Sensationeller Fund in Kairos Stadtzentrum

Sensationeller Fund in Kairos Stadtzentrum

Von Cornelia Wegerhoff und Marion Kretz-Mangold

Pharao aus dem Schlamm: Ein ägyptisch-deutsches Forscherteam hat mitten in einem Kairoer Wohngebiet Teile einer Kolossalstatue entdeckt. Jetzt wurde der tonnenschwere Kopf geborgen.

Koloss von Kairo

Aufsehenerregender Fund: Mitten im Kairoer Stadtviertel Matareya hat ein ägyptisch-deutsches Forschungsteam eine riesige Statue aus Quarzit entdeckt - in Trümmern, ansonsten aber gut erhalten. Sie stellt vermutlich Pharao Ramses II. dar, der vor über 3.000 Jahren über Ägypten herrschte.

Aufsehenerregender Fund: Mitten im Kairoer Stadtviertel Matareya hat ein ägyptisch-deutsches Forschungsteam eine riesige Statue aus Quarzit entdeckt - in Trümmern, ansonsten aber gut erhalten. Sie stellt vermutlich Pharao Ramses II. dar, der vor über 3.000 Jahren über Ägypten herrschte.

Jahrtausende schlummerte die Statue unter der Erde. Ihr Alter wird auf 3.250 Jahre geschätzt. Bei Grabungsarbeiten kam sie ans Tageslicht - um gleich wieder im nachfließenden Grundwasser zu verschwinden.

Am Donnerstag (09.03.2017) sollte der Kopf geborgen werden. Dafür musste das Grundwasser erst wieder abgepumpt und das Loch erweitert werden, damit das tonnenschwere Stück auf die Baggerschaufel gehievt werden konnte.

Denn ohne schweres Gerät konnte die Statue nicht bewegt werden: Vom Kopf bis zum Rumpf messen die Teile gut vier Meter und wiegen sieben Tonnen - die Grabungsarbeiter wirken daneben sehr klein.

Allein das Ohr ist über 30 Zentimenter lang. Dimensionen, die den deutschen Grabungsleiter Dietrich Raue von der Uni Leipzig in Erstaunen versetzten: "Am Anfang glaubt man's nicht. Und man hat eigentlich die ganze Zeit im Kopf: 'Okay, das darf jetzt absolut nicht schief gehen.'"

Was das ägyptisch-deutsche Team überraschte, war die schiere Größe des Fundes. Denn schon vorher hatten sie hier, wo einst die antike Stadt Heliopolis stand und demnächst ein Einkaufszentrum gebaut werden soll, kleinere Statuen entdeckt.

Diese Kleinstatue zum Beispiel zeigt Sethos II., einen Enkel des Ramses, der hier mehrere Sonnentempel errichten ließ. Er lässt sich anhand der Hieroglyphen auf der Rückseite des Kopfes und der ovalen Umrandung mit dem Namen des Herrschers identifizieren.

Die Einwohner von Matareya halten für die Nachwelt fest, wie der Bagger sich an den "Koloss von Kairo" herantastet. Es dauert eine Stunde, bis der Kopf aus dem Schlamm gehoben werden kann.

Kostbare Fracht: Der tonnenschwere Kopf des Pharao ist geborgen und wird unter Polizeischutz auf sicherem Terrain abgelegt.

Dann beseitigen die Arbeiter den gröbsten Schmutz.

Auch die Ohren werden sauber gepinselt, kritisch beäugt vom ägyptischen Minister für Altertümer. Der hat dem Fundstück bereits einen Platz im "Grand Egyptian Museum" gleich neben den Pyramiden reserviert, das noch in Bau ist. Ein würdiger Ort für den "Koloss von Kairo".

Stand: 09.03.2017, 17:05 Uhr