Maschinen zum Schmusen und Gruseln

Maschinen zum Schmusen und Gruseln

Von Susanne Schnabel

Sie arbeiten wie wir, denken wie wir und sehen aus wie wir. Oder doch (noch) nicht? Die DASA Arbeitswelt in Dortmund zeigt ab morgen die Sonderausstellung "Die Roboter". Wir haben schon mal einige Roboter ausprobiert - und umgekehrt.

Roboter in der DASA-Ausstellung

Ein echter Entertainer begrüßt am Eingang der DASA-Ausstellung die Besucher: Der beleuchtete menschengroße "Robothespian" plappert in einer Tour. Zuhören mag er nicht, aber er beeindruckt durch seine Mimik und Gestik.

Ein echter Entertainer begrüßt am Eingang der DASA-Ausstellung die Besucher: Der beleuchtete menschengroße "Robothespian" plappert in einer Tour. Zuhören mag er nicht, aber er beeindruckt durch seine Mimik und Gestik.

Die Ausstellung "Die Roboter" gibt Einblicke in die Mensch-Maschine-Beziehung, in vergangene und kommende Roboterwelten und in unsere Zukunft.

Von den ersten Steinwerkzeugen über menschenähnliche Automaten bis hin zur sensorischen Robotertechnik geht es auf einen Streifzug durch die Geschichte der Robotik. Dieser sympathische Kerl heißt Nao. Er kann sprechen, tanzen, mit den Augen klimpern und er reagiert auf Sprachbefehle.

In fünf Themenbereichen darf gestaunt, gelernt und mitgemacht werden: "Geschichte der Maschine", "Die Geburt des Roboters", "Roboterwelten", "Maschinen im Menschen" und "Mensch oder Maschine". Mit diesem Spiel aus den 1950er Jahren wurden die Kinder selber zum "Elektromann".

Die Besucher der Ausstellung können in Kontakt mit den Maschinen treten, zum Beispiel einen interaktiven Roboter selbst lenken oder mit einem Roboter chatten.

Die Technik hält Einzug in den menschlichen Körper - hier zum Beispiel eine Handprothese. Die DASA zeigt, wie der Mensch durch Prothesen repariert, optimiert und erweitert werden kann. Ausgestellt sind unter anderem Herzklappen, künstliche Hoden oder Plastikbrüste.

Die rund 200 ausgestellten Objekte stammen aus aller Welt. Eine krabbelnde mechanische Puppe aus dem Jahr 1871 hat den Weg aus dem Rombach Place Museum aus Wilmington/Ohio nach Dortmund gefunden und damit die wohl weiteste Strecke in die DASA zurückgelegt.

Wer erinnert sich noch an den Hype Ende der 1990er Jahre? Wessen Tamagotchi überlebte damals am längsten? Das Tamagotchi stellte ein virtuelles Küken dar, um das man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern musste. Ein Unterhaltungsroboter sorgte für Fürsorge-Gefühle.

Mit dieser Mietze darf in der Ausstellung geschmust werden: "Justocat" ist eine Roboter-Katze, die für den Einsatz in Pflege und Betreuung von Menschen mit fortgeschrittener Demenzerkrankung gedacht ist. Sie reagiert auf ihre Umgebung, miaut, atmet und schnurrt. Das fühlt sich ziemlich echt an.

Wer mag, kann sich von einem Roboter zeichnen lassen. Aber bitte nicht zu viel erwarten - er braucht noch ein wenig Übung.

Unbedingt ausprobieren! Es ist skurril, von einem Roboter nachgeahmt zu werden. Felix kann Emotionen erkennen. Aber was fühlt er selbst? Wir neigen dazu, auch unbelebten Objekten menschliche Eigenschaften wie Charakter, Gefühle oder Verhalten zuzusprechen.

Die DASA bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Sonderausstellung: Workshops für Kinder, Familienaktionstage, Ferienprogramm, Kinofilme zum Thema und Führungen. Der Kooperationspartner WDR 5 veranstaltet am Sonntag, 29.11.15 von 12 bis 18 Uhr einen Radiotag in der DASA. Die Ausstellung endet am 25. September 2016.

Stand: 20.11.2015, 06:30 Uhr