Kernkraftwerk Tihange

Atomkraftwerk Thiange

Kernkraftwerk Tihange

Ende: 2025

  • Insgesamt drei Blöcke
  • lnbetriebnahme: zwischen 1975 und 1985
  • laufen zwischen 2023 und 2025 aus
  • Reaktoren: jeweils Druckwasserreaktor
  • Elektrische Bruttoleistung: 1009, 1055 und 1065 MWe
  • Betreiber: Electrabel M. V. Nucleaire Produktie

Das belgische Kernkraftwerk Tihange liegt in der Gemarkung von Huy an der Maas, etwa 25 Kilometer südwestlich von Lüttich und 57 Kiolometer west-südwestlich des Aachener Stadtgebiets.

Besonderheiten:

Im Juni 2017 gab die belgische Atombehörde bekannt, dass es im Reaktor Tihange 2 mehr als 70 neue Risse gibt.
Reaktor 1 bleibt bis Ende 2016 vom Netz. Der Reaktor war wegen eines Gebäudeschadens abgeschaltet worden. Im Bereich des Ersatzpumpensystems hatte sich der Fußboden gehoben.

Am 12. November 2016 spielte der Fußballverein Alemannia Aachen gegen die U21-Mannschaft des 1. FC Köln. Die Spieler beider Mannschaften hatten bei diesem Spiel auf ihren Trikots statt Sponsorenwerbung die Aufschrift "stoppt Tihange".

Anfang Oktober 2016 hatte es einen ernsten Zwischenfall gegeben. Nach Angaben der Atomkontrollbehörde war im Reaktor 3 ein Notkühlsystem ausgefallen. Auf der internationalen Gefahrenskala INES wurde der Zwischenfall mit einem von sieben Gefahrenpunkten bewertet.

Eine im Oktober 2016 veröffentlichte Studie zeigt mögliche Risiken auf, sollte es bei Tihange wirklich zur Reaktorkatastrophe kommen. Das Ergebnis: Aachen und die umliegenden Regionen könnten unbewohnbar werden.

Im September 2016 wurde der Reaktor 1 wegen Bauarbeiten im nichtnuklearen Teil entstandener Schäden abgeschaltet.

Der Reaktor Tihange 2 war wegen tausender Haarrisse im Druckbehälter fast zwei Jahre lang vom Netz genommen worden, wurde jedoch Ende 2015 trotz zahlreicher Proteste wieder hochgefahren. Seither musste er bereits fünfmal wegen Pannen und Defekten abgeschaltet oder heruntergefahren werden, unter anderem wegen eines Motorschadens und eines Wasserlecks. Die letzte Abschaltung war Anfang Juli 2016.

Die belgische Atomaufsicht AFCN bemängelte Sicherheitsprobleme und sprach Verwarnungen wegen zweier Vorfälle im Mai aus, bei denen "Störungen" durch Nachlässigkeiten des Personals verursacht worden waren.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hatte im April 2016 die belgische Regierung gebeten, den Reaktor 2 vorübergehend herunterzufahren, bis "offene Sicherheitsfragen" geklärt seien - ohne Erfolg.

2006 gelangten etwa 30 Greenpeace-Aktivisten auf das Werksgelände und besetzten es. Sie stellten auf der Kuppel einen riesigen Riss dar, um auf das Alter der belgischen Kernkraftwerke aufmerksam zu machen.

Stand: 13.09.2017, 15:00