Warum Braunkohle besonders schädlich fürs Klima ist

Ein Bagger steht in Erkelenz im Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Warum Braunkohle besonders schädlich fürs Klima ist

Von Andreas Sträter

  • Braunkohle passt nicht zu einem klimafreundlichen Image
  • Braunkohle-Ausstoß: 1.150 Gramm CO2 pro Kilowattstunde
  • Gaskraftwerke stoßen zwei Drittel weniger aus

Bereits im Vorfeld der Klimakonferenz in Bonn gab es Demonstrationen. Der Grund für die Aufregungen ist der deutsche Braunkohlestrom. Er sei das größte Hindernis auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Gesellschaft, sagen Klimaschützer. Trotz aller Bemühungen um eine Energiewende kommt immer noch knapp ein Viertel des deutschen Stroms aus der Braunkohle. Im Braunkohlerevier NRW werden - nach übereinstimmender Angabe mehrerer Verbände - 45 Prozent des Stroms aus Braunkohle gewonnen.

Aus Kohlenstoff wird Kohlendioxid

Insgesamt wird etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen in Deutschland von der Energiewirtschaft verursacht - der größte Teil durch Kohle. Braunkohle schneidet besonders schlecht ab, weil in Kohlen fast nur Kohlenstoff zur Verbrennungsenergie beiträgt. Daraus wird dann Kohlendioxid. Gas hingegen besteht zusätzlich zum Kohlenstoff auch aus Wasserstoffatomen, so dass bei der Verbrennung auch Wasser entsteht, was besser fürs Klima ist.

Ausstoß von Klimagasen (Quelle: Bundesumweltamt)
Fossiler EnergieträgerCO2-Ausstoß pro Kilowattstunde
Braunkohle1.150 Gramm
Steinkohle900 Gramm
Erdgas370 Gramm

Woher die Kohle kommt

Dem Umweltbundesamt zufolge ist die Braunkohle der bedeutendste Energieträger, der in Deutschland vorkommt. Die größten Vorkommen liegen im Rheinland sowie im Gebiet der neuen Bundesländer - im Mitteldeutschen Revier sowie im Lausitzer Revier. Dort stehen auch die deutschen Braunkohlekraftwerke. Steinkohle wird mittlerweile hingegen fast nur noch aus dem Ausland importiert.

Darum ist Braunkohle so klimaschädlich

WDR 5 Leonardo Top Themen | 06.11.2017 | 07:31 Min.

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Braunkohle: Zwei Prozent Weltanteil

Ein Bagger steht in Erkelenz im Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Braunkohle: Unter den fossilen Energieträgern der schädlichste

Weltweit werden nur zwei Prozent des Energie aus Braunkohle gewonnen. Dieser kleine Anteil kommt nicht nur aus Deutschland. Auch in China, Russland, den USA, Indonesien, Australien oder in Polen wird Braunkohle für die Gewinnung von Energie verbrannt. Steinkohle erreicht weltweit einen Anteil von 28 Prozent.

Zusammen genommen ergebe das einen großen Anteil an der weltweiten CO2-Emission, erläutert Hermann Ott, Klimaexperte beim Wuppertal Institut, dem WDR. Das müsse sich ändern, vor allem vor dem Hintergrund, dass Asien, Indonesien oder die Türkei die Kohleverstromung weiter ausbauen wollten.

Unflexible Kohlekraftwerke

Schaufelradbagger in der Dämmerung im Braunkohlentagebau Garzweiler I der Rheinbraun AG

Schaufelradbagger im Braunkohlentagebau Garzweiler

Kohlekraftwerke haben einen weiteren Nachteil. Sie seien unflexibel, man könne sie nicht einfach an- oder abstellen, sagt Klimaexperte Hermann Ott: Es dauere bis zu zwei Tage, sie hochzufahren. Gaskraftwerke hingegen seien deutlich flexibler, sie können innerhalb weniger Minuten hochgefahren werden. Die Flexibilität ist aber gerade bei einem Energiemix aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern wichtig.

Stand: 07.11.2017, 16:26