Warum die Wettervorhersage nicht immer stimmt

Ein Mitarbeiter bei einem Wetterdienst beobachtet die Entwicklungen an Bildschirmen.

Warum die Wettervorhersage nicht immer stimmt

Von Hendrik Stamm

  • Nicht jede Wetterveränderung lässt sich messen
  • Deshalb stimmt die Wettervorhersage nicht immer
  • Die Technik wird aber immer besser

Das Wetter vorherzusagen, ist nicht trivial. Zwar gibt es überall in Europa verteilt Wetterstationen und Wettersatelliten, aber trotzdem kann man nicht alle meteorologischen Entwicklungen entdecken und in die Prognose miteinbeziehen.

"Man muss die verschiedenen Größenskalen unter einen Hut bringen", erläutert Bernhard Pospichal vom Institut für Geophysik und Meteorologie an der Universität zu Köln dem WDR. Dabei gehe es etwa darum, Entwicklungen in einer kleinen Wolke genauso zu berücksichtigen wie große Tiefdruckgebiete.

Ein Gitternetz aus Messdaten

Pospichal erklärt, wie Meteorologen das Wetter vorhersagen: Zunächst denken sie sich ein theoretisches Gitter über einen Raum, den sie beobachten. An jedem Punkt, an dem sich die Gitterlinien schneiden, messen ein Wetterballon, eine Station am Boden oder auch ein Verkehrsflugzeug verschiedene Wetterdaten. Daraus kann ein Großrechner die atmosphärische Entwicklung bestimmen. Die Aufgabe der Meteorologen ist es, daraus das Wetter vorherzusagen.

Eine Wetterstation

An Wetterstationen kann jeder aktuelle Daten ablesen

Großräumige Wetterlagen könne man so sehr gut berechnen, sagt Pospichal. Wettersatelliten böten ein gesamtes Bild des Wetters, allerdings keine Detailaufnahmen. Entwicklungen zwischen den Punkten im theoretischen Gitternetz könne man schlicht nicht messen. Trotzdem können diese Entwicklungen das Wetter verändern, wodurch die Vorhersage nicht mehr stimmt.

Die Technik wird stetig verbessert

Mit der Zeit entwickele sich aber die Technik weiter. "Die Modelle werden immer besser, die Computer immer schneller", erklärt Pospichal. Er rechnet damit, dass die Vorhersagen in den nächsten Jahren stetig genauer werden. Statistisch lässt sich das belegen: In den 1970-er Jahren war eine 24-Stunden-Prognose in etwa so genau wie heute eine Vorhersage für die nächsten fünf Tage.

Trotzdem: Der Wunsch nach der perfekten Vorhersage wird nicht in Erfüllung gehen, sagt Pospichal: "Es gibt immer noch zufällige Dinge in der Atmosphäre, die wird man nie messen können."

Langfristige "Vorhersagen" sind nicht seriös

Gerade deshalb sei nur eine Prognose für - maximal – die nächsten 14 Tage überhaupt sinnvoll. Anbieter, die zum Beispiel eine 16-Tage-Vorhersage anbieten oder das vermeintliche Wetter für die nächsten drei Wochen gemessen haben wollen, hält Pospichal nicht für seriös. "Die 16-Tage-Prognose ist nur ein vager Trend, aber keine Vorhersage". Deshalb könne man - anders als es manche Medien täten - nicht schon im September von "einem besonders kalten Winter" sprechen, der sich anbahne.

Stand: 25.09.2017, 06:00