Weltweit größte künstliche Sonne in Jülich

Weltweit größte künstliche Sonne in Jülich

Von Susanne Schnabel

In Jülich ist am Donnerstag (23.03.2017) der weltweit größte Hochleistungsstrahler in Betrieb gegangen. Diese künstliche Sonne soll Experimente unabhängig von Tageszeit und Wetterbedingungen ermöglichen.

Mitarbeiter des DLR arbeiten an Licht-Strahlern

Selbst bei einem Himmel voller Wolken und mitten in der Nacht können Wissenschaftler seit dem 23. März 2017 an solarer Energie forschen. Die größte künstliche Sonne der Welt namens "Synlight" wurde beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich entwickelt und gebaut.

Selbst bei einem Himmel voller Wolken und mitten in der Nacht können Wissenschaftler seit dem 23. März 2017 an solarer Energie forschen. Die größte künstliche Sonne der Welt namens "Synlight" wurde beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich entwickelt und gebaut.

Dr. Kai Wieghardt vom DLR-Institut für Solarforschung und sein Team haben seit Mitte 2014 diese Forschungsanlage entwickelt und aufgebaut. Ihr Ziel: optimale Testbedingungen für die Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken, solarchemischen Anlagen sowie Komponenten für die Luft- und Raumfahrt.

"Die gesamte Strahlungsleistung übertrifft mit über 350 Kilowatt die aller Hochleistungsstrahler weltweit zusammen", erklärt Wieghardt. Anlagen vergleichbarer Größe gebe es nicht.

Das Gebäude, in dem die Sonne per Knopfdruck scheint, sieht aus wie ein zweistufiger Kubus. Im vorderen Bereich befinden sich drei Bestrahlungskammern, in denen die Tests stattfinden, im hinteren Teil das Gerüst mit der künstlichen Sonne.

Die Forschungsanlage umfasst 149 sogenannte Xenon-Kurzbogenlampen. "Diese Lampen sind auch in der Kinoindustrie im Einsatz. Ihr Licht ist dem Sonnenspektrum besonders ähnlich", begründet Wieghardt die Wahl der Lampen.

Jede einzelne Sieben-Kilowatt-Lampe ist von einem elliptischen, gut einen Meter im Durchmesser fassenden Aluminium-Reflektor umgeben.

Jeder Reflektor mit Lampe ist an einer Art Roboterarm befestigt und kann vom Kontrollraum aus ausgerichtet werden. Jedes Modul agiert unabhängig vom anderen.

Wieghardt: "Damit können wir das Licht aller Lampen variabel verteilen oder bündeln. Wir wollen dabei eine Lichtkonzentration erreichen, die dem Zehntausendfachen der Sonneneinstrahlung entspricht." Auf einen Punkt scheinen dann also quasi 10.000 Sonnen.

Synlight wird auch Forschern anderer Disziplinen und Industrieunternehmen zur Verfügung stehen, die in Jülich ideale Bedingungen für Tests in realer Größe vorfinden. Im Fokus von Synlight steht jedoch, solar erzeugten Treibstoff herzustellen. Derzeit läuft bereits der erste Versuch zur solaren Wasserstofferzeugung.

Stand: 23.03.2017, 06:00 Uhr