Was uns Wolken über das Wetter verraten

Was uns Wolken über das Wetter verraten

Von Andreas Sträter und Annika Franck

Der nächste Regenguss muss nicht überraschend kommen. Ein Blick in den Himmel könnte sich lohnen. Denn wer Wolken versteht, der weiß, wann der nächste Schauer kommen kann. Wie unterschiedlich Wolken sein können, zeigt auch der neu aufgelegte Wolken-Atlas.

Wolkenbild Ghana

Wie aus Tröpfchen Regen wird
Wolken regeln unseren Wasserhaushalt. Sie speichern Wasser und tragen es als Regen weiter. "Eine Wolke ist tatsächlich nichts anderes als sichtbarer Wasserdampf", erläutert Friedrich Föst aus dem WDR-Wetterstudio. Gasförmiges Wasser bildet sich zunächst um einen Kondensationskern. Ist die Luftschicht kalt genug, tritt Sättigung ein und der Wasserdampf kondensiert zu Wasser. Das heißt: Aus gasförmigen Wasserteilchen werden Tröpfchen. Aus Tröpfchen werden Tropfen. Und besonders große Tropfen bleiben irgendwann nicht mehr in der Wolke hängen, sondern fallen als Regen zu Boden. Aber welche Wolkenform bringt eigentlich welches Wetter?

Wie aus Tröpfchen Regen wird
Wolken regeln unseren Wasserhaushalt. Sie speichern Wasser und tragen es als Regen weiter. "Eine Wolke ist tatsächlich nichts anderes als sichtbarer Wasserdampf", erläutert Friedrich Föst aus dem WDR-Wetterstudio. Gasförmiges Wasser bildet sich zunächst um einen Kondensationskern. Ist die Luftschicht kalt genug, tritt Sättigung ein und der Wasserdampf kondensiert zu Wasser. Das heißt: Aus gasförmigen Wasserteilchen werden Tröpfchen. Aus Tröpfchen werden Tropfen. Und besonders große Tropfen bleiben irgendwann nicht mehr in der Wolke hängen, sondern fallen als Regen zu Boden. Aber welche Wolkenform bringt eigentlich welches Wetter?

Cirruswolken: schwierig einzuordnen
Meteorologen unterscheiden zwischen hohen, mittelhohen und tiefen Wolken. Cirruswolken sind hohe Wolken, die auch als Federwolken bezeichnet werden. Die dünnen, faserigen Wolken können bis zu 13 Kilometer hoch am Himmel stehen. "Cirruswolken sind bezüglich des Wetters schwierig einzuordnen", erklärt Föst. "Sie können ein Vorbote von einem Tiefdruck-, aber auch von einem Hochdruckgebiet sein", ergänzt der Meteorologe aus Lübbecke.

Schäfchenwolken: Wetter bleibt beständig
Schäfchenwolken sehen aus wie eine Herde plüschiger Schafe. Meteorologe Friedrich Föst verweist auf eine Witterungsregel: "Wenn Schäfchenwolken am Himmel stehen, kann man ohne Schirm spazierengehen." Je länger diese mittelhohen Wolken am Himmel stehen, desto besser, wie eine weitere Bauernregeln besagt: "Je weißer die Schäfchen am Himmel geh’n, desto länger bleibt das Wetter schön."

Aufgetürmte Wolken kündigen Regen an
Wenn sich aus Schäfchenwolken langsam kleine Türmchen bilden, dann sollte man besser den Regenschirm einpacken. Höher aufgetürmte Wolken können auch einen Sturm ankündigen.

Vertikale Wolkenberge lassen es krachen
Gewitterwolken können es ganz schön krachen lassen. "Auf diesem Bild bricht in wenigen Minuten ein Unwetter los und es besteht Gefahr von schweren Sturmböen bis hin zu Orkanböen", erläutert Meteorologe Föst: "Das Pfingstunwetter vor knapp zwei Jahren in NRW sah identisch aus." Gewitterwolken sind vertikale Wolken, die im unteren Bereich hauptsächlich aus Regentröpfen bestehen und im höheren Bereich aus Eiskristallen. Sie können Millionen Tonnen Wasser enthalten. "Wenn man solch eine Wolke vor sich hat, sollte man schleunigst in der unteren Etage eines stabilen Hauses Schutz suchen."

Berge und Meer beeinflussen Wolken und Wetter
Auf diesem Bild, das in Monaco entstanden ist, ist eine durch die See-Alpen erzeugte Cumulus-Bewölkung zu sehen. "Der Wind weht vom Meer her auf die Berge zu, wird dort zum Aufsteigen gezwungen und der transportierte Wasserdampf kondensiert zu Wolken", erläutert Föst. "Die Luft weht dann in oberen Luftschichten wieder hinaus aufs Meer und sinkt dort ab." Beim Absinkprozess erwärme sich die Luft und löse die Wolken auf. "Nun ist die Luftzirkulation wieder geschlossen", so Föst. Wenn es bei dieser Konstellation regnen oder gewittern sollte, dann nur örtlich – also direkt über den Bergen.

Stratocumulus: "Blumenkohlröschen" mit viel Wasser
Die Stratocumulus-Wolken werden auch als Haufenschichtwolken bezeichnet. "Die Wolken sehen aus wie Blumenkohlröschen und können bis zu 200 Tonnen Wasser enthalten", erläutert Föst. Stratocumulus-Wolken bestehen häufig aus einer grauen Unterseite, da die Wassertröpfchen nach oben sehr viel Licht absorbieren. "Dabei können wir eine wichtige Funktion von Wolken erkennen", sagt Föst: "Durch ihre weiße Farbe reflektieren Wolken einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung zurück. Ohne Wolken würden wir überhitzen."

Graue Wolkendecke sorgt für Landregen
Wenn es bei uns den gesamten Tag regnet, dann ist der Himmel komplett mit grauen Regenwolken bedeckt. "Die gewöhnliche Regenwolke bezeichnen wir in der Meteorologie als Nimbostratus", erläutert Meteorologe Friedrich Föst. "Diese tief stehende graue Wolke am Himmel deutet auf einen typischen Landregen hin, so dass es ununterbrochen regnen oder nieseln kann."

Neuauflage des Wolken-Atlasses
Die Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization) hat am 23. März 2017 digital die erste Neuauflage des Woken-Atlasses seit 30 Jahren veröffentlicht. Darin enthalten sind auch neue Wolkenformen. Zum Beispiel Asperitas, eine ungewöhnliche, wellenförmige Wolke.

Erstmals offizielle Anerkennung
Neu aufgenommen in das Standardwerk wurde unter anderem Volutus, eine Wolkenformation, die meist niedrig am Himmel zu sehen ist und wie ein Schlauch aussieht.

Auch von Menschen gemacht
Auch von Menschenhand gemachte Wolkenarten finden sich nun in dem aktualisierten Standardwerk. Wie die so genannten Contrails, linienförmige Wolken, oft als Kondensstreifen hinter Flugzeugen zu sehen, gehören in die Kategorie der "Spezialwolken".

Stand: 23.03.2017, 14:45 Uhr