Eiskalter Job: Zwölf Monate Südpol

Masterstudentin Raffaela Busse

Eiskalter Job: Zwölf Monate Südpol

Raffaela Busse hat den Zuschlag bekommen. Die junge Kernphysikerin aus Münster hat bald einen eiskalten Job. Sie wird für ein Jahr auf einer Forschungsstation am Südpol leben und arbeiten.

Für die zwei Aushilfsjobs auf der Amundsen-Scott-Forschungsstation am Südpol hatten sich weltweit 50 Menschen beworben. Den Zuschlag bekamen zwei Wissenschaftler aus Dortmund und Münster. Ende Oktober tritt die Kernphysikerin Raffaela Busse von der Universität Münster den Job an. Für die 26-Jährige geht damit ein Traum in Erfüllung. Bevor sie sich an ihre Doktor-Arbeit macht, wagt sie das Abenteuer in der US-amerikanischen Amundsen-Scott-Station.

Module austauschen und Schnee schaufeln

Die Temperaturen liegen in der Region zwischen minus 30 Grad Celsius im Sommer und minus 70 im Winter. Raffaela Busse soll dafür sorgen, dass die Computer in der Station arbeiten und fehlerhafte Module ausgetauscht werden.

Die in Hattingen im Ruhrgebiet aufgewachsene Wissenschaftlerin hat im Vorfeld bereits viel Geld für warme Unterwäsche ausgegeben. "Putzen und Schneeschippen muss jeder. Und dann geht jeder seinen Aufgaben nach. Da gibt es aber keine festen Arbeitszeiten. Wenn mein Pieper losgeht, muss ich ran", erzählte die Kernphysikerin der Deutschen Presseagentur.

Südpolpioniere als Namensgeber

Die Amundsen-Scott-Südpolstation ist eine US-amerikanische Forschungsstation in der Antarktis. Sie wurde 1956 gegründet und liegt in 2.835 Metern Höhe. Benannt wurde sie nach den beiden Südpol-Pionieren Roald Amundsen und Robert Falcon Scott. Amundsen erreichte 1911 als erster den Südpol, vor seinem Konkurrenten Scott. Heute wird in der Station auf den Gebieten der Geophysik, Meteorologie und Astrophysik geforscht.

Stand: 06.08.2017, 10:36