Barrierefreie Version: Zwölf Winter-Fakten

Wimmelbild Winter

Barrierefreie Version: Zwölf Winter-Fakten

Von Andreas Sträter

Der astronomische Winter beginnt mit dem kürzesten Tag des Jahres. Wir haben zwölf Fakten zusammengestellt. Warum erscheint uns Schnee weiß? Und: Wo wurden bisher Kälte-Rekorde aufgestellt?

Wie Tiere über den Winter kommen
Für Tiere bedeutet der Winter eine harte Zeit. Doch sie haben clevere Strategien entwickelt, um sich vor der Kälteperiode zu schützen. Igel, Hamster, Murmeltiere oder Haselmäuse halten Winterschlaf. Nachdem sich die Tiere im Herbst genügend Fettreserven zugelegt haben, schlafen sie fast den gesamten Winter über. Um Energie zu sparen, senken die Tiere ihre Körpertemperatur und reduzieren ihren Herzschlag.

Frösche, Kröten oder Eidechsen verbringen den Winter unter Steinhaufen oder Baumwurzeln in einer Kältestarre. Die Körpertemperatur von Reptilien und Amphibien ist von der Außentemperatur abhängig; sie können diese also nicht selbst regulieren. Erst wenn es wärmer wird, erwachen die Tiere aus ihrer Starre.

Vögel im Winter
Die meisten Vögel verlassen uns im Winter, um im Süden zu überwintern. Doch es gibt Vögel, die der Kälte trotzen und bei uns bleiben – zum Beispiel Meisen, Eichelhäher oder Grünfinken. Um ihre Körperwärme aufrecht zu erhalten, können Vögel im Winter ihre Federn aufplustern. Das hat den Effekt einer Daunenjacke. Die nötige Energie für den Winter liefert die Nahrung.

In gefrorenen Böden finden Vögel dann allerdings keine Insekten mehr, so dass auch insektenfressende Vögel wie Kleiber im Winter gezielt Samen, Nüsse oder Körner zu sich nehmen. Zwischen Wurzeln oder unter Baumrinden können Vögel auch noch kleine Spinnen, Insekten und deren Eier finden. Menschen sollten die Vögel nur in kalten Wintern füttern, raten Naturschutzverbände.

Wintersonnenwende: Kurzer Tag, lange Nacht
Der astronomische Winteranfang fällt jedes Jahr auf den 21. oder den 22. Dezember. An diesem Tag erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel die geringste Höhe über dem Horizont. Dieser Tag ist bei uns am kürzesten, die folgende Nacht am längsten.

Mit der Wintersonnenwende werden die Tage bis zur Sommersonnenwende Ende Juni wieder länger und die Nächte kürzer. Schon in der Antike hatten diese Tage des Umschwungs eine Bedeutung. Zur Einführung des Julianischen Kalenders lag der Tag zunächst auf dem 25. Dezember – dem Tag des christlichen Weihnachtsfests.

Warum gibt es verschiedene Schneearten?
Die Ausprägung von Schnee ist abhängig von den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit. Pulverschnee ist ein besonders trockener Schnee, der auch unter Druck nicht zusammenklebt. Fällt der Schnee bei einer besonderen Trockenheit, entstehen Flocken, die sich einander nicht verzahnen können. Anders verhält sich Pappschnee, der auch als Feuchtschnee bezeichnet wird.

Der nasse Schnee klebt besonders gut und eignet sich für Schneemänner oder Schneebälle. Eine weitere Form von Schnee ist Griesel. Bei Temperaturen um null Grad entstehen kleine Körnchen, die an Graupel erinnern. Schneeregen hingegen ist ein Gemisch aus Schnee und Regen, das vor allem bei Wetterumschwüngen auftritt.

Warum Schnee weiß ist
Schnee ist nichts anderes als gefrorenes Wasser. Aber warum erscheint der Schnee unserem Auge weiß? Schnee besteht aus kleinen Kristallen, die wie Spiegel das Licht vielfach brechen. Fällt nun das Licht der Sonne auf eine frische Schneedecke, so wird das Licht von diesen Eiskristallen reflektiert und gestreut.

Das Sonnenlicht, das den gesamten Spektralbereich der Farben umfasst und somit ohnehin weiß ist, strahlt komplett zurück. Unsere Augen empfinden diese Rückspiegelung als weiß. Bei Neuschnee müssen wir beim Skifahren oder bei Schneewanderungen unsere Haut daher besonders gut vor UV-Strahlen schützen, weil frischer Schnee ein besonderes Rückstrahlungsvermögen hat.

Kälte-Rekorde
Die niedrigste Temperatur, die in Deutschland jemals gemessen wurde, beträgt minus 37,8 Grad Celsius. Dieser Kälte-Rekord wurde in der oberbayerischen Gemeinde Wolnzach-Hüll (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) am 12. Februar 1929 aufgestellt. Den insgesamt kältesten Winter mit Durchschnittstemperaturen von minus 5,5 Grad erlebte Deutschland in den Jahren 1962/1963.

Den nordrhein-westfälischen Kälte-Rekord hält die Gemeinde Eslohe im Hochsauerland. Am 27. Januar 1942 sanken die Temperaturen in diesem Ort auf minus 31,2 Grad Celsius. In der russischen Forschungsstation Wostok in der Ostantarktis wurden am 21. Juli 1983 minus 89,2 Grad gemessen – dieser Wert beschreibt den weltweiten Minus-Temperatur-Rekord.

Grünkohl – ein typisches Wintergemüse
Grünkohl ist ein Wintergemüse, weil Grünkohl je nach Sorte Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius verträgt. Andere Gemüsearten würden bei solchen Minus-Temperaturen erfrieren. Mit dem ersten Frost verändert sich zudem der Geschmack des Grünkohls.

Der Frost bewirkt die Umwandlung von Stärke in Zucker, so dass das Gemüse dann weniger herb schmeckt. Außerdem verlangsamen sich durch die kühlen Temperaturen im Winter die Stoffwechselvorgänge in der Pflanze. Somit baut der Kohl auch weniger Zucker ab. Grünkohl steckt voller Vitamine – auch das macht ihn als Nahrungsmittel im Winter interessant.

Die Tanne als Weihnachtsbaum
Mit der Tanne assoziieren wir ganz automatisch Weihnachten. Schon die Römer brachten Tannenzweige und Lorbeerblätter zum Jahreswechsel an. Erste Erwähnungen des Weihnachtsbaumes finden sich bereits in spätmittelalterlichen Urkunden. Bis zu 25 Millionen Deutsche jährlich stellen einen Weihnachtsbaum auf.

Jeder dritte Tannenbaum stammt aus dem Sauerland. Somit ist Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter bei der Weihnachtsbaumerzeugung in Deutschland. Als liebste Sorte der Deutschen gilt die Nordmanntanne. Die weichen Nadeln dieser Züchtung rieseln viel später ab als bei einer Blautanne oder einer Fichte.

Rote Nasen
Wenn es draußen bitterkalt ist, lässt sich das in unseren Gesichtern ablesen. Rote Nasen sind ein deutliches Zeichen für Kälte. Die Durchblutung der Nase ist eine Schutzfunktion unseres Körpers gegen Kälte. Sind die Temperaturen im Winter niedrig, wird der Kreislauf angeregt.

Unser Organismus muss bei klirrender Kälte mehr Blut in abstehende Körperteile pumpen, damit diese nicht erfrieren. Auch in unseren Nasen-Äderchen sammelt sich durch diesen Vorgang besonders viel Blut, das durch die dünne Nasenhaut äußerlich gut erkennbar ist. 

Hirsche werfen Geweih ab
Jedes Jahr zum Ende des Winters werfen Hirsche ihre Geweihe ab. Die Geweihe sind verhornte Knochen, die bis zu fünf Kilogramm schwer werden können. Durch eine starke Durchblutung bildet sich im Winter eine Bruchstelle am Ansatzpunkt des Gehörns, von dem sich ab Ende Februar das Geweih löst.

Nach dem Abwurf bildet sich innerhalb von 120 Tagen ein neues Geweih, das zumeist mehr Verästelungen aufweist als sein Vorgänger. Das Geweih hilft den männlichen Hirschen Rivalen durch Imponiergehabe und ritualisierte Kämpfe in die Flucht zu schlagen. Warum es zu dem Abwurf kommt, ist jedoch nicht klar.

Knochenbrüche bei Sportunfällen
Bei älteren Wintersportlern ist die Verletzungsgefahr größer als bei jungen Ski- und Snowboardfahrern. Das liegt daran, dass die Knochenstruktur junger Menschen dichter ist. Weil sich Wintersportler aber nicht nur Knochenbrüche, sondern auch schwere Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks zuziehen können, sollten sie sich gut vorbereiten. Sportmediziner raten zu Helm, Rückenprotektoren oder Handschuhen mit Gelenkschutz. Ski- und Snowboardfahrer sollten zudem gut trainiert sein und den Körper durch Aufwärmen auf die Belastung vorbereiten.

Winterblues
Antriebslos und missgelaunt schleppen sich Winterblues-Betroffene durch die dunklen Tage – depressiv sind sie deshalb aber nicht. Der Lichtmangel in den Winterwochen schlägt einigen Menschen besonders stark aufs Gemüt. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit. Ursache für dieses Stimmungstief ist unter anderem ein Mangel an natürlichem Tageslicht. Die meisten Menschen verbringen den Winter in geschlossenen Räumen. Das Gehirn interpretiert diesen Beleuchtungsgrad als Nacht und schüttet das Schlafhormon Melatonin aus.

Stand: 21.12.2016, 06:00