergie entwickelt sich erfolgreicher als gedacht

Von Andreas Sträter

  • Studie: Photovoltaik übertrifft Erwartungen
  • Prognose: Im Jahr 2050 bis zu 50 Prozent des weltweiten Strombedarfs
  • Speichermethoden müssen noch weiter verbessert werden

Die Energie der Sonne ist bislang ziemlich unterschätzt worden. Bis zum Jahr 2050 könnte 30 bis 50 Prozent des weltweiten Strombedarfs alleine durch Photovoltaik gedeckt werden, prognostiziert ein internationales Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature Energy".

Bisher war die Internationale Energieagentur (IEA) noch davon ausgegangen, dass der Solarzellen-Anteil 2050 bei 5 bis 17 Prozent liegen werde. Photovoltaik ist aber deutlich schneller gewachsen, auch weil die Kosten deutlich reduziert werden konnten.

Fördermaßnahmen haben gewirkt

Solardach in Frankfurt

Solarenergie - alternative Stromquelle ist erfolgreich

Fördermaßnahmen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz und vergleichbare Programme seien viel erfolgreicher gewesen als bisher angenommen. Das ist ein Ergebnis der Studie, in der verschiedene Arten der Stromerzeugung - zum Beispiel auch Atomkraft - ausgewertet wurden.

Zur Zeit sinkt der Preis von Solarmodulen jedes Mal um mehr als 20 Prozent, sobald sich die produzierte Gesamtmenge verdoppelt. Je länger diese Entwicklung anhält, desto günstiger wird also eine aus Sonnenenergie produzierte Kilowattstunde Strom.

Speichermethoden müssen optimiert werden

Angesichts dieser Entwicklung sei es nun wichtig, Technologien für neue Speichermethoden zu fördern, sagt Felix Creutzing, Gruppenleiter für Landnutzung, Infrastruktur und Transport beim Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin, der zugleich Hauptautor der Studie ist.

Photovoltaik-Anlage auf ehemaliger Mülldeponie in Dortmund-Deusen

In Deutschland ist auf die Sonne kein Verlass

Der Erfolg der Technik ist nämlich abhängig von den Bedingungen der jeweiligen Region, weil es sich um eine Art der Stromerzeugung handelt, die vom Wetter abhängig ist. Im vergleichsweise sonnenarmen Deutschland ist es deshalb wichtig, dass die Schwankungen dieser Stromerzeugung durch verbesserte Speicherkapazitäten aufgefangen werden.

Wie erreichen wir Pariser Klimaschutzziele?

Um tatsächlich die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsste allein in Deutschland der jährliche Photovoltaik-Zubau verzehnfacht werden, erläutert Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. "Momentan ist aber keine politische Kraft erkennbar, mit der die Pariser Klimaschutzziele erreicht werden können."

Quaschining sieht vor allem in Entwicklungsländern enorme Entwicklungspotenziale für Photovoltaik. Das Problem sei oft, dass die Investitionskosten relativ hoch seien, weshalb die Anfangshürde hoch liege. "Hier kommt es auf gute Finanzierungsmodelle an", so Quaschning. In einigen Ländern ließen sich schon Erfolge verzeichnen: "In einigen Ländern wie in Indien wird inzwischen der geplante Bau von Kohlekraftwerken zugunsten der preiswerteren Photovoltaik gestoppt."

Warum die Studie bedeutsam ist

Solarzellen

Photovoltaik sollte nicht unterschätzt werden

"Heute kann niemand mehr ernsthaft bezweifeln, dass die Photovoltaik kostengünstig und wirtschaftlich Strom zur Verfügung stellen kann", erläutert Andreas Bett, kommissarischer Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg.

"Bedauerlicherweise scheint dies den vielen Entscheidern in Wirtschaft und Politik noch nicht bekannt zu sein", sagt Bett. Seiner Meinung nach sei Photovoltaik nicht mehr aufzuhalten.

Stand: 28.08.2017, 16:00