Forscher entdecken "Octlantis" – eine Wohngemeinschaft von Oktopussen

Forscher entdecken "Octlantis" – eine Wohngemeinschaft von Oktopussen

Bisher hielten Wissenschaftler den Oktopus für einen unsozialen Einzelgänger. Nun fanden sie vor der Küste Australiens eine Gruppe von Oktopussen, die zusammenleben.

Der Gemeine Sydneykrake (Okctopus tetricus)

Diese Krake überrascht die Fachwelt
Die Gemeine Sydneykrake (Octopus tetricus) galt, wie alle anderen Kraken auch, als Einzelgänger. Die Tiere kämen nur zur Paarung zusammen, glaubten die Biologen. Und auch dabei seien die Kraken alles andere als sozial:  Nach dem Akt esse das Weibchen das Männchen manchmal auf. Und die sollen zusammenleben? Zumindest vor der Küste von Australien tun sie es!

Diese Krake überrascht die Fachwelt
Die Gemeine Sydneykrake (Octopus tetricus) galt, wie alle anderen Kraken auch, als Einzelgänger. Die Tiere kämen nur zur Paarung zusammen, glaubten die Biologen. Und auch dabei seien die Kraken alles andere als sozial:  Nach dem Akt esse das Weibchen das Männchen manchmal auf. Und die sollen zusammenleben? Zumindest vor der Küste von Australien tun sie es!

Octlantis:  Die Kraken-WG
Ein internationales Forscherteam um den australischen Meeresbiologen David Scheel berichtet: Auf rund 90 Quadratmetern leben 10 bis 15 Kraken zusammen. Eine ähnliche Ansiedlung entdeckten sie bereits 2009, nur wenige hundert Meter entfernt. Damals dachten die Wissenschaftler, es sei eine Ausnahme. Heute können sie sich vorstellen, dass diese Kraken häufiger zusammenleben.

Big-Brother für Kraken
Um das natürliche Verhalten der Oktopusse studieren zu können, stellten die Wissenschaftler zwei Video-Kameras auf. Noch werten sie das Filmmaterial aus. Doch einen ersten Einblick in das Zusammenleben der Kraken können sie bereits jetzt geben.

Oktopusse recyceln gerne
Octlanta besteht aus 13 höhlenartigen Unterschlüpfen. Die Kraken haben sie selbst gebaut, größtenteils aus Müll: Muschelschalen, die von ihren Mahlzeiten übrig geblieben sind, leeren Flaschen und Angelschnüre. Das zusammen gibt dem Sediment Halt, damit die Bauten nicht einstürzen.

Oktopusse sind nicht zimperlich
Der Meeresbiologe David Scheel und sein Team beobachten, dass Kraken neben der Paarung auch andere soziale Kontakte pflegen. Dabei geht es oft rau zu. Sie kämpfen und scheuchen sich gegenseitig aus den Höhlen. Doch sie schließen sich auch zusammen, um gemeinsam Eindringlinge zu verjagen.

Es gibt vielleicht noch weitere Kraken-WG's
Wie die Kraken miteinander in Kontakt stehen und warum sie sich zusammenschließen, das müssen die Wissenschaftler noch klären. Doch jetzt, wo sie wissen, wonach sie suchen müssen, entdecken die Biologen in der Zukunft vielleicht noch weitere Kraken-WG's.

Stand: 30.09.2017, 06:00 Uhr