Elektroautos - die wichtigsten Infos

Elektroauto

Elektroautos - die wichtigsten Infos

Von Andreas Sträter

  • Elektroautos gelten als fortschrittlich
  • Könnten Alternative zu Diesel und Benzinern sein
  • Informationen zu Kosten, Ladezeiten und Reichweite

Wer den Kauf eines Elektroautos in Erwägung zieht, dem stellen sich zunächst ganz praktische Fragen. Was kostet solch ein Auto, wie weit kann man damit fahren und wie funktioniert das mit dem Laden der Akkus? Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Was kostet ein Elektroauto?

Elektroautos gibt es in unterschiedlichen Größen und Leistungsklassen. "Die Preisspanne beginnt ab 7.000 Euro für einen kleinen Zweisitzer", erläutert Hans-Peter Bauer vom Fachbereich Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Darmstadt. Mittelklassefahrzeuge kosteten zwischen 35.000 und 50.000 Euro. "Für den Käufer reduzieren sich die Kosten derzeit um 4.000 Euro für die Förderprämie und eventuelle Rabatte der Händler", so Bauer.

Pro Kilometer seien die Kosten allerdings niedriger als bei Verbrennungsfahrzeugen, weil Strom günstiger ist als Benzin. "Viele Wartungen entfallen", sagt Sven Lißner vom Lehrstuhl für Verkehrsökologie der TU Dresden. "Knackpunkt ist die Laufzeit der Batterie." Aktuell fehlt es zwar noch an Erfahrungswerten, die Branche geht von etwa sieben Jahren Batterielebenszeit aus.

Laut Branchenverband VDA sind aktuell in Deutschland rund 30 verschiedene Elektromodelle auf dem Markt. Das Problem ist nur: Kaum einer will sie kaufen. Im ersten Halbjahr wurden in Deutschland fast eine Million Benziner und 739.000 Dieselautos zugelassen, aber trotz staatlicher Kaufprämie gerade mal 10.200 E-Autos.

Wie lädt man ein Elektroauto?

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Elektrofahrzeuge können über Ladesäulen, über so genannte Wand-Ladestationen oder über normale Steckdosen geladen werden. Diese verschiedenen Lademöglichkeiten unterscheiden sich stark in der Ladeleistung. Das Laden über die normale Steckdose erfordert zumeist keinen weiteren Installationsaufwand. Um ein Auto aufzuladen, braucht man etwa acht Stunden. "Für Leute mit Einfamilienhaus und Carport ist das eine Option", sagt Verkehrsexperte Sven Lißner. Für Menschen mit Wohnung in einer Großstadt eigne sich die normale Steckdose nicht. Alternativ gibt es Ladestationen an Tankstellen, in einigen Parkhäusern und im öffentlichen Raum.

Im Entwicklungs- und Erprobungsstadium befinden sich derzeit noch Systeme für induktives Laden. "Sie übertragen die Energie berührungslos zwischen einer im Boden eingelassenen Spule zum Fahrzeug", erläutert Hans-Peter Bauer. "Dadurch können Elektrofahrzeuge schneller und komfortabler zum Aufladen kontaktiert werden", ergänzt der Darmstädter Professor.

Wie lange dauert die Aufladung?

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Bei den Autos der neuesten Generation dauert ein Ladevorgang nur eine halbe Stunde, bei älteren Wagen länger. "Die Ladedauer hängt von der Akkukapazität und der Anschlussleistung der Ladestation und des Ladegeräts ab", erläutert Elektrotechniker Hans-Peter Bauer dem WDR: "Je größer die Kapazität ist, umso länger dauert es und je größer die Anschlussleistung der Ladestation ist, umso schneller kann geladen werden."

Vor allem bis die letzten 20 Prozent einer Batterie aufgeladen sind, dauert es: "Weil der Ladestrom bei fast voller Batterie geringer wird", sagt Professor Bauer.

Lassen sich Akkus auch zwischendurch aufladen?

Lithium-Ionen-Akkus lassen sich unbedenklich auch zwischendurch mal wieder aufladen. "Für eine lange Lebensdauer eines Akkus ist häufiges Zwischenladen sogar vorteilhafter", sagt der Darmstädter Elektrotechniker Hans-Peter Bauer und ergänzt: "Akkus altern schneller, wenn man sie erst nach vollständiger Entladung wieder auflädt."

Wie sieht es mit der Reichweite aus?

Das ist von Modell zu Modell sehr unterschiedlich. Reichweiten von 120 bis 160 Kilometern werden von vielen Menschen als zu gering angesehen. Dabei fahren die meisten Autofahrer im Alltag gar nicht weiter als 50 Kilometer pro Tag, erklärt Elektrotechnik-Professor Hans-Peter Bauer. Die Reichzweite gehe zudem zurück, wenn im Winter die Heizung und im Sommer die Klima-Anlage angeschaltet werden.

In zwei bis drei Jahren kommen Elektro-Fahrzeuge auf den Markt, die mit einer Ladung zwischen 400 und 600 Kilometer weit fahren können, prognostiziert Bauer.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

Es gibt einen Trend weg vom eigenen Auto hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Car-Sharing-Angeboten. "Auch das Fahrrad wird einen weiterhin zunehmenden Anteil am Verkehrsaufkommen im Kurzstreckenbereich haben", erläutert Hans-Peter Bauer. Die Fahrzeuge im alltäglichen Verkehr werden künftig vermehrt elektrisch angetrieben sein und automatisch fahren, sagt er.

Bleibt die Entwicklung wie sie gegenwärtig ist, könnte es aber auch zu Fahrverboten in den Innenstädten kommen, so die Auffassung von Verkehrsingenieur Sven Lißner.

Wie sieht es mit E-Rollern und E-Motorrädern aus?

Bei den Zweirädern ist Elektromobilität vielfach schon heute ohne Einbußen möglich, erläutert Elektrotechnik-Professor Hans-Peter Bauer. In China haben Elektroroller herkömmliche Roller bereits völlig verdrängt.

Elektromotorräder gibt es bisher allerdings kaum. "Bei vielen Motorradfahrern gibt es derzeit noch ein Akzeptanzproblem", sagt Bauer. "Sie vermissen das Motorgeräusch, die Vibrationen und den "Duft" der Verbrennungsmotoren."

Stand: 12.10.2017, 06:00