Warum Holz zum Trendbaustoff wird

Warum Holz zum Trendbaustoff wird

Von Corina Wegler-Pöttgen

Nicht nur Almhütten oder Einfamilienhäuser im Blockhausstil: Holz kehrt als universeller Baustoff in die Städte zurück. In Wien entsteht das höchste Holz-Hochhaus der Welt.

Illustartion: Geplantes Holzhochhaus in Wien

Das größte Holz-Hochhaus der Welt entsteht in der Seestadt Aspern am Stadtrand von Wien.  84 Meter hoch soll es werden und 24 Stockwerke umfassen. Ein rechteckiges Gebäude mit vielen länglichen Fenstern und einer Fassade, die wie Baumrinde wirkt. Für den Bau des „Hohos“ sind 65 Millionen Euro veranschlagt.

Bauweise spart 2.800 Tonnen CO2

Die Baugrube für das höchste Holz-Hochhaus der Welt

Baustelle in Wien

Das Hochhaus soll zu 75 Prozent aus Holz bestehen. Auch mit Blick auf den Klimaschutz ist es damit ein Gebäude der Superlative: Gegenüber einem Gebäude in Stahlbeton spart die Holzbauweise in der Herstellung 2.800 Tonnen Kohlendioxid ein. „Das entspricht 40 Kilometer Autofahrt am Tag und zwar für 1.300 Jahre“, sagt Architekt Oliver Sterl vom Architekturbüro Rüdiger Lainer und Partner, das das Hoho geplant hat.

Eine besondere Herausforderung beim Holz-Hochhaus ist der Brandschutz. Die Architekten setzen neben Sprinkler- und Brandmeldeanlagen vor allem darauf, dass das Holz sichtbar bleibt. Oliver Sterl: „Dadurch kann ich das Holz kontrollieren. Ich habe keine abgehängten Decken, wo ein Schwelbrand entstehen kann.

Holz ist im Brandfall stabil

Sieht aus wie Stein, ist aber Holzbau

Moderne Holzhäuser, keine Hüttenoptik

Aber selbst wenn es zum Brand kommt: Holz bleibt lange Zeit stabil. Die HoHo-Architekten haben hölzernen Deckenträger bei 1.000 Grad für 90 Minuten in einen Brandofen geschoben. Ergebnis: Nach dieser Zeit hatte sich die Kerntemperatur der Stütze nur um zehn Grad erhöht. Holz ist also im Brandfall genauso stabil wie andere Baustoffe. 

Ein weiterer Vorteil von Holzbauten: Die Einzelteile können weitgehend in geschützten Hallen vorgefertigt und dann an der Baustelle in kürzester Zeit zu einem Gebäude montiert werden. Außerdem ist Holz verglichen mit anderen Baustoffen sehr leicht. Und kann damit gut für Holzaufbauten auf bestehenden Häusern genutzt werden.

In der Wiener Innenstadt beispielsweise ist auf einem Haus aus der Gründerzeit ein „Dorf“ aus Holz-Häusern entstanden. Sie bestehen aus Holzständern mit Wärmedämmung - innen mit Gipsplatten geplankt, außen mit Dünnputz. Die Mieter sind mit Wärmedämmung und Schallschutz zufrieden. Das Projekt wurde mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.

Stand: 03.03.2017, 06:30