Der Kampf gegen Wüstenbildung

Der Kampf gegen Wüstenbildung

Jedes Jahr machen die Vereinten Nationen am 17. Juni auf das Problem der Wüstenbildung aufmerksam. Und jedes Jahr wächst die Landfläche, die inzwischen von Wüsten eingenommen wird. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke!

Die Wüste Rub al-Chali

Etwa 20 Prozent der Landfläche unserer Erde besteht bereits aus Wüsten. Von der Wüstenbildung bedroht sind nach Angaben der Vereinten Nationen insgesamt etwa 33 Prozent der Landfläche. Jedes Jahr gehen zwölf Millionen Hektar (Größe Bulgariens) verloren.

Etwa 20 Prozent der Landfläche unserer Erde besteht bereits aus Wüsten. Von der Wüstenbildung bedroht sind nach Angaben der Vereinten Nationen insgesamt etwa 33 Prozent der Landfläche. Jedes Jahr gehen zwölf Millionen Hektar (Größe Bulgariens) verloren.

Rund 250 Millionen Menschen spüren die Auswirkungen schon jetzt. Meistens trifft es die ärmste Bevölkerung in mehr als 100 Ländern, wo es darüber hinaus ein hohes Bevölkerungswachstum gibt und Unterernährung herrscht.

Der Verödungsprozess geht langsam vonstatten, der Ertrag der Ernten geht kontinuierlich zurück. Zunächst wird die Vegetation zerstört, dann trocknet der Boden aus und versalzt. Durch steigende Temperaturen verändert sich die Qualität des Bodens. Es gibt weniger Humus, wodurch langfristig die Bodenfruchtbarkeit leidet. Durch Wind wird die wichtige, oberste Schicht abgetragen und gelangt in die Atmosphäre.

Wüsten gibt es in fast allen Teilen der Welt, vor allem in Afrika, Zentralasien, China, Australien und Amerika, wie die Atacama-Wüste in Chile. In Europa ist vor allem Spanien von Dürre betroffen.

Die Folgen sind nicht nur für die betroffenen Menschen, die in andere Regionen umziehen müssen, gravierend. Auch die Pflanzen- und Tierwelt ist bedroht. Für Pflanzen gibt es keinen gesunden Boden mehr und auch die Grundwasserreserven werden angreifbar.

Dem Trend der zunehmenden Wüstenbildung kann aber entgegengewirkt werden. Der bewirtschaftete Boden könnte in trockenen Gebieten durch Planen bedeckt werden, damit die fruchtbare, oberste Schicht nicht weggeweht oder bei plötzlichem Starkregen weggespült werden kann, da das Wasser auf dem vertrockneten Erde nicht absickern kann. Doch sind Aufwand und Kosten hoch.

Um für das Ausbreiten von Wüsten zu sensibilisieren, hat die UNO-Vollversammlung den 17. Juni als Welttag zur Bekämpfung von Wüstenbildung bestimmt. Am 17. Juni 1994 hatte die UNO-Vollversammlung die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung, auch Desertifikation genannt, verabschiedet.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen lassen sich zwei Milliarden Hektar Land wieder renaturieren und langfristig wieder zur Forstwirtschaft oder als Ackerland nutzen. China hat vor Jahren eine Initiative zur Rückgewinnung von 90 Millionen verödeten Hektar gestartet. Produktives Land soll sich erholen und Quellen für das Grundwasser wieder hergestellt werden.

Unterdessen versuchen Unternehmen und Staaten aus der hohen Sonneneinstrahlung in Wüstengebieten Kapital zu schlagen. Zwar scheiterte die Desertec-Initiative, die Sonnen- und Windenergie in den nordafrikanischen Wüsten erzeugen und rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken sollte.

Im Februar diesen Jahres wurde aber in der marokkanischen Sahara eine der größten Solaranlagen der Welt feierlich in Betrieb genommen. Umweltschützer fürchten, dass das Projekt die Wasserknappheit noch verschärfen könnte. Schließlich wird zur Kühlung der Solaranlagen Wasser aus einem Staubecken verwendet.

Stand: 17.06.2016, 06:30 Uhr