Service Technik - Schutz vor Einbrechern

Service Technik - Schutz vor Einbrechern

Von Melih Serter

Die Koffer sind gepackt, der Urlaub beginnt. Aber das zu Hause allein lassen? Bundesweit stiegen 2016 Diebe 167.000 Mal in Wohnungen ein. Kein Wunder, dass guter Einbruchschutz gefragt ist. Aber welche Technik hilft wirklich?

Allein in Nordrhein-Westfahlen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um 18 Prozent auf über 60.000. Um sich besser gegen Einbrecher zu wappnen, sichern Menschen ihr Heim am besten gleich mehrfach ab.

Mechanische Sicherung

Ganz gleich, ob Haus oder Wohnung: Um einen Einbruch zu verhindern, müssen Türen und Fenster gut gesichert sein. Ein einfaches Zylinderschloss reicht nicht aus, um Einbrecher fernzuhalten. Zusätzliche Metallstreben, die hinter der Wohnungstür angebracht werden, können ihnen das Leben schwer machen. Einbrecher versuchen in der Regel, schnell und unbemerkt in eine Wohnung einzudringen. Stoßen sie auf Widerstand, brechen sie den Einbruchsversuch oft ab, um nicht entdeckt zu werden. Genau wie bei der Eingangstür gilt es, auch Terrassentüren, Fenster und Balkone abzusichern. Fenstergriffe mit Schlössern, Tür-Keile für Balkon- und Terrassentüren können einen Einbrecher schon abschrecken. Noch besser ist es, wenn vorhandene Rollläden herabgelassen werden, wenn niemand zu Hause ist.

Krach schreckt ab

Neben einer guten mechanischen Sicherung geht der Trend zu elektronischen Alarmanlagen. Waren diese vor einigen Jahren noch unerschwinglich teuer, können heutige Systeme nach und nach gekauft und selbst installiert werden. Auch hier gilt, wie bei einem guten Türschloss, nicht die billigste Variante zu nehmen. Teilweise werden in Supermärkten und Discountern für wenig Geld so genannte Fenster-Alarmanlagen verkauft, die einen Einbrecher aber nicht wirklich abhalten. Die streichholzschachtelgroßen Geräte werden meist durch einen Schalter an der Seite scharf gestellt. Sie funktionieren zwar, wenn der Sensor ausgelöst wird, aber nur lokal. Viele Einbrecher kennen die Geräte und können sie sofort ausschalten, ohne dass jemand etwas bemerkt. Sinnvoller sind Alarmanlagen, deren Sirene an einem anderen Ort im Haus platziert ist. Diese ist mit Tür und Fenstersensoren per Funk verbunden. Hier kann der Einbrecher den Alarmton nicht einfach abstellen. Besser sogar sind Alarmanlagen mit einer zusätzlichen Außensirene, damit auch Nachbarn erkennen, wenn etwas nicht stimmt.

Smarte Lösungen beliebt

Viele moderne Alarmanlagen können im Ernstfall selbstständig per E-Mail oder SMS eine vorgegebene Handynummer anwählen. Inzwischen bieten auch Smart-Home-Hersteller die Möglichkeit, ihre Anlagen entsprechend einzustellen. So erkennt der Wohnungsinhaber sofort, wenn etwas nicht stimmt und kann aus der Entfernung Nachbarn oder Polizei benachrichtigen. Wer zusätzlich eine smarte Kamera installiert hat kann außerdem nachschauen, was in seiner Abwesenheit in den eigenen vier Wänden passiert. Oft reicht ein Starterset, das meistens nur einen Fenstersensor, einen Bewegungssensor und die Steuerzentrale beinhaltet aber nicht aus, um die gesamte Wohnung abzusichern. Weitere Komponenten können nach und nach gekauft und installiert werden, so dass die Erstanschaffung nicht viel kostet. Gute Alarmanlagen oder Smart-Home-Lösungen gibt es als Einsteiger-Set schon für unter 200 Euro. Eine voll ausgestattete Alarmanlage mit Videoüberwachung und Fernwartung kostet allerdings das Vielfache.

Tipps von der Polizei

Wer in den Urlaub fährt, sollte natürlich seine Nachbarn informieren und dafür sorgen, dass die Wohnung bewohnt wirkt. Das heißt regelmäßig den Briefkasten leeren und Rollläden hoch und runter lassen. Auch erwecken Lampen, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, den Eindruck, dass jemand zu Hause ist. Um auf Nummer sicher zu gehen sollte man sich an die örtliche Polizei wenden. Hier kommen Beamte ins Haus und ermitteln individuelle Schwachstellen in den eigenen vier Wänden. Außerdem geben sie Tipps, wie die Wohnung gesichert werden kann.

Service Technik ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo. Zu hören montags zwischen 15.05 Uhr und 17.00 Uhr.

Stand: 05.08.2016, 13:16