Bestand afrikanischer Waldelefanten dramatisch gesunken

Bestand afrikanischer Waldelefanten dramatisch gesunken

Von Detlef Schlockermann

In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als 80 Prozent der Waldelefanten verschwunden. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie. Als Grund wird die rücksichtslose Wilderei genannt. Elfenbein erzielt vor allem in Asien hohe Preise.

Waldelefanten sind bedroht

So sieht er aus, der Waldelefant, wegen seiner runden Ohren auch "Loxodonta cyclotis" genannt. Er erreicht eine Schulterhöhe von maximal 2,40 Meter.

So sieht er aus, der Waldelefant, wegen seiner runden Ohren auch "Loxodonta cyclotis" genannt. Er erreicht eine Schulterhöhe von maximal 2,40 Meter.

Er lebt vor allem in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas, vom Senegal bis Uganda.

Laut einer neuen Studie der US-amerikanischen Duke-Universität sind in einem Zeitraum von zehn Jahren über 80 Prozent der Tiere verschwunden, allein in Gabun, dem Hauptverbreitungsgebiet.

Grund sind meist Wilderer, die vor allem aus Kamerun kommen. So sind in Gabun in zehn Jahren geschätzt mehr als 25.000 Tiere abgeschlachtet worden. Aktuelle gibt es in dem Land nur noch 6.500 Exemplare.

Die Sturmgewehre der Ranger sind keine Show. Denn professionelle Wilderer sind ebenfalls mit automatischen Waffen ausgerüstet und schrecken auch nicht vor Angriffen auf Menschen zurück.

Erwischt werden deshalb meist die kleinen Fische.

Stoßzähne der Waldelefanten sind nicht so dick und gebogen, wie die ihrer großen Artgenossen aus der Savanne. Trotzdem erzielen sie vor allem in Asien gute Preise.

Tierschützer melden aber einen ersten großen Erfolg. China, bislang wichtigster Markt für den Verkauf, hat ein Verbot des Elfenbein-Handels angekündigt, sagen die Forscher der Duke-Universität. Andere Asienstaaten machen aber weiter.

In freier Wildbahn wird man den Waldelefanten deshalb vielleicht bald kaum noch sehen, so dramatisch ist der Rückgang des Bestands.

Die Forscher hoffen dennoch, dass die Art überleben wird, wenn auch eher in kleinen, abgeschlossenen und gut bewachten Arealen oder Nationalparks.

Was dann mit dem Lebensraum der Tiere geschieht, dem Regenwald, ist unklar. Denn die Tiere verteilen wegen ihrer vegetarischen Ernährung mit ihrem Dung jede Menge Pflanzensamen und sind damit ein wichtiger Faktor im Ökosystem.

Stand: 21.02.2017, 12:43 Uhr