Trockenheit in Südeuropa - liegt es am Klimawandel?

Ein Blick auf den Tiber, dessen Höhe wegen der Dürre, während eines warmen und sonnigen Tages in Rom, Mittwoch, 26. Juli 2017 niedrig ist.

Trockenheit in Südeuropa - liegt es am Klimawandel?

Von Jan Kischkel

  • Seit Wochen kein Regen in Rom
  • Auch andere Teile Südeuropas leiden
  • Kein Regen in Sicht

In Rom herrscht weiterhin Dürre. Seit Freitag (28.07.2017) wird den Römern zeitweise das Wasser abgestellt. Auch die Menschen in Spanien und Portugal leiden unter Wassermangel.

Solche Trockenperioden häufen sich, erklärt Prof. Dieter Gerten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK): "Was auf jeden Fall häufiger geworden ist, sind Hitzewellen." Das sei ein genereller Trend weltweit, speziell auch in Südeuropa und auch Mitteleuropa.

"Was Dürren angeht, das heißt Phasen, längere Zeiträume mit sehr unterdurchschnittlichem Wasservorkommen, wenig Regen, wenig Wasser im Boden, wenig Wasser in Flüssen - da sind die Trends nicht so eindeutig. Es gibt bestimmte Häufungen zu bestimmten Zeiten in bestimmten Regionen, aber einen ganz harten statistischen Trend kann man da noch nicht ausmachen."

Schon im Frühjahr und Winter zu warm

In Spanien und Portugal herrscht ebenfalls Trockenheit. Portugal kämpfte zuletzt sogar mit Waldbränden. Grundsätzlich ist Trockenheit in Südeuropa zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches. Problematisch ist, dass es bereits im Winter und Frühjahr zu warm war - eine Zeit, in der normalerweise Regen fällt, mit dem die Länder dann durch den Sommer kommen.

Ein Blick auf den Tiber, aufgenommen am 23.07.2017 an der Engelsburg in Rom (Italien). Wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze droht der Stadt Rom das Wasser auszugehen.

Der Tiber in Rom im Juni

Weil im vergangenen Frühjahr und Winter über Südeuropa "ein recht konstantes subtropisches Hoch herrschte", war es auch zu dieser Zeit schon trocken, erklärt Dieter Gerten. Statt des üblichen Regens gab es schon damals Wärme. Warum das Hoch herrschte und der Regen ausblieb, lässt sich wissenschaftlich nicht erklären. Mit dem Klimawandel sei das Auftreten des Hochs nicht in Zusammenhang zu bringen, sagt Gerten.

Andere Voraussetzungen in Deutschland

In Deutschland ist eine Trockenheit wie in Südeuropa nicht zu erwarten. Deutschland liegt weiter im Norden und misst deshalb weniger Sonneneinstrahlung. Außerdem ist die Wasserversorung hier deutlich moderner.

Keine Besserung in Sicht

Wann es in Rom endlich regnen wird, lässt sich noch nicht sagen. Normalerweise regnet es ab September oder Oktober. Ob das auch in diesem Jahr so sein wird, ist ungewiss. Falls nicht, könnte eine längere Krise bevorstehen.

Stand: 29.07.2017, 06:00