Oster-Experiment: Ein Ei kalt kochen

Oster-Experiment: Ein Ei kalt kochen

Oster-Experiment: Ein Ei kalt kochen

Von Joachim Hecker

Wir sind es gewohnt, Eier zum Verzehr zu kochen. Aber es gibt auch eine andere Methode, um rohes Eiweiß gerinnen zu lassen und flüssiges Eidotter fest werden zu lassen.

Warum kochen wir Eier? Weil sie roh nicht schmecken. Und weil es gesünder ist – siehe Salmonellen. Das ist auch der Grund, warum es im Hotel oft nur knallharte und ewig durchgekochte Frühstückseier gibt, damit da keine einzige Salmonelle mehr drin zu finden ist. Na ja, über Geschmack lässt sich streiten.

Eier enthalten viel Eiweiß

Das Kochen von Eiern ist reine Biochemie. Denn Eier enthalten - im Eiklar wie im Eidotter - ganz viel Eiweiß, von Fachleuten auch gerne Proteine genannt. Und es zeigt: Proteine wurden vor den Bodybuildern schon von den Hühnern entdeckt …

Beim Erhitzen gerinnt Eiweiß, es "denaturiert". Und nichts anderes passiert beim Kochen. Dieses Denaturieren kann aber auch auf andere Art und Weise bewirkt werden, und zwar chemisch. Und bei Raumtemperatur.

Alkohol verändert

Alkohol kann nicht nur aus einem klaren Kopf einen matschigen machen. Alkohol kann auch aus transparentem Eiklar weißes und aus flüssigem Eidotter festes werden lassen. Alkohol - etwa der gute Isopropylalkohol - lässt Eiweiß gerinnen.

Es wird trüb-weiß wie beim Kochen oder Braten. Einfach ein Ei aufschlagen, auf den Teller geben und etwas Isopropanol aus der Apotheke dazu tun. Mit einer Gabel gut durchmischen. Schon bald sieht das Ei wie Rührei aus - es riecht nur strenger, wie kurz vor dem großen Pieks beim Arzt.

Nicht essen, nur anschauen

Weil es medizinischer Alkohol ist, ist das kalt gekochte Ei nicht zum Verzehr geeignet, aber Anschauen ist natürlich erlaubt.

Übrigens: Der Arzt desinfiziert mit Alkohol. Auch dabei gerinnt Eiweiß – und zwar das der Bakterien, die dabei sterben.

Stand: 16.04.2017, 12:16