Neuer Lebensraum für die Wildkatze

Wildkatze klettert einen Baum hoch

Neuer Lebensraum für die Wildkatze

  • Die Wildkatze breitet sich in Deutschland wieder aus
  • Nach sechs Jahren endet das Projekt "Wildkatzensprung"
  • Das Projekt des BUND schuf bessere Lebensbedingungen

Die Wildkatze wird in Deutschland wieder heimisch, teilt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Dienstag (01.08.2017) mit. Damit beendet er das von ihm koordinierte Projekt "Wildkatzensprung" nach sechs Jahren. Ziel war, neue Waldverbindungen zu schaffen und Wälder miteinander zu vernetzen, um bessere Lebensmöglichkeiten für die Katzen herzustellen. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz wurden dafür 25.000 Bäume und Sträucher gepflanzt.

Straßen und Siedlungen sind Hindernisse für die Tiere

Nahaufnahme einer Wildkatze

Neue Lebensräume für die Wildkatze

"Die Hauptlebensräume der Wildkatze, die naturnahen Wälder, sind oft durch Straßen, landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Siedlungen voneinander isoliert", sagt Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. "Das führt zu schwer überwindbaren Hindernissen und Gefahren für die Wanderungen der Wildkatze."

Diese seien aber nötig, um neue Lebensräume erschließen und sich inzuchtfrei vermehren zu können. "Um der Wildkatze eine langfristige Überlebenschance zu geben, ist daher eine deutschlandweite Vernetzung der Wälder von großer Bedeutung", so Jessel weiter.

Einzigartige Gendatenbank für Wildkatzen

Im Rahmen des Projekts "Wildkatzensprung" wurde außerdem eine Gendatenbank entwickelt, die über gesammelte Haarproben unterschiedliche Wildkatzenarten in verschiedenen Regionen nachweisen konnte. Sie liefert Hinweise, wo die Vernetzung von Wäldern für die Wildkatze besonders sinnvoll ist.

"Die entwickelte Gendatenbank für die Wildkatze ist für die Wissenschaft einzigartig", sagt Volker Mosbrugger von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. "Die gespeicherten Datensätze werden ständig erweitert und erlauben nicht nur eine Beurteilung des Bestandes bedrohter Arten wie der Wildkatze, sondern auch weiterer Aspekte wie Wanderbewegungen und Raumnutzung dieser Tiere."

Vernetzung von Wäldern für Tiere wichtig

Fauchende Wildkatze

In der Eifel gibt es viele Wildkatzen

In Nordrhein-Westfalen wurden im Rahmen des Projekts die Waldgebiete um den Nationalpark Eifel für die Wildkatze optimiert. Die Eifel beherbergt nach BUND-Angaben mit etwa 1.000 Tieren eines der größten Wildkatzenvorkommen Deutschlands.

"Das Projekt Wildkatzensprung zeigt, dass die Wiedervernetzung von Wäldern machbar ist", sagt Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium. Das sei für die Natur und die Artenvielfalt in Deutschland besonders wichtig. "Zu lange wurde beim Flächenverbrauch die Notwendigkeit durchgängiger Wanderungskorridore nicht gesehen." Der BUND will sich auch nach Ende des Projekts für Wildkatzen einsetzen und plant die langfristige Schaffung eines 20.000 Kilometer langen Waldverbundes, der große Teile Deutschlands umfasst.

Stand: 01.08.2017, 13:09