IFA: Innovationen kleinerer Startups

IFA Innovationen

IFA: Innovationen kleinerer Startups

Von Michael Stein

  • In Berlin findet die Internationale Funkausstellung (IFA) statt
  • Erstmals eine ganze Halle nur für kleinere Startup-Firmen
  • Sie können dort ihre neuesten Entwicklungen präsentieren

Nicht alles, was in der "IFA next"-Halle zu sehen ist, kann man heute schon kaufen. Das hindert die Besucher der ständig überfüllten Halle aber nicht daran, die innovativen Geräte in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Vier besonders interessante Innovationen haben wir uns näher angesehen.

Körper-Telefon

Mit "Sgnl" (ausgesprochen: "Signal") kann man mit Hilfe des eigenen Zeigefingers telefonieren. Klingelt das Smartphone, legt man den Zeigefinger ans Ohr und kann seinen Gesprächspartner hören. Möglich wird das durch das Sgnl-Armband, das entweder als Schmuckstück oder als Uhrenarmband getragen werden kann.

An der Innenseite sitzt ein kleiner Knubbel, der etwa die Größe einer Ein-Cent-Münze hat. Dieser Knubbel überträgt durch Vibration die Sprache in den Körper bis zum Zeigefinger. Und weil die Hand mit dem Armband ohnehin gerade in der Nähe des Mundes ist, kann man ins Mikrofon sprechen, das im Armband steckt.

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Das Mikrofon ist im Armband versteckt

Die Tonqualität über den Zeigefinger ist akzeptabel - die Erfinder wollen zukünftig aber auch Musik auf diese Weise übertragen. Ein ehemaliger Samsung-Entwickler gründete mit der Idee seine Firma Innomdle Lab in Südkorea und sammelte dafür in einer Crowdfunding-Kampagne etwa 2,2 Millionen Dollar ein. Kaufen kann man das Armband online ab etwa 150 Euro.

Röntgen-Blick

Abgeleitet von einem Gerät zur Brustkrebs-Diagnose stellt die israelische Firma Vayyar auf der IFA ein Gerät zum Erkennen von Wasserrohren, Stromkabeln oder sogar Mäusen in Hohlräumen der Wand vor.

"Walabot DIY" ist etwa so groß wie ein externer Handy-Akku und wird per Kabel mit einem Android-Smartphone verbunden. Anschließend legt man es unter das Smartphone und fährt nun mit diesem Päckchen über die Wand. Auf dem Smartphone-Display wird angezeigt, was hinter der Wand liegt. Leider funktioniert die Technik nur bei Gipskarton und Beton.

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Das Display zeigt Rohre und Leitungen in der Wand

Das Gerät sendet hochfrequente Radiowellen aus, die von den dahinter liegenden Rohren oder Leitungen reflektiert werden. Aus den Messungen macht das Smartphone dann ein 3D-Bild. Eine Wand kann auch komplett gescannt werden - die App errechnet daraus eine "Landkarte" der Wand mit allen Leitungen, Rohren und Streben. 100 Euro kostet die Erfindung, die man demnächst online kaufen kann.

Taschen-Scanner

Zwei Jahre lang haben Designer und Ingenieure in Frankreich gemeinsam an PUP, dem Taschenscanner gearbeitet. Nach vielen Prototypen wird das fertige Gerät erstmals auf der IFA gezeigt und soll ab Ende des Jahres ausgeliefert werden.

Mit PUP kann man jedes Dokument bis zu einer Größe von A3 scannen. Dabei wird der kleine Scanner in der Hand über dem Foto, der Seite oder dem Buch gehalten. Auf Knopfdruck erscheint eine rote Lasermarkierung rund um die Vorlage und auf Wunsch wird die Vorlage auch beleuchtet. Eine Kamera übernimmt auf Knopfdruck den Scan-Vorgang. Bis zu 2.000 Seiten werden intern gespeichert. Da das Gerät auch WLAN kann, lassen sich Scans ohne Computer oder Smartphone direkt aus dem Mini-Scanner per E-Mail verschicken, in Cloud-Speicherdiensten abgelegen oder auf Plattformen wie Facebook, Pinterest oder Instagram posten. Für etwa 200 Euro kann man PUP zur Zeit vorbestellen, später soll er etwa 360 Euro kosten.

Karten-Schutz

Ebenfalls aus Frankreich kommt eine Erfindung der Firma protec.card, mit der man seine Bank- oder Kreditkarte vor Diebstahl und Missbrauch schützen kann. Die Karte wird dazu in eine dünne Hülle aus Aluminium geschoben, die bequem ins Portemonnaie passt. Steckt die Karte in der Hülle, ist sie vor unberechtigtem berührungslosem Auslesen geschützt. Die Hülle ist außerdem per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, auf der die zugehörige App läuft.

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Schutz vor berührungslosem Auslesen der Karte

Wird die Karte aus der Hülle entfernt, erhält der Besitzer per Smartphone eine Nachricht. Auch wenn die Hülle mit Karte - und damit das Portemonnaie - länger als fünf Minuten weiter als 50 Meter vom Smartphone entfernt wird, gibt es Alarm. Um Fehlalarme zu vermeiden, kann man aber Zonen definieren, in denen sich Hülle und Smartphone voneinander entfernen dürfen. 50 Euro kostet eine Hülle.

Stand: 05.09.2017, 15:11